Endlich im Ruhestand – und was nun?

Nur wenige berufstätige Menschen denken wirklich darüber nach, wie sie ihren wohl verdienten Ruhestand verbringen wollen. Dies ist jedoch gar keine schlechte Idee, da die Berufstätigkeit, die neben der Familie in der Regel den größten Lebensinhalt darstellt, plötzlich wegfällt. Viele Rentner erleben eine sogenannte „Flitterwochenphase", die nach dem letzten Arbeitstag eintritt und etwa sechs bis neun Monate anhält.
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©goodluz | Fotolia.com

Nach dieser Zeit stellt sich beim Großteil eine Unrast ein und das Verlangen, etwas Produktives zu leisten, wird größer. Dieses Gefühl ist auch im Alter völlig menschlich, denn es gibt kaum jemanden, der für den Rest seines Lebens auf einer Sonnenliege verbringen will. Hier erfahren Sie, wie Sie Abwechslung in Ihren Ruhestand bringen, ohne sich dabei unter Druck zu setzen.

Ziele setzen für den Ruhestand

Zunächst ist es sinnvoll, sich realistische Ziele für den bevorstehenden Ruhestand zu setzen. Wir Menschen sind in jedem Alter lernfähig und sollten die persönliche Weiterentwicklung nicht einstellen, sobald wir aufhören zu arbeiten. Ganz im Gegenteil: Gerade jetzt haben wir genügend Zeit, uns ausreichend um unseren Geist und Körper zu kümmern. Je nach Persönlichkeit kann der perfekte Plan für den Ruhestand unterschiedlich aussehen. Leseratten, die Bücher und Zeitungen nur so verschlingen, können mit regelmäßigen Besuchen in der Bibliothek ihr eigenes Glück fördern. Äußerst soziale Menschen würden hier wahrscheinlich die Kommunikation mit anderen vermissen und sollten eine Beschäftigung wählen, die andere Menschen miteinbezieht. Studien zeigen, dass Rentner, die drei bis vier regelmäßigen Aktivitäten nachgehen, im Durchschnitt zufriedener und gesünder leben.

In guter Gesellschaft: Bleiben Sie sozial  

Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen einander, um zu wachsen. Der plötzliche Mangel an sozialer Interaktion im Ruhestand kann eine große Leere im Leben eines Rentnerneulings verursachen. Aus diesem Grund ist es wichtig, neue Hobbys zu finden oder die bereits bestehenden weiter zu vertiefen. Die meisten Aktivitäten machen noch mehr Spaß, wenn sie mit anderen geteilt werden. Versuchen Sie sich deshalb einer Gruppe anzuschließen, die sich mindestens einmal pro Woche trifft, um ein gemeinsames Hobby auszuüben. Das Beste daran: Sie brauchen gar kein besonderes Talent zu haben, um sich mit Zeitgenossen zu treffen. Im 18. Jahrhundert gründete der französische Philosoph Voltaire kleine Gruppen, die sich wöchentlich zum staatlichen Lottospiel trafen. Seither ist diese Tradition beim wöchentlichen Bingo und anderen Hobbies weitergeführt worden. Es ist also ganz egal, worum es in Ihrer Gemeinschaft geht; im Vordergrund steht immer das gesellige Miteinander.

Jeder braucht sinnvolle Aufgaben   

Viele Pensionierte wünschen sich eine sinnvolle Halbtagsbeschäftigung, die nicht nur die Rente aufstockt, sondern auch das Gefühl verleiht, gebraucht zu werden. Falls auch Sie einer bezahlten Nebenbeschäftigung nicht abgeneigt sind, suchen Sie sich kleine Jobs, die Ihnen Spaß machen und mit nur wenig Verantwortung verbunden sind. Lieben Sie Pflanzen und Blumen? Vielleicht hat Ihr lokaler Florist eine Halbtagsstelle für Sie. Vom Nachhilfeinstitut bis hin zur Tagesstätte: Von ihrer gesammelten Lebenserfahrung können viele Menschen lernen und profitieren. Natürlich gibt es für Rentner auch unendlich viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Statistiken zeigen, dass das Engagement für gemeinnützige Zwecke bei Menschen von 45 bis 65 Jahren besonders hoch ist. Durch das Entfallen des Zivildienstes in Deutschland wird vor allem in der Pflege von anderen Menschen jede Unterstützung gebraucht.

