Mitgliederübersicht Alphonse

Benutzerprofil von Alphonse

Alphonse
Alphonse
offline
Dabei seit: 05.12.2020

Sympathie-Punkte
13
Besucher: 146
Freunde: 0
Forum: 128

Alphonse .


In diesem in der deutschen Übersetzung 2009 erschienenen Kriminalroman schildert Simon Beckett das Schicksal des autistischen Jungen Jacob und dessen Kontaktpersonen.Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Sarah entdeckt der verwitwete Modefotograf Ben, dass seine Frau nach dem Tod ihres eigenen Säuglings ein anderes Baby (Steven/Jacob) aus einem Krankenhaus entführt hat und als ihr eigenes Kind ausgegeben hat.Ben, der ein enges positives Verhältnis zu seinem autistischen „Stiefsohn” Jacob entwickelt hat, akzeptiert schweren Herzens, dass er in die Ob-hut seines biologischen Vaters übergeben wird. Das gerichtlich genehmigte Besuchsrecht. Bens wird aber vom psy-chisch gestörten, aggressiven Vater Jacobs auf brutale Weise torpediert.Ben sammelt fotografische Beweise, um trotz der Voreingenommenheit der Behörden gegen ihn selbst gegen Jacobs Vater vorgehen zu können und wieder einen engeren Kontakt zu Jacob herzustellen, entwickelt dabei aber auch eine obsessiv-erotische Pseudobeziehung zur zweiten Frau des leiblichen Vaters Jacobs, der schließlich auch vor weiterer brutaler Gewalt und Mord nicht zurückschreckt. Nach dem Tod des biologischen Vaters sehen Jacob und Ben einer stark belasteten positiveren Zukunft entgegen. Weitere in diesem Roman angesprochene Themen sind Liebe, Partnerschaftsprobleme, Prostitu-tion und die Realität der Modebranche. Die Stärke dieses z. T. spannenden Romans liegt vor allem in der sehr rea-listischen und einfühlsamen detaillierten Erfassung des Verhaltens eines autistischen Kindes, wohingegen die Handlung z. T. doch sehr konstruiert erscheint.
 


In diesem in der deutschen Übersetzung 2020 erschienenen Psychothriller  stellt  John Katzenbach die mörderische Jagd eines intelligenten, vermögenden und psychisch gestörten Killers auf die ehe-malige Geliebte seines labilen Bruders und die  Tochter(Sloane), die aus dieser Beziehung hervor-gegangen ist. Nachdem Maeve das Brüderpaar mehrmals enttäuscht hat, beginnt der Rachefeldzug, der sich zu einem jahrzehntelangen Katz-und-Maus-Spiel entwickelt, das  Meave mit ihrer Tochter  in eine illegale, anonyme Isolation treibt, unter der nicht nur diese beiden Opfer leiden. Dieses mörderi-sche „Spiel” überlebt  schließlich nur die Architekturstudentin Sloane. Großen Raum in diesem Roman nehmen  auch die  Themen  Stalking  und Familie und Doppelleben  ein.                                               Die Charakterisierung der Hauptpersonen ist meist  sehr detailliert  und hat  auch einige mysteriöse  Züge. Trotz einiger Längen ist der Roman oft spannend. Insgesamt erscheint die Handlung aber sehr konstruiert und in mancher Hinsicht unrealistisch.                                                                                Trotz etlicher Realitätsbezüge und seines Spannungsgehalts ist dieser Roman nur  Lesern zu empfehlen, die extreme Psychothriller mögen.
 

hat das Thema Die Komplizen John Katzenbach im Forum Literatur eröffnet


In  diesem in der deutschen Übersetzung  2022  erschienenen Thriller  schildert  John  Katzenbach den Kampf zwischen einer im Internet (Darknet) kommunizierenden  fünfköpfigen Bande von skrupellosen Serienmördern und  einem Schülerpärchen (Connor und Niki), das zufällig auf die Internetseite der Killer-bande stößt und sie in der Annahme, diese Internetseite sei ein ma-kabrer Scherz, provoziert. Die Dar-stellung des gnadenlosen Rachefeldzugs der Killer ist mit einem beängstigend detaillierten auch auf die Serienmörder   bezogenen Perspektivenwechsel verbunden, wobei auch das Thema Selbstjustiz angesichts des teilweisen Versagens von Polizei und Justiz eine wichtige Rolle spielt. Besonders Connor, der lange die Ermordung eines betrunkenen Verursachers des Unfalltods seiner Eltern erwägt und diesbezügliche Re-cherchen im Internet macht, und auch sein Großvater(ein Vietnamveteran) stoßen  nach der ersten ge-scheiterten Racheaktion der Killerbande immer wieder auf das extreme Misstrauen der er-mittelnden Po-lizei. Connor und seine Helfer setzen sich unter großen Verlusten schließlich mit Waffengewalt und unter Einsatz digitaler Technik  gegen die Killerbande durch. Das letzte überlebende Mitglied  der Bande wird zu einem Selbstmord genötigt.                                                                                                                          Der Roman ist insgesamt trotz einiger Längen hinsichtlich der Perspektive der Serienmörder sehr span-nend. Die ausführliche Erfassung der Perspektive der Killer wirkt auf mich aber  sehr abstoßend  und  sehr konstruiert, erscheint aber dennoch nicht ganz unrealistisch. Trotz dieser sehr makabren Aspekte dieses Romans gelingt es dem Autor,  die  sympathischen Gegenspieler der Killerbande mit viel Einfühlungsver-mögen  dazustellen. Weitere mit der Haupthandlung verbundene Themen  dieses Romans  sind das Schicksal von Waisen, Generationskonflikte, Schwächen im Polizei-  und Justizapparat, der Vietnamkrieg, das Waffenrecht der USA, Probleme in Partnerschaft und Familien  sowie Schwierigkeiten und Chancen von Ärzten und Pflegekräften.                                                                                                                                 Insgesamt ist dieser Roman trotz etlicher Schwächen vor allem wegen seines Spannungsgehalts  und  der ermutigenden Message  der Möglichkeiten  einer erfolgreichen  Abwehr von Gefahren aus dem Internet lesenswert, reizt aber auch zum Widerspruch.
 

hat das Thema Takeover Adler-Olsen im Forum Literatur eröffnet


In diesem in der deutschen Übersetzung 2015 veröffentlichten Polit-Thriller von  Adler- Olsen  beschäftigt sich  der Autor im Wesentlichen mit Bezug auf das Jahr 1996  und auf illegale internationale Waffenge-schäfte  mit der dubiosen Rolle einer  kriminell handelnden Finanzberatungs-firma und Geheimdiensten des Iraks, der USA und Israels, wobei er sich auf gesicherte und ungeklärte  historische Fakten bezieht. Chef dieser Finanzberatungsfirma ist der lange Zeit skru-pellos handelnde Peter de Boer, der sich in seine in-telligente Mitarbeitern Nicky Landsaat verliebt, die durch ihre problematische Familiengeschichte belastet ist. Beide Hauptfiguren  werden von Geheimdiensten  und ihren Helfern  lebensbedrohlich  gefährdet, wol-len aber schließlich nach Indonesien flüchten und sich damit von ihrer problematischen Vergangenheit lösen.                                                                                                                                                            Ja, wie in vielen anderen Rezensionen kritisiert, ist dieser Roