Koffein: Mythen und Fakten – Was davon stimmt wirklich?

Ohne Tasse Kaffee am Morgen geht bei den meisten erstmal gar nichts. Doch warum schmeckt der edle Tropfen nicht nur unfassbar gut, sondern macht uns auch noch so herrlich wach? Die magische Zutat heißt Koffein. 
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Das Alkaloid gehört zur Gruppe der sogenannten psychotropen Substanzen, das heißt es hat einen stimulierenden Effekt auf unser Nervensystem. Die Herzfrequenz wird gesteigert und auch der Blutdruck leicht erhöht, was uns diesen nötigen Kick beschert, um morgens fit in den Tag zu starten. 

Doch nicht nur im Kaffee ist Koffein enthalten. Neben Energydrinks findet sich dieses nämlich auch in geringer Menge in Kakao, Mate, Guarana und in Tee! Gewonnen wird das Koffein meist durch Extraktion aus Teeblättern, Kaffeebohnen oder synthetisch hergestellt durch die sogenannte Traube-Synthese. 

Doch nun zu den Mythen und welchen davon man tatsächlich Glauben schenken darf!

Mythos Nummer 1: Koffein macht süchtig!

Das Wort Sucht wäre, wenn es um Koffein geht, wohl etwas zu drastisch. Denn im Gegensatz zu Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen, kann man davon nicht per se abhängig werden. Sehr wohl stellt sich aber bei sehr regelmäßigem Konsum eine starke Gewohnheit ein, die dazu führen kann, dass man – wenn man plötzlich aufhört Koffein zu sich zu nehmen – von Kopfschmerzen und Übelkeit geplagt wird. Das sollte sich aber im Normalfall nach einem oder zwei Tagen wieder beruhigen. Um diese Effekte zu vermeiden, ist es ratsam die Dosis schrittweise zu verringern, so kommt es nämlich zu keinen “Entzugserscheinungen”. 

Mythos Nummer 2: Koffein ist für Schwangere gefährlich!

Oftmals hört man, dass schwangere Frauen oder solche, die es werden wollen, koffeinhaltige Getränke vermeiden sollen. Zu diesem Thema gibt es so einige Studien, die zwar belegen, dass die Konsumation von Koffein einen Einfluss auf das Reproduktionssystem haben kann, allerdings trifft das nicht auf moderaten Konsum zu. Wenn man also schwanger ist und hin und wieder eine Tasse Kaffee genießen möchte, dann steht dem nichts im Wege und wird weder der Frau selbst noch ihrem Baby Schaden zufügen. 

Mythos Nummer 3: Zu viel Koffein führt zu Herzerkrankungen!

Die Rede ist hierbei von unregelmäßigem Herzschlag, erhöhtem Cholesterinspiegel und vielen anderen kardiovaskulären Krankheiten. 

Das einzig belegte ist ein kurzzeitig erhöhter Blutdruck, weshalb es eventuell für Personen, die ohnehin schon einen höheren haben, einen Arzt aufsuchen und mit diesem besprechen, ob Koffeinkonsum für sie ein Risiko darstellt oder nicht.  Für Menschen ohne diese Art von gesundheitlichen Problemen, ist der Effekt aber vergleichbar mit Treppensteigen. Also nicht gefährlich, sondern völlig normal. 

Mythos Nummer 4: Von Koffein bekommt man Krebs!

Dies klingt natürlich extrem abschreckend, ist aber durch zwei großangelegte Studien aus Norwegen und Hawaii widerlegt. Es wurden keinerlei Anhaltspunkte gegeben, dass das Konsumieren von Koffein zu Krebs führen kann. 

Mythos Nummer 5: Koffein ist stark schädlich für Kinder!

Das Kinder keinen Kaffee trinken sollten, ist wohl die gängigste Ansicht in beinahe jeder Familie. Doch ist tatsächlich etwas dran an den Gerüchten, dass Koffein in Kinderkörpern ungewollte Reaktionen hervorruft?

Unlängst durchgeführte Studien haben aber gezeigt, dass ein moderater Koffeinkonsum auch bei Kindern nicht wie oftmals angenommen zu Hyperaktivität und veränderter Aufmerksamkeitsspanne führt.  Was allerdings ausgelöst werden kann, sind vorübergehende Nervosität und gesteigerte Erregbarkeit bei Kindern, die sensibler sind. 

Mythos Nummer 6: Koffein hat keine positiven Effekte!

Entgegen häufiger Meinung, dass sich Koffeinkonsum nicht gerade positiv auf die Herzgesundheit auswirkt, könnten jüngste Studien genau gegenteiliges vermuten lassen. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee und Kakao haben sind sehr reich an Antioxidantien, was wiederum einen positiven Einfluss auf das Herz haben kann und außerdem Krebs vorbeugen kann. 

Zudem sind Forscher derzeit damit beschäftigt nachzuweisen, dass Koffein bei allergischen Reaktionen behilflich sein könnte, weil angenommen wird, dass es eine ähnliche Wirkung wie Antihistamine hat. 

Was definitiv bekannt ist, ist der anregende, die Nerven stimulierende Effekt hat, der besonders bei plötzlich auftretender Müdigkeit rasche Abhilfe schaffen kann. Etwa für den Frischekick während einer langen Autofahrt, oder um morgens in Schwung zu kommen. 

Mythos Nummer 7: Koffein ist schlecht bei Osteoporose. 

Nun sagt man ja Kaffee nach, dass er dem Körper Wasser entzieht, dies ist schonmal nicht richtig. Und bezüglich Osteoporose, geht es hauptsächlich um den Kalzium-Verlust der bei jeder Urinausscheidung erfolgt. Doch auch hier konnten Wissenschaftler gegenteiliges beweisen. Es stimmt zwar, dass die Einnahme von Koffein zu Kalziumverlust führt, jedoch in solch geringen Mengen, dass sich dies definitiv nicht in der Knochendichte bemerkbar machen könnte. 

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Wie viel Koffein kann man nun unbedenklich verzehren?

Eine genaue Menge kann man hier nicht festlegen, da jeder Mensch andere Voraussetzungen mit sich bringt. Bei einem gesunden, durchschnittlichen Erwachsenen geht man jedoch davon aus, dass eine moderate Einnahme bei etwa 300 Milligramm pro Tag liegt. 

Eine gewöhnliche Tasse Filterkaffee hat rund 85 Milligramm und eine Tasse Tee etwa 50 Milligramm Koffein. 

Bei den Energy Drinks muss man genau darauf achten was das Etikett sagt, denn hier kann es durchaus vorkommen, dass einer völlig ausreichend ist!

Abschließend lässt sich sagen, dass es zum Thema Koffein sehr viele Studien gibt, die keinen Grund zur Annahme liefern, dass es eine die Gesundheit gefährdende Substanz ist. Und wie mit so vielen Dingen im Leben gilt auch hier, die Dosis macht das Gift!
 

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Kommentare (1)

Anna99

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Siehe dazu das Video auf ARTE: Kaffee: Geheimnisse eines Wundertranks
Verfügbar vom 31/03/2021 bis 30/04/2021
Nächste Ausstrahlung am Freitag, 9. April um 11:10
 


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