Vorsorgeuntersuchungen für den Mann

Die Vorsorgeuntersuchung spielt bei der Prävention von gut behandelbaren als auch bei häufiger auftretenden Krankheiten eine sehr wichtige Rolle. Bestimmte vorbeugende, körperliche Untersuchungen werden in Deutschland von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen und tragen somit zu der Erhaltung der eigenen Gesundheit bei.
11_Männergesundheit_Freepik_2681169_freepik.jpg
©Freepik

Zusätzlich können bei einem Pflegegrad auch benötigte Pflegeartikel von den Pflegekassen übernommen werden.

Allerdings werden diese medizinischen Vorsorgeuntersuchungen von Männern nicht oder nur mäßig wahrgenommen, sodass nur ungefähr ein Fünftel der betroffenen, männlichen Altersgruppe (> 45 Jahre) die Früherkennung von Krebs wahrnimmt.

Zudem werden die empfohlenen regelmäßigen Gesundheits-Check-Ups weitaus seltener, als die Krebsfrüherkennung genutzt, obwohl diese ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Prävention spielen. Das männliche Geschlecht schiebt gerne Gründe vor, die den Arztbesuch verhindern sollen, um sich nicht mit der eigenen Gesundheit auseinandersetzen zu müssen. Erfahrungsgemäß sind diese Gründe: keine Zeit zu haben, keine spürbaren Beschwerden wahrzunehmen oder terminliche Unpässlichkeiten.

Nutzen Sie Ihre Chance, häufig auftretende Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder unterstützen Sie Ihre männlichen Angehörigen ab 50+ bei der Prävention durch die Vorsorgeuntersuchung.

Vorgesehene Untersuchungen zur Prävention

In Deutschland werden bei männlichen Erwachsenen die folgenden Präventivuntersuchungen ohne zusätzliche Kosten durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen:

ab 18 Jahren:
 
  • halbjährliche Zahnkontrolle beim Zahnarzt

zwischen 18 und 35 Jahren:
 
  • einmaliger Check-up beim Hausarzt

ab 35 Jahren:
 
  • alle drei Jahre allgemeiner Check-up beim Hausarzt

Hautkrebsfrüherkennung:
 
  • alle zwei Jahre Untersuchung der gesamten Hautoberfläche

ab 45 Jahren:
 
  • Früherkennung von Krebsformen der Prostata und der Genitalien: Jährliche Tastuntersuchung der Prostata, Genitalien und Leistenlymphknoten

50 bis 54 Jahre:
 
  • Darmkrebsfrüherkennung: Entweder jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl
  • oder einmalige Darmspiegelung mit Wiederholung nach zehn Jahren

ab 55 Jahren:
 
  • Darmkrebsfrüherkennung: Entweder alle zehn Jahre Darmspiegelung sowie Tastuntersuchung des Enddarms (Standardmethode)
  • oder alle fünf Jahre alleinige Enddarmspiegelung sowie jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl
  • oder jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl

ab 65 Jahren:
 
  • Ultraschall der Bauchschlagader zur Früherkennung von Aussackungen 

Die überwiegenden Vorsorgeuntersuchungen für Männer, wie oben genannt, können Sie bei Ihrem Hausarzt wahrnehmen und sind zeitlich nicht sehr aufwendig. Durch ein persönliches Gespräch über Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, einer gründlichen körperlichen Untersuchung oder mit Hilfe einer Blutentnahme bzw. Stuhlprobe, können bereits erste Diagnosen gestellt werden.

Der Zweck der Vorsorge

Die Vorsorgeuntersuchungen sollen bestimmte Krankheiten, die besonders bei Männern ab einem Alter von 50 Jahren auftreten können, frühzeitig erkennen. Je rechtzeitiger sie erkannt werden, desto besser ist die Behandlung bzw. Heilung. Achten Sie besonders auf die Prävention von Krebsarten wie Haut-, Prostata- und Darmkrebs. Nutzen Sie den folgenden Link, um weitere Informationen zur Krebsvorsorge bei Männern zu erhalten.

Viele denken, dass die dreijährliche umfassende Untersuchung für Männer, neben der Früherkennung von Krebs erst im Alter von 40 Jahren begonnen werden kann. Tatsächlich sind bereits ab dem 35. Lebensjahr die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen der sogenannten "Zivilisationskrankheiten" durch die Krankenkassen abgedeckt, da sie meistens mit dem Lebensstil und der Ernährung im Zusammenhang stehen. Hier sind zum Beispiel Bluthochdruck und Herzerkrankungen zu nennen.

Diese Krankheiten bringen im unbehandelten Fall ein hohes Gesundheitsrisiko mit sich und können langfristig ernsthafte Schäden verursachen.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen können die Ärzte erste Anzeichen von psychischer Belastung und Erkrankungen wie Depressionen, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit und Burnout, aber auch eine persönliche Belastung erkennen. Es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten und Behandlungsansätze für die Betroffenen und ihre Angehörigen, die Ihnen der Hausarzt bei Bedarf erläutert.

