Entzündliche Darmerkrankungen im Alter – was Betroffene tun können

Schon in jungen Jahren sind Darmprobleme äußerst unangenehm. Wer wollte noch nie bei einer Darmgrippe die Decke über den Kopf ziehen und erst wieder herauskommen, wenn alles vorüber ist? Mit dem fortschreitenden Lebensalter kann es aber durchaus geschehen, dass sich entzündliche Darmerkrankungen entwickeln und teilweise sogar chronisch werden. Je nach Krankheit und Schwere sind die Erkrankungen äußerst unangenehm und auch schmerzhaft. Betroffene leiden aber unter der Begleiterscheinung noch viel mehr. Denn jegliche Darmerkrankung schränkt Betroffene ungemein ein. Und handelt es sich um eine chronische Erkrankung, hilft auch kein Abwarten, bis es besser wird. Dieser Artikel verrät, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was Betroffene machen können.
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©nandyphotos | Fotolia.com
 

Was sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen? 

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind ein Sammelbegriff für sämtliche Erkrankungen, die chronisch verlaufen. Die Krankheiten können schubweise auftreten, aber auch dauerhaft vorhanden sein. Generell ist der Darm entzündet und verändert sich durch die dauerhafte oder immer wiederkehrende Entzündung. Besonders häufig leiden Personen unter den folgenden Krankheiten:
 
  • Morbus Crohn – bei dieser Erkrankung können alle Schichten der Darmwand betroffen sein. In der Regel wechseln sich die entzündeten mit den entzündungsfreien Bereichen ab. Die Ursache liegt vermutlich im Fehlen eines körpereigenen Antibiotika sowie einer Autoimmunerkrankung. Bei den betroffenen Darmarealen handelt es sich um das letzte Dünndarmstück, sowie dem sich anschließenden Dickdarmabschnittes, wobei Morbus Crohn theoretisch den gesamten Darmtrakt befallen kann. Zu Beginn der Erkrankung leiden Patienten unter wiederkehrenden Durchfällen und Bauchschmerzen, manchmal auch Fieber. Auch Fisteln im Anal- oder Vaginalbereich können auftreten. Heilen die entzündeten Stellen ab, bilden sich den Darm verengende Narben. Die Fisteln kommen im fortschreitenden Verlauf immer häufiger vor, sodass es häufig ist, dass ganze Teile des Darms entfernt werden müssen. 
 
  • Colitis Ulcerosa – diese Erkrankung befällt nur die oberflächigen Schleimhäute der Darmwand. Entzünden sich die Schleimhäute, bilden sich Geschwüre, die leicht zu bluten beginnen. Diese Erkrankung schreitet innerhalb des Darms voran und startet im Enddarm. Im Endstadium erreicht sie den Blinddarm. Dennoch ist bei den meisten Patienten ausschließlich der Enddarm befallen. Einige Patienten leiden jedoch an der Form, die den gesamten Dickdarm betrifft. Colitis Ulcerosa tritt in der Regel schubweise auf, wobei es durchaus sein kann, dass Betroffene über Jahre beschwerdefrei sind. Ein Schub äußert sich mit Fieber, krampfhafte Bauchschmerzen und blutigen Durchfällen. Während des Schubs nehmen Patienten stark ab und leiden an weiteren Entzündungen in den Gelenken, im Augenbereich oder der Haut. 
Beide Erkrankungen treten übrigens nicht ausschließlich im höheren Alter auf, sondern können Menschen aller Altersstufen, inklusive Kinder, betreffen.

Was lässt sich dagegen tun? 