Fit bleiben mit (Denk-)Sport

Wenn Sie bis ins hohe Alter gesund und vital bleiben wollen, dann ist das Thema der körperlichen und geistigen Bewegung unumgänglich. Waren Sie noch nie einem Fitness-Studio, müssen Sie auch jetzt keine Gewichte stemmen. Selbst regelmäßige Spaziergänge stärken bereits das Immunsystem und schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Entscheiden Sie sich ganz bewusst dazu, Treppen zu steigen oder einen Umweg zu gehen, um mehr Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren. Schonende Sportarten wie Wasser-Gymnastik oder Wandern helfen auch dabei, Anschluss zu finden und neue Freundschaften zu knüpfen. Das Lösen von Kreuzworträtseln und Puzzeln trainiert Ihren Geist und schützt vor Demenz und Alzheimer. Oder wie wäre es mit einem Italienischkurs an der Volkshochschule, um sich gleich auf den nächsten Urlaub vorzubereiten?  

Fast jeder freut sich auf den Ruhestand, doch nur wenige haben einen durchdachten Plan, der nicht nur vor Langeweile, sondern auch vor Einsamkeit schützt. Sind die ersten paar Monate des „Nichtstuns" erstmal vorüber, sehnen sich die meisten Rentner nach einer sinnvollen Tätigkeit und sozialen Kontakten. Obwohl es für Pensionierte hier viele Optionen gibt, haben gerade Alleinstehende Probleme mit der plötzlichen Lebensumstellung. Fällt es den Betroffenen zu schwer, bestimmte Gruppen und Gemeinschaften aufzusuchen, sollten Familienangehörige die Initiative ergreifen und dem Rentnerneuling mit Internet-Recherchen und Telefonaten zu unterstützen.

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Kommentare (3)

Distel1fink7

Hobby hatte ich schon immer, nur - jetzt habe ich mehr Zeit dafür.
Nach meiner Pensionierung haben ich das getan, was ich schon
immr machen wollte und zwar eine Ausbildung im Hospiz.

Die Arbeit hat mir seeelisch viel abverlangt - mir aber auch mehr
noch gegeben. 

Aber alles hat seine Zeit und ich wünsche mir jetzt Ruhe viel Ruhe
und die ist alles andere als langweilig.

Rosencavalier

Guten Morgen,

es wäre einiges zu sagen hierzu.
Zunächst mal, die Rentnerzeit kommt für jeden und ist für jeden absehbar. Und jeder vernünftige Mensch sollte eigentlich wissen, dass man auch für diese Zeit und das Leben nach der Arbeit, vorsorgen muß, Nicht nur mit Beitragszahlungen, sondern auch einer Beschäftigung in der Freizeit. Wer das nicht frühzeitig tut, ist im Alter wahrlich arm dran!

Im Laufe meines Lebens habe ich meine Hobby´s  gepflegt und dafür gesorgt, dass ich im Alter dann auch genügend interessante Beschäftigungen habe, welcher mir den täglichen Spaß am Leben garantieren.
Ich habe erleben müssen, wie es Menscchen ergeht, welche in den Ruhestand gehen und ausser ihrer täglichen Arbeit nichts, aber auch gar nichts von Intreresse für sich hatten.
Nicht einmal zwei Jahre waren ihnen damit vergönnt.

Ich beschäftige mich mit vielen Dingen, welche einmal meine manuellen Fähigkeiten erhalten und auch eine große Portion geistiger Herausforderungen mit sich bringen, so dass ich für Alzi & Co gar keine Zeit habe.

Und die tägliche Portion Bewegung, ja die gehört dazu! Es sei denn, es regnet gerade Hunde und Katzen! Und das ist zum Glück nur ganz, ganz selten der Fall.

Also Leute, schafft Euch Hobby´s an, die ihr auch im Alter noch pflegen könnt. Und je früher ihr damit beginnt, um so schöner wird Euer Ruhestand!

Grüßle

Dieter 



 

Pummel

Mion , schon immer Hobbys haben und pflegen !
Gruß Pummel


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