Vorsorge für die Gesundheit der Frauen

Zumeist haben Frauen ein starkes Verantwortungsgefühl für Ihnen nahestehende Personen. Oft wird aus diesem Grund der eigenen Gesundheit ein nur untergeordneter Stellenwert zugeschrieben und die persönlichen Bedürfnisse zurückgestellt. Jedoch sollte stets berücksichtigt werden, dass anderen Menschen nur dann geholfen werden kann, wenn das eigene gesundheitliche Befinden und somit die Grundvoraussetzungen stimmen.
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Die Vorsorgeuntersuchungen dienen dazu, häufig auftretende Krankheiten zu bestimmen, die bei zeitnaher Diagnose gut behandelbar sind. Der überwiegende Teil dieser Krankheiten tritt bei Frauen in der zweiten Lebensphase – ab etwa 50 Jahren – auf. Wird aufgrund einer Krankheit ein Pflegegrad ermittelt, ist eine Kostenübernahme der benötigten Pflegehilfsmittel über die Pflegekasse möglich. Der Zweck dieses Artikels ist es, Ihnen einen allgemeinen Überblick über vorbeugende medizinische Maßnahmen zur Prävention heilbarer Krankheiten zu geben. Falls Sie darüber hinaus Informationen benötigen, bitten wir Sie, sich an Ihren Hausarzt zu wenden. 

Vorsorgeuntersuchungen:

ab 18 Jahren
 
  • Zahnkontrolle beim Zahnarzt (alle 6 Monate)

ab 20 Jahren
 
  • Jährliche Untersuchung der äußeren und inneren Geschlechtsorgane bei einem Gynäkologen

ab 30 Jahren
 
  • Jährliche Tastuntersuchung der Brust und der Lymphknoten

ab 35 Jahren
 
  • Allgemeiner Check-up alle drei Jahre
  • Untersuchung der gesamten Hautoberfläche alle zwei Jahre

50 bis 70 Jahre
 
  • Alle zwei Jahre Mammographie (Röntgen der Brust)

50 bis 54 Jahre
 
  • Jährliche Untersuchung des Dick- und Enddarms, sowie jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl

ab 55 Jahren
 
  • Darmspiegelung mit Wiederholung nach zehn Jahren
  • oder Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre

Während und nach einer Schwangerschaft
 
  • Gynäkologische Ultraschall- und Blutuntersuchungen

Der allgemeine Gesundheits-Check

Als Frau haben Sie im Alter zwischen 18 und 34 Jahren die Möglichkeit, einen einmaligen Gesundheitscheck bei Ihrem Hausarzt durchführen zu lassen. Die Kosten für diese Vorsorgeuntersuchung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ab dem 35. Lebensjahr erhalten Sie das Recht diese medizinischen Untersuchungen im umfangreicheren Maß alle drei Jahre wiederholen zu lassen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass besonders die häufig auftretenden Krankheiten, die sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ untersucht werden, da diese in der zweiten Lebenshälfte vermehrt auftreten. Hierbei handelt es sich z.B. um Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2.

Bei diesen Krankheiten treten lange Zeit keine Symptome oder Beschwerden auf, dennoch führen sie, falls Sie nicht behandelt werden, zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko für die Betroffenen. Eine Gefäßverkalkung kann zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen, Übergewicht belastet die Gelenke und übermäßiger Fett- und Zuckerkonsum kann Diabetes hervorrufen – um nur einige Beispiele zu nennen. Bei psychischen Krankheiten wie Depressionen, die in der westlichen Leistungsgesellschaft weit verbreitet sind, sollten Sie sich mit Ihrem Hausarzt unterhalten oder unter Umständen einen Therapeuten zu Rate ziehen. Alles in allem sind diese Krankheiten bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar.

Der Gesundheitscheck ist eine umfassende Untersuchung des gesamten Körpers. Bereits einige Tage im Vorfeld wird eine Blut- und Urinprobe genommen, damit die Ergebnisse bereits während des eigentlichen Termins vorliegen.

