Übergewicht in der Menopause vermeiden

Im Lebensalter von Mitte 40 bis Mitte 50 kommt eine Frau in der Regel in die Menopause. Der Hormonabfall kann zu Beginn für unangenehme Beschwerden wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen sorgen, die in der Regel jedoch nach etwa 2 Jahren vergehen. Jedoch beginnt sich um diese Zeit häufig eine Gewichtszunahme bei Frauen einzustellen, die sich aufgrund des konstanten Abfalls des Hormonspiegels auch nach der Menopause fortsetzen kann. Vielen Frauen scheint es unergründlich wie die zusätzlichen Pfunde entstehen.
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Wieso nehmen Frauen ab der Menopause zu?

Teilweise ist die Gewichtszunahme im veränderten Hormonspiegel begründet. Generell produziert der Körper ab dem vierzigsten Lebensjahr weniger Somatotropin. Dies ist ein Wachstumshormon, welches neben dem Längenwachstum auch für den Fettabbau im Körper zuständig ist. Wird nun die Produktion von Somatotropin weitestgehend eingestellt, so benötigt der Körper auch weniger Kalorien. Bei gleichbleibender Ernährung und vermindertem Somatotropinspiegel kommt es hingegen zu einer Gewichtszunahme.

Zudem bleiben mit Einsetzen der Menopause der Eisprung und die damit verbundenen Reifungsprozesse aus. Im Normalfall benötigt der weibliche Körper am Tag ungefähr 300 Kalorien um eine Eizelle heranreifen zu lassen und den Eisprung auszulösen. Diese fehlende Kalorienmenge muss im Tagesbedarf bzw. Grundumsatz berücksichtigt werden um eine Gewichtszunahme zu vermeiden.

Dazu kommt, dass im Alter Muskelmasse abgebaut wird. Das fällt daher so sehr ins Gewicht, da Muskeln mehr Energie verbrauchen als Fettgewebe und je weniger Muskelmasse vorhanden ist, desto mehr Kalorien werden vom Körper in Form von Fettgewebe eingelagert.

Der Östrogenmangel in der Menopause führt zudem dazu, dass sich das überschüssige Fettgewebe im Bauchbereich ansammelt. Östrogen verteilt das Fett eher auf Gesäß und Hüften und sorgt so für die typisch weibliche Silhouette. Kommt es aufgrund des fehlenden Östrogens zu einem Testosteronüberschuss, so siedeln sich die Fettzellen vermehrt um die Leibesmitte an.

Gefährliche Folgen des Übergewichts

Kommt es zur vermehrten Fetteinlagerung am Bauch, so resultieren daraus schwerwiegende Folgen für die Gesundheit – von Herzerkrankungen bis hin zu Diabetes oder einem erhöhten Cholesterinspiegel. Viszeralfett produziert Hormone, die ins Blut übergehen und wiederum mit Herz- und Gefäßerkrankungen, sowie Krebs in Verbindung gebracht werden.

Gleichzeitig kann Bauchfett die Tätigkeit innerer Organe einschränken. So stellen ein verfettetes Herz oder eine Fettleber wiederum eine Gefahr für das Herz-Kreislaufsystem und den Stoffwechsel dar.

Das vermehrte Körpergewicht stellt gerade im Klimakterium eine große Belastung für die Knochen dar. Aufgrund des Östrogenmangels nimmt die Knochendichte ab und das Risiko einer Osteoporose steigt. Eine zusätzliche Kalziumzufuhr, auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, ist im Klimakterium zu empfehlen.

Ein gesunder BMI und ein nachhaltiger Gewichtsverlust

Eine gewisse Gewichtszunahme gehört in der Menopause und im Alter zur Natur und ist nicht zwingend kritisch zu betrachten. Tatsächlich liegt der BMI (Body Mass Index) im Alter sogar etwas höher. So liegt dieser für Altersgruppe 50 bis 55 bei einem Wert von 25.4 und für die Altersgruppe 70 bis 75 noch etwas höher bei 26.8.

Um eine Gewichtszunahme zu vermeiden sollten Frauen aufgrund des sinkenden Grundumsatzes bereits rechtzeitig mit Präventionsmaßnahmen beginnen. Dabei kommt es auf eine reduzierte Kalorienaufnahme als auch eine Stärkung des Muskelgewebes an.

Zunächst sollten die Ernährungsgewohnheiten schrittweise und langfristig geändert werden. Eine fett- und kohlenhydratarme sowie eiweißhaltige Ernährung kann dazu beitragen den reduzierten Grundumsatz auszugleichen. Wichtig ist zudem östrogenreiche Lebensmittel, wie Soja oder Bier, zu vermeiden. Mithilfe der Ernährung sollte die Kalorienzufuhr um mindestens 300 Kalorien reduziert werden um das Ausbleiben des Eisprungs auszugleichen.

Der weiteren Verminderung des täglichen Grundumsatzes durch Abnahme des Muskelgewebes ist am besten durch sportliche Betätigung entgegenzuwirken. Ausdauersport regt die Fettverbrennung an und Krafttraining wirkt dem Muskelschwund entgegen. Um Gewicht zu reduzieren sind mehrmals wöchentlich Trainingseinheiten von 45 Minuten zu absolvieren. Entscheidend ist jedoch sich so häufig wie möglich moderat zu bewegen.

Weiterführende Literatur


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