Rentner in Lohn und Brot: Immer mehr Senioren arbeiten weiter

Es gibt immer mehr Arbeitnehmer im Rentenalter: Im Jahr 2007 gingen etwa noch 3,5 Prozent von ihnen einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach. Mittlerweile sind es nahezu acht Prozent, wie Medien mit Berufung auf eine DPA-Meldung berichten. Die Beschäftigten haben dafür unterschiedliche Gründe.
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©OctavY | Pixabay.com

Mehr als zwei Millionen mit über 60 noch berufstätig

Wie die Berichte erklären, brachte es eine Anfrage der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, an den Tag: Darauf antwortete die Bundesagentur für Arbeit (BA), dass im Jahr 2007 noch etwa 900.000 Arbeitnehmer 60 Jahre und älter waren. Bis zum Jahr 2018 stieg die Zahl demnach auf über 2,6 Millionen an.

Ob Arbeitnehmer mit über 60 noch arbeiten oder nicht, hängt aber auch stark von der Branche ab. In einigen Arbeitsbereichen hat sogar mehr als jeder zehnte Beschäftigte bereits das 60. Lebensjahr oder mehr erreicht. Das ist zum Beispiel bei der Abfallentsorgung, in der Erziehung und im Unterricht, bei öffentlichen Verwaltungen, in der Sozialversicherung, der Verteidigung oder auch der Wasserversorgung der Fall.

Erhöhtes Rentenalter ein Grund für lange Berufstätigkeit

Die Angaben des BA zeigen laut den Berichten auch, dass die Zahl der Arbeitnehmer, die zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr in Rente gehen, sich immer weiter reduziert: Im Jahr 2008 bezogen noch mehr als 1,3 Millionen Menschen dieser Altersgruppe eine Altersrente – zehn Jahre später sind es nur noch 723.000. Ursache hierfür ist die schrittweise Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahren.

Auch niedrige Renten steigern Zahl der Arbeitsjahre

Laut Zahlen der Deutschen Rentenversicherung betrug die durchschnittliche Regelaltersrente im Jahr 2018 knapp 640 Euro. Wer mindestens 45 Jahre, und damit besonders lange, in die Kasse der Deutschen Rentenversicherung eingezahlt hat, bekam durchschnittlich 1.311 Euro Rente heraus. Doch das ist bei weitem nicht die Mehrheit: Laut den Zahlen der Rentenversicherung liegt jede zweite Rente unter 900 Euro. Daraus folgt: Viele Rentner arbeiten weiter, weil sie schlichtweg das Geld brauchen.

Dass die gesetzliche Rente für viele nicht mehr allein zum Leben reicht, ist schon seit längerem Gegenstand der öffentlichen Debatte. Einrichtungen wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge, oder auch Finanzdienstleister wie Swiss Life Select, weisen deswegen schon seit geraumer Zeit auf die Notwendigkeit einer privaten Vorsorge hin. Neben einer privaten Rentenversicherung empfehlen die Berater von Swiss Life Select, MLP und Co oft das Riestern. Auch Investmentfonds stehen bei ihnen hoch im Kurs, um Niedrigzinsen fürs Ersparte zu umgehen.

Viele Pensionäre arbeiten ebenso aus sozialen Gründen

Neben dem finanziellen Zugewinn sind es auch soziale Motive, die Rentner zum Weiterarbeiten bewegen. Zusätzlich zur anhaltenden Freude am Schaffen ist der tägliche Kontakt zu anderen Menschen hier ein wichtiger Faktor. Im Umkehrschluss zeigt das auch, dass viele Ältere heute bei einem kompletten Rückzug aus dem Arbeitsleben anscheinend Angst vor Ausgrenzung und Isolation als Rentner haben.

Altersgerechte Arbeitsplätze immer wichtiger

Wie die Berichte zur DPA-Meldung weiter erklären, machen die Zahlen für Sabine Zimmermann von der Linksfraktion klar, dass „mit der Alterung der Beschäftigten der demografische Wandel auch Einzug in Betriebe und Verwaltungen“ gehalten hat. Für sie spielt deshalb die altersgerechte Arbeitsgestaltung eine immer größere Rolle. Laut Zimmermann müssen die Arbeitsbedingungen so gestaltet sein, dass Arbeitnehmer überhaupt in der Lage sind, bis zum Rentenalter durchzuhalten – und manchmal auch darüber hinaus.

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Kommentare (1)

Jabot

Ich habe auch mit Rentenbeginn zusätzlich Geld verdienen müssen. Es war aber auch ein Bedürfnis, ins Alltags- und Berufsleben aktiv eingebunden zu sein.
Inzwischen habe ich meine Arbeitszeit kontinuierlich verringert, mache nur noch ehrenamtlich aber möchte nicht ohne Not ganz aufhören. Der Kopf braucht auch Denkanstöße und nicht nur joggen und Gartenarbeit.
Wer rastet der rostet - das gilt auch fürs Gehirn. Schaut euch die jungen Greise an!


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