Zur medizinischen Untersuchung werden dann Herz und Lunge abgehört, die Bauchdecke und äußeren Bereiche der Nieren abgetastet, Reflexe getestet und der Puls kontrolliert. Falls hierbei pathologische Befunde hervorgehen, werden diese im anschließenden Gespräch mit dem Patienten diskutiert. Des Weiteren hinterfragt der Arzt mögliche, weitere Beschwerden und prüft anhand eines medizinischen Fragebogens weitere Kriterien zu eventuellen, körperlichen Beeinträchtigungen. Abschließend wird der Impfstatus anhand des Impfbuches begutachtet.

Präventive Impfungen

Erwachsene Frauen sollten folgende Impfungen haben:
 
  • Alle Personen ab 18 Jahren sollten den umfassenden Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten alle zehn Jahre aktualisieren.
  • Personen über 18 Jahren und nach 1970 geboren wurden, außerdem nicht sicher sind, ob sie im Kindes- und Jugendalter zweimal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wurden, sollten vorsorglich nachgeimpft werden.
  • Ab einem Alter von 60 Jahren sollte ein Impfschutz gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) und Gürtelrose (Herpes zoster) bestehen. Darüber hinaus empfiehlt sich der jährliche Schutz gegen Grippe im Oktober oder November.
Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sind primär für Frauen, die zuvor keine relevanten Krankheiten wie Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Herzerkrankung oder Diabetes hatten. Falls Sie sich unsicher sind, ob eine Vorerkrankung bestand, dann holen Sie bitte Informationen zu den entsprechenden Impfungen bei Ihrem Hausarzt ein.

Alle oben aufgelisteten Impfungen sind durch die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert und kostenlos bei Ihrem Hausarzt erhältlich. Bei den Behandlungen sollten Sie Ihren Impfpass nicht vergessen, um einen lückenlose Impfhistorie zu haben.  

Untersuchungen zur präventiven Vorsorge beim Gynäkologen

Ab einem Alter von 20 Jahren erhält man bei seinem Gynäkologen eine jährliche, kostenfreie Vorsorgeuntersuchung. Zwischen 20 und 29 Jahren wird das Vorsorgegespräch um die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane inklusive eines PAP-Abstrichs ergänzt.

Ab dem 30. Lebensjahr trägt die Krankenkasse zusätzlich noch die Erweiterung der Krebsvorsorge durch das Abtasten der Brust und Achsellymphknoten.

In einem Erstgespräch befragt der entsprechende Gynäkologe, je nach Alter und Lebensbedingungen des Patienten angepasst, dessen Menstruationszyklus, das Sexualverhalten, Verhütungsmethoden, frühere oder aktuelle Schwangerschaften sowie dessen derzeitigen Beschwerden. Ein Behandlungserfolg gynäkologischer Beschwerden ist oftmals stark von einer guten zwischenmenschlichen Atmosphäre abhängig, da das Teilen intimer Informationen dadurch begünstigt wird.

Bei der Vorsorgeuntersuchung von Frauen über 50 Jahre sind häufig die Wechseljahresbeschwerden, wie Hitzewallungen, Kreislaufprobleme und Schmerzen aufgrund einer erhöhten vaginalen Trockenheit beim Geschlechtsverkehr ein gesprächsrelevantes Thema. In manchen Fällen treten bei der Hormonumstellung auch Depressionen, eine schnellere Reizbarkeit oder starke Stimmungsschwankungen auf. Egal unter welchen Beschwerden Sie vielleicht leiden, im Vorsorgegespräch mit Ihrem Frauenarzt werden Sie die richtigen Behandlungsansätze finden.

Welche Untersuchung sollten Sie auf keinen Fall verpassen?

Jede vorbeugende ärztliche Untersuchung zielt auf bestimmte Krankheiten und Lebensbedingungen des Patienten ab. Deshalb ist es unmöglich, alle Krankheiten in wenigen separaten Sitzungen abzudecken. Bestimmte Krankheiten bergen unterschiedliche Risiken, die in Abhängigkeit zum Alter des Patienten stehen. So kann schwarzer Hautkrebs bereits im jungen Alter auftreten. Im Vergleich dazu ist Bluthochdruck oder Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) eine Krankheit des mittleren bis höheren Alters. Daher sollten Sie Ihr ganzes Leben die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen dem Alter entsprechend durchführen lassen, um so rechtzeitig auf Erkrankungen mit der zutreffenden Behandlung einwirken zu können.


Weitere Informationen zur Kostenübernahme von Pflegehilfsmitteln


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