Digital unterwegs – so nutzen Senioren das Web

Die Behauptung, das Internet würde nur von jungen Menschen genutzt werden, ist definitiv veraltet und so auch nicht mehr richtig. Denn immer mehr ältere Semester, also die Gruppe 60+, befasst sich mit dem World Wide Web.
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©stevepb | Pixabay.com

Scheinbar hat man erkannt, dass das Internet durchaus neue Chancen bereithält, um den Lebensalltag wie auch den Austausch mit Gleichaltrigen (aber auch mit Familienmitgliedern) zu erleichtern.

Haben die Senioren vor wenigen Jahren noch ablehnend auf das Internet reagiert, so sind sie heute wesentlich offener gegenüber den neuesten Techniken, die durchaus einen positiven Einfluss auf das eigene Leben haben können.

Senioren schreiben gerne E-Mails, nutzen Navigationsapps und befassen sich mit Online-Spielen

Nicht nur Kinder und Jugendliche lassen sich von Online-Spielen begeistern. Selbst die Senioren spielen gerne einmal digitale Games, um sich so die Zeit zu vertreiben. Eine Studie der Stiftung Digitale Chancen, die gemeinsam mit Telefonica Deutschland veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass die Spiele im Anwendungsranking auf Platz 4 liegen. Hier lagen nur die E-Mails, Fahrpläne sowie Navigationsapps vor den Online-Games.

Die Studienergebnisse haben also klar aufgezeigt, dass die Senioren das World Wide Web sehr wohl als Gewinn für mehr Kommunikation, mehr Mobilität sowie für eine Unterstützung der geistigen Fitness sehen.

Nur die Hälfte lässt sich vom Internet begeistern

Zu beachten ist, dass die Senioren heutzutage aber nicht nur das Internet in den eigenen vier Wänden nutzen, sondern auch immer mehr mit Tablets arbeiten. Das heißt, auch unterwegs wird sich mit dem World Wide Web auseinandergesetzt.

Natürlich lassen sich aber nicht alle älteren Semester von den neuen Möglichkeiten, die das Internet mit sich bringt, begeistern. Denn auch wenn rund 50 Prozent der Menschen, die bereits älter als 60 Jahre sind, das Internet nutzen, so gibt es auch noch die anderen 50 Prozent, die keine Lust auf diese neuen Technologien haben. Einerseits fehlt es hier am Zugang zum Internet, andererseits auch an der Tatsache, dass die Möglichkeiten gar nicht erst bekannt sind, weil man sich damit nie auseinandergesetzt hat.

Senioren helfen Senioren

Die digitalen Angebote sind durchaus interessant. So gibt es barrierearme wie aber auch barrierefreie Angebote für die Senioren. Zum Teil gibt es auch kostenfreie Hilfsmittel, damit Bilder wie auch Texte vergrößert werden können. Mit einigen Programmen lassen sich die Texte sogar vorlesen. Zudem wird die Bedienung der digitalen Dienste auch immer intuitiver – das mag vor allem für ältere Menschen eine Erleichterung sein.

Des Weiteren gibt es auch Angebote von Senioren an Senioren. Denn viele Senioren engagieren sich in mehr als 100 Verbänden wie Vereinen, damit andere Senioren „internetfit" gemacht werden können. Das heißt, es gibt sogar Vereine, die zeigen sollen, dass die Digitalisierung eine Chance darstellt, die unbedingt wahrgenommen werden sollte. Die Angst, die viele Senioren haben, wenn es darum geht, mit dem Internet zu arbeiten, wird so ebenfalls genommen.

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©sabinevanerp | Pixabay.com

Das Internet als Chance wahrnehmen

Schlussendlich muss man nicht mit Kryptowährungen handeln oder Überweisungen per Online-Banking durchführen. Da das Internet an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann, sollten Senioren daher ihre Bedenken ablegen und sich mit den neuen Möglichkeiten auseinandersetzen. Denn sehr wohl kann man so geistig fit bleiben und die vielen Erleichterungen, die das Internet in den letzten Jahren mit sich gebracht hat, auch für die eigene Umgebung nutzen.

Ganz egal, ob es um die erleichterte Kontaktaufnahme geht, um die schnellere Informationsbeschaffung oder auch um die Inanspruchnahme digitaler Dienstleistungen, die ausschließlich für Senioren geschaffen wurden – das Internet sollte niemals ignoriert werden, nur weil man ein bestimmtes Alter erreicht hat. Das World Wide Web stellt in jeder Altersgruppe zahlreiche Vorteile bereit, die unbedingt genutzt werden sollten.

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Kommentare (3)

DerSanfte123

Ich befasse mich seit einigen Jahren mit der Unterweisung von Senioren im Internet.
Hauptsächlich das kennenlernen des PC und der Umgang damit.
Da ich selber die Siebzig überschritten habe, kann ich mich gut in die Haut meiner Schüler/innen reinversetzten. Ich habe festgestellt, dass es von Vorteil ist, wenn die Kursteilnehmer auf ihren eigenen Laptop lernen können. Das gleiche gilt fürs Smartphone.
Für die über 80 Jährigen wird manches schwieriger, da es in diesem Alter oft an der benötigten Motorik fehlt. Wenn die Maus nicht mehr das Ziel findet....
Nach meiner Feststellung haben circa 90 % der Kursteilnehmer soviel gelernt (bei mir 8 X 1,5 Stunden) dass sie sich im Internet frei bewegen können. Natürlich sind darin auch welche die keine so rechte Lust zum Weitermachen haben und schnel lihr Gelerntes vergessen. Ich biete ihnen auch an, dass sie mich nach dem Kurs immer anrufen können oder ihnen Nachhilfestunden geben kann.
Für mich selbst ist diese Arbeit sehr herausfordernt und 2 bis 3 Kurse 1,5 Stunden pro Woche sehr anstrengend. Trotzdem freue ich mich immer auf meine Schüler. Auch lerne ich viel durch permanentes Suchen im PC und Internet  nach weitere Lösungen. Oder der Suche nach Programmen. So konnte ich auch bei einem Teil meiner Schüler ihr Windows 7 oder 8 auf Windows 10 aufgraeten, kostenlos.  Übrigens ist diese Arbeit die ich bei der Caritas und der Volkshochschule tue, ehrenamtlich. Und es ist sehr schön für mich mein Wissen an andere weiterzugeben. Ich selbst hatte meinen ersten PC 1988 geschenkt bekommen. Mit 2 Programmen und 30 MB Speichervermögen. Ein weiter Weg von damals bis heute. Bei allem Neuem von dem ich höre, suche ich im Internet nach und versuche den Sreu vom Weizen zu trennen. Bei einer Frage im Goggle (oder ähnliche Suchmaschiene) gibt es immer viele Antworten. Und wenn ich bei 100 Antworten nur eine finde die mir weiter hilft, ist das schon genug.
Also für alle die mehr lernen wollen, suchen sie im Internet nach PC Hilfe oder Schulungen  für Senioren. Nur der der sucht wird auch finden! Viel Spass
Nikolas 

johanna

eine meiner Nachbarinnen ist bereits 93 Jahre alt und hat mit dem Internet in ihrem 90. Lebensjahr angefangen. Sie kommuniziert dadurch schnellewr mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln. Ich finde ihre Begeisterung für das Kommunikationsmittel Internet prima!

Dieter

Der Beitrag ist gut, nur die Menschen die sich ans Internet anlehnen  sollten lesen diese Seite erst gar nicht. Das ist einfach sehr schade.


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