Einige dieser Krankheiten sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die betroffene Person zunächst nicht bemerkt und nur die Langzeitfolgen (wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein zu spät gefundener Tumor) diagnostiziert werden können. Darüber hinaus ermöglichen diese Untersuchungen, Ihre Impfungen aufzufrischen und können dazu dienen, über andere empfohlene Impfstoffe für Männer Ihres Alters informieren.

Früherkennung von Darmkrebs

Die dritthäufigste Krebserkrankung deutscher Männer ist der Darmkrebs. Meistens erfolgt eine Erkrankung in der zweiten Lebenshälfte ab dem 55. Lebensjahr, jedoch kann der Krebs in einem frühen Stadium operativ entfernt und gut behandelt werden.

Die vorbeugende Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung umfasst die allgemeine Anamnese durch den Hausarzt in Bezug auf die Ess- und Lebensgewohnheiten, wie das Abtasten des Rektums oder Enddarms mit den Fingern. 

Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader

Die Ultraschallbehandlung um abdominalen Aortenaneurysmen (Gefäßaussackung der Bauchaorta) vorzubeugen, ist eine neue Untersuchungsmethodik der Früherkennung und wird bei Männern ab dem 65. Lebensjahr als einmalige Vorsorgeuntersuchung angewandt.

Eine Bauchaortenaneurysma kann durch viele Faktoren verursacht werden, so sind ein höheres Alter, Rauchen oder bestehender Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck und Arteriosklerose (Arteriosklerose) Ursachen hierfür. In Deutschland leiden etwa 3,5 Prozent der Menschen an einer abdominalen Aortenaneurysma und Männer haben im Vergleich zu Frauen ein höheres Risiko zu erkranken.

Wie viele Krankheiten kann ein abdominales Aortenaneurysma lange Zeit keine Symptome verursachen. Wenn jedoch eine bestimmte Größe überschreiten wird, besteht die Gefahr eines Bruchs, der zu massiven Blutungen in der Bauchhöhle führt und das Leben gefährden kann. Durch die Früherkennung mit Hilfe der Ultraschallbehandlung können Ärzte die Gefäßwand der Bauchaorta beurteilen. Wenn ein Aneurysma vorliegt, werden regelmäßige Nachuntersuchungen je nach Schweregrad durchgeführt oder man stabilisiert die Gefäßwand an dieser Stelle operativ, um einen plötzlichen Bruch zu verhindern.

Urologische Vorsorgeuntersuchung

Männer ab 40 Jahren sollten früher oder später die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen durchführen lassen. Diese für manche Männer unangenehme Untersuchung hat leider immer noch ein recht schlechtes Image, jedoch überwiegen die Vorteile für eine Durchführung.

Ab dem 45. Lebensjahr hat jeder Anspruch auf eine jährliche urologische Vorsorgeuntersuchung. Hierbei werden die Genitalien und Leistenlymphknoten abgetastet, wobei die Größe und die Konsistenz der Prostata mit dem Finger über den Enddarm untersucht wird, um eine Krebserkrankung der Genitalien, der Prostata oder des Rektums ausschließen zu können.

Die häufigste Tumorerkrankung bei deutschen Männern ist der Prostatakrebs. Die Symtome treten bei 15 Prozent des männlichen Geschlechts auf und führen bei bösartigem Befund bei der Hälfte der Betroffenen sogar zum Tode. Deshalb ist die Vorsorgeuntersuchung der Prostata so wichtig, da bei einer frühzeitigen Diagnose durch den Urologen viele gute Behandlungsansätze zur Auswahl stehen und im besten Fall eine Heilung des Prostatakrebses möglich ist.

Bei der Untersuchung durch den Urologen kann festgestellt werden, ob eine Vergrößerung der Prostata, medizinisch benigne Prostatahyperplasie bezeichnet, vorliegt. Etwa ein Drittel der Männer über 50 Jahren leiden unter dieser gutartigen Gewebeveränderung. Der Gewebeanstieg verursacht nicht unbedingt Symptome oder Beschwerden, kann allerdings ab einer bestimmten Größe eine Harnröhrenverengung hervorrufen. Dies resultiert dann in Problemen beim Wasserlassen und kann Schmerzen oder zu häufigen Blasenentzündungen führen.

Sollten Sie oder Ihre Angehörigen unter diesen Symptomen leiden, dann suchen Sie bitte Ihren Hausarzt oder Urologen auf.

Idealerweise sollten Sie alle Angebote zur Gesundheitsprävention der gesetzlichen Krankenkassen nutzen. Die allgemein notwendigen Vorsorgeuntersuchungen sind hilfreiche Werkzeuge zur Erhaltung Ihrer Gesundheit, daher gehen Sie als gutes Vorbild voran, um andere damit zu ermutigen. Für alle wichtigen Informationen zur medizinischen Prävention ist Ihr Hausarzt der erste Ansprechpartner.
 

Weitere Informationen zur Kostenübernahme von Pflegehilfsmitteln


Anzeige

Kommentare (0)


Anzeige