So unterschiedlich, wie die Erkrankungen sind, ist auch die Therapie. Die üblichen Therapieformen sind:

Morbus Crohn
 
  • Sinn – die Therapie dient dazu, die Symptome zu verringern und die Abstände zwischen den Schüben zu vergrößern. 
  • Mittel – welche Medikamente zum Einsatz kommen, hängt davon ab, ob gerade ein akuter Schub  behandelt wird und wie schwer dieser Schub ist. Die Medikamente lindern den Durchfall, unterdrücken das Immunsystem und gehen gegen die Entzündung vor. 
  • Zusatztherapien – da die Erkrankung viele Menschen deutlich einschränkt, gerät oft das ganze Leben aus den Fugen. Es können daher massive psychische Probleme auftreten, die unbedingt behandelt werden müssen. 
  • Ernährung – durch die wiederkehrenden Durchfälle kann es schnell zu einer Mangelernährung kommen. Daher sind spezielle Diäten unbedingt einzuhalten. Innerhalb akuter Schübe ist gar die künstliche Ernährung angeraten. 
Bei sehr schweren Fällen oder bei jungen Patienten ist teilweise eine Operation sinnvoll. Im Regelfall müssen sich knapp achtzig Prozent der Patienten nach ungefähr zehn Jahren einer Operation unterziehen.

Colitis Ulcerosa 
 
  • Sinn – die Krankheit ist nicht heilbar, doch kann sie mithilfe der richtigen Therapie so weit behandelt werden, dass ein gutes Leben möglich ist. Wichtig ist, die Entzündungen einzudämmen und weiteren Schüben vorzubeugen, damit sich die Darmwand nicht weiter verändert. 
  • Mittel – entzündungshemmende Medikamente sind das wichtigste Mittel bei der Erkrankung. Während akuter Schübe wird Kortison angewandt. Auch das Immunsystem unterdrückende Medikamente kommen zum Einsatz. 
  • Operation – diese ist bei einem schweren Verlauf nötig. Eine weitere Notwendigkeit besteht, wenn sich die Darmwand massiv verändert hat und Darmkrebs vermutet wird. 
Zusätzlich zu den herkömmlichen Therapien gibt es für Betroffene durchaus Chancen, die Krankheit zu lindern und sich selbst ein besseres Leben zu gewährleisten. Besonders lässt sich das Cannabidiol, auch als CBD bekannt, hervorheben. Nachdem Forscher vermuten, dass die chronischen Erkrankungen mitunter durch einen Fehler im Endocannabinoidsystem des Körpers hervorgerufen werden, liegt die Vermutung nahe, dass die Einnahme von Cannabinoid diese Problematik teilweise aufheben kann. Bei dem CBD handelt es sich um ein Präparat, welches aus der Hanfpflanze gewonnen wurde. In den typischen, frei erhältlichen CBD-Präparaten ist kein THC enthalten, somit hat es keinerlei psychoaktive Eigenschaften. Dafür hilft es bei:
 
  • Bauchschmerzen
  • Bauchkrämpfen
  • Übelkeit
  • Durchfall 
  • Gelenkschmerzen

Genau diese Symptome treten bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa auf und können somit während eines Schubs auf eine natürliche Weise gelindert werden. Verschiedene Studien sagen, dass Betroffene die Lebensqualität massiv verbessern können, während es bei etlichen Patienten sogar möglich war, die Dosis der Dauermedikation herabzusetzen.
 
CBD gibt es als Öl, welches unter die Zunge geträufelt wird, aber auch als Kapsel. Alternativ kann CBD Öl über E-Zigaretten eingenommen werden. Wichtig ist nur, Cannabidiol ausschließlich als Ergänzung zur eigentlichen Therapie zu sehen und nicht einfach die herkömmlichen Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Hanf mag eine Jahrhunderte alte Heilpflanze mit erstaunlichen Eigenschaften sein, doch auch sie kann weder Colitis Ulcerosa noch Morbus Crohn heilen.

Fazit – es gibt Unterstützung

Bei chronischen Erkrankungen ist es natürlich immer wichtig, die Krankheit so weit einzudämmen, dass ein halbwegs normales Leben möglich ist. In allen Fällen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wird genau dies versucht. Patienten haben aber neben der herkömmlichen Therapie durchaus Möglichkeiten, die Therapie zu unterstützen. Gerade Cannabidiol ist sehr vielversprechend und hat übrigens noch eine Wirkung, die auf eine Begleiterscheinung der chronischen Erkrankungen anspricht: depressive Verstimmungen. Wer also gerne einmal neue Ansätze ausprobiert und die Standardtherapie zudem gewissenhaft einhält, kann seine chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eventuell einfacher in den Griff bekommen.

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