Wenn aus Eltern Großeltern werden

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Eigentlich denkt man ja, dass man aus dem Gröbsten heraus ist. Die eigenen Kinder sind groß und aus dem Haus, man hat sich gerade als Paar wieder neu gefunden und genießt die Zweisamkeit (oder ist wieder Single – auch das kann angenehm sein). Dann die Nachricht: Enkelkinder sind unterwegs. Das ist mit Unsicherheit verbunden. Zuerst einmal dürfte man sich freuen, selbstverständlich. Kinder sind fantastisch, egal wer sie bekommt und warum. Aber dann setzt auch irgendwann Ernüchterung ein: Die eigenen Kinder – Eltern? Schaffen die das? Die benötigen doch bestimmt Unterstützung! Und vor allem: Opa oder Oma sein – ist man wirklich schon so alt?
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©MabelAmber | Pixabay.com

Alter ist relativ

Um es gleich vorweg zu nehmen: Großeltern sind nicht alt. Manche werden mit 40 zu Großeltern (wenn andere sich gerade auf ihr erstes Kind vorbereiten), andere mit 60 oder 70 Jahren. Ist man dann alt? Nein, eigentlich nicht. Denken Sie mal nach: Viele, vor allem karrierebewusste Menschen, bekommen ihre Kinder heutzutage zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Die Rente mit 70 ist im Gespräch, und Menschen ab 60 werden als "Best Ager" bezeichnet. Das alles deutet darauf hin, dass man in diesem Alter gerade erst zu leben anfängt, nicht? Man sollte also vielleicht umgekehrt fragen, ob man Menschen unter 50 oder 60 Jahren mit ihrer kurzen Lebenserfahrung überhaupt immer als erwachsen bezeichnen muss. Davon abgesehen: Kinder halten jung. Sie fordern, körperlich und geistig, fordern auch manchmal heraus und überfordern. Und genau darin liegt der Reiz: Der Mensch wächst an seinen Aufgaben. Entspannen Sie sich also, Sie sind nicht alt, auch nicht, wenn Sie sich nach einem Tag mit Krabbelkind so fühlen. Andererseits ist es ganz normal, dass man sich mit der neuen Rolle erst einmal anfreunden muss und aus der eigenen Elternschaft heraus in die Großelternschaft hineinwachsen muss. Das braucht Zeit, und die Rollenfindung ist nicht immer nur mit Unbeschwertheit und guter Laune verbunden. Womit das nächste Thema bereits angesprochen ist.

Großeltern sind keine Ersatzeltern

Sie dürfen und sollen Ihre Kinder natürlich unterstützen, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sich um die Enkelkinder kümmern. Das ist nicht nur Ihr gutes Recht, sondern vielleicht auch ein bisschen Ihre Pflicht. Aber Sie sind eben die Großeltern, nicht die Eltern. Die Verantwortung für das Kind, für Erziehung, Wohlergehen, Entwicklung und Förderung liegt bei den Eltern, nicht bei Ihnen. Das heißt einerseits, dass Sie in Kinder- (beziehungsweise Enkel-)fragen Ihren eigenen Kindern gegenüber nicht mehr weisungsbefugt sind. Was auch immer Sie von deren Erziehungsstil halten: Solange Sie nicht um Rat gebeten werden, sollten Sie es entweder für sich behalten oder nur sehr vorsichtig formulieren. Andersherum ausgedrückt: Sie dürfen jetzt all das tun, was Ihre Eltern taten, als Ihre Kinder klein waren. Verwöhnen Sie Ihre Enkel. Machen Sie all den Unfug und Blödsinn, für den Sie selbst Ihre Großeltern so geliebt haben und einige Jahre später Ihre eigenen Eltern verurteilten. Zu einer Großeltern-Enkel-Beziehung gehört es dazu, dass die Kinder bei Ihnen das dürfen, was Mama und Papa ihnen niemals erlauben würden. Nehmen Sie sich die Freiheit.

Kindererziehung ist mehr Mode als Wissenschaft

Sie haben gelernt, dass Stillen ungesund ist, Kinder nur alle vier Stunden gefüttert werden dürfen und unbedingt von Anfang an durchschlafen sollten. Nun, das war in den späten 1970ern bis in die 1990er Jahre hinein normal. Zu der Zeit war man der festen Überzeugung, dass nur mit frühstmöglicher Disziplin auf ganzer Linie aus den Kindern Erwachsene werden können. Heute ist das anders: Die Kinder werden so lange wie möglich gestillt, Flaschenmilch gilt als möglicher, aber qualitativ minderwertiger Ersatz. Die Kinder bekommen immer dann Essen und/oder Trinken, wenn sie es brauchen, unabhängig von Uhrzeit und Rhythmus. Viele Eltern bestehen darauf, dass die Kinder in ihrem Schlafzimmer oder gar Bett schlafen, und dazu auch noch in der Position, die die Kinder selbständig einnehmen – von Anfang an. Das hat zwar auch wissenschaftliche Hintergründe, ist aber genauso der Mode unterworfen. Während es vor einigen Jahrzehnten modern war, sich als Eltern mit einem wohlerzogenen Kind zu schmücken, aber eben den eigenen Lebensweg so unabhängig wie möglich zu verfolgen, wird das Leben der Eltern heute stärker an den Bedürfnissen der Kinder ausgerichtet. Und wer weiß, wie das in weiteren 20 Jahren aussieht? Vielleicht ist dann wieder Disziplin gefragt. Übrigens fangen diese unterschiedlichen Lebensstile von Kindern und Eltern nicht erst bei Geburt an: Schon in der Schwangerschaft ist heute einiges anders als früher. Das betrifft sowohl die Berufstätigkeit der Frauen als auch die Geburtsvorbereitung und die Anwesenheit der Väter während der Geburt.

Nicht alles ist anders

Das mag jetzt so klingen, als hätte sich alles in den letzten Jahren verändert. Das ist aber nicht so. Junge Mütter suchen immer noch als erstes bei ihrer eigenen Mutter Rat, wenn Not am Mann (oder an der Frau) ist. Nach wie vor sind die Großeltern als Babysitter die absolute Nummer Eins, und in vielen Familien sind weiterhin die Großeltern die Ansprechpartner der Kinder, wenn diese eine Vertrauensperson brauchen. Das lässt sich ganz einfach erklären: Die Großeltern sind weniger streng, haben mehr Lebenserfahrung und reagieren in den meisten Belangen sehr viel gelassener als die Eltern. Das spüren Kinder. Genießen Sie es!
 
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