Erektionsstörungen im Alter: vorbeugen, erkennen und behandeln

Können Männer im fortgeschrittenen Alter ihren Wunsch nach erfüllter Sexualität nicht mehr befriedigen, sind Potenzstörungen häufig die Ursache hierfür. Eine erektile Dysfunktion (Impotenz) liegt dann vor, wenn der Penis nicht erigiert beziehungsweise die Erektion keinen befriedigenden Geschlechtsverkehr ermöglicht.
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©Darren Baker | Fotolia.com

Circa ein Drittel der 60 bis 69-Jährigen leidet unter Erektionsstörungen. Im Gegensatz dazu tritt Impotenz nur bei circa zwei Prozent aller Männer bis 40 Jahre auf. Eine fachärztliche Diagnose kann dabei unterstützen, altersbedingte Ursachen von Impotenz von krankheitsbedingten Auslösern zu unterscheiden.

Erektionsstörungen: Begleiterscheinungen einer natürlichen Alterung

Im Jahr 1948 führte Alfred Kinsey erstmalig eine Studie zur normalen Entwicklung der Erektionsfähigkeit im Alter durch. Bis heute bestätigen Studien die damaligen Ergebnisse. Der Sexualforscher zeigte anhand seiner Ergebnisse, dass im Verlauf des Alters eine Erektion langsamer kommt und die benötigten Erholungspausen ausgedehnter werden. Hinzu kommt, dass der Penis oftmals manuell zu stimulieren ist. Ab 60 Jahren nehmen der Steigungswinkel des Glieds und der Grad der Penisversteifung ab. Zudem vergeht mit zunehmendem Alter mehr Zeit bis zur Ejakulation. Diese Besonderheiten wirken sich auf das Sexualleben im Alter aus und sind auf altersbedingte Veränderungen des männlichen Hormonhaushalts zurückzuführen.
 
Testosteron ist bekannt als männliches Sexualhormon. Neben einer Abnahme der Libido als auch der Knochendichte kann ein Testosteronabfall auch Impotenz verursachen. Neuen Forschungsergebnissen zur Folge verursacht auch starkes Übergewicht einen permanent niedrigen Testosteronspiegel, wodurch Erektionsstörungen bereits früher zutage treten können.

Krankheitsbedingte Ursachen für Impotenz im Alter

Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl alterstypischer Beschwerden auf körperlicher und psychischer Ebene. Nicht selten treten verschiedene Erkrankungen parallel zueinander auf. Beispielsweise entstehen erektile Dysfunktionen als Folgeerkrankung von Arteriosklerose. Hierbei verengen Ablagerungen die Blutgefäße und schränken die Durchblutung im Penis und im Beckenbereich stark ein. Im fortgeschrittenen Stadium steigt zudem das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt signifikant an.
 
Weitere altersbedingte Ursachen von Impotenz sind häufig Nervenschäden (diabetische Neuropathie) aufgrund von Altersdiabetes (Diabetes Typ-2). Zudem begünstigt eine schwache Muskulatur des Beckenbodens die Entstehung von Potenzstörungen, da der Penis nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird.

Altersbedingte Potenzstörung als Signal für ernsthafte Erkrankungen

Jeder vierte Senior im Alter von 80 Jahren kann sich eines spontanen und befriedigenden Sexuallebens erfreuen. Damit auch die anderen 75 Prozent diesbezüglich in den Genuss einer erfüllten Partnerschaft kommen, bedarf es einer fachärztlichen Diagnose. Nicht in jedem Fall ist das Alter alleiniger Auslöser für Potenzprobleme.
 
Vielmehr gilt Impotenz auch als Symptom für eine ernsthafte Grunderkrankung. Beispielsweise verursachen Bluthochdruck, Prostataprobleme, Parkinson, Stoffwechselstörungen und Multiple Sklerose erektile Dysfunktionen. Auch erhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte beziehungsweise Leber- und Nierenfunktionsstörungen sind durch einen nicht erigierenden Penis erkennbar.

Behandlungen: Was können Männer 50plus gegen Impotenz tun?

Zur Therapie von Impotenz stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Je nach Ursache von Impotenz wird der Arzt die passende Behandlungsform empfehlen:
 
  • Tabletten (PDE-5 Hemmer)
  • natürliche Potenzmittel (Alpinia, Allicaeae, Bufotenin, Yohimbin)
  • intraurethrale Arzneimittel
  • intrakavernöse Injektionstherapie
Im Einzelfall ist die Anwendung dieser Therapieformen nicht möglich oder Männer über 50 Jahren entscheiden sich bewusst gegen Medikamente. Bei langjährigen Partnerschaften werden beispielsweise mechanische Behandlungen bei Bedarf angewendet. Zudem können körperliche Gründe für Impotenz im Alter vorliegen. Hier sind operative Möglichkeiten die einzige Therapiemöglichkeit. Da es sich bei der Erektion des Penis um einen hochkomplexen Vorgang handelt, kann diese durch psychische Ursachen ungünstig beeinflusst werden. Burn-out, Versagensängste, Depressionen oder Beziehungsprobleme führen bei Männern ab 50 Jahren nicht selten zu Erektionsproblemen. Betroffenen finden Unterstützung bei Sexualtherapeuten oder Psychologen.

Sportlich aktiv gegen Impotenz

Mit zunehmendem Alter sinkt die körperliche Fitness. Studien belegen in diesem Zusammenhang, dass durch ein gezieltes Training die Sauerstoffversorgung als auch die Durchblutung des Penis stark erhöht wird. Hinzu kommt, dass eine trainierte Muskulatur des Beckenbodens eine solide Basis für befriedigende Erektionen darstellt. Im Endeffekt unterstreichen die Studienergebnisse, dass bereits zwei bis drei kurze Trainingseinheiten pro Woche einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung als auch Erhaltung der Erektionsfähigkeit leisten. Bei diagnostizierter Impotenz können Fachärzte ein individuelles Trainingskonzept erstellen. Dies kann komplementär zu anderen Behandlungsmethoden zur altersbedingten Behandlung von Impotenz genutzt werden.

Weiterführende Literatur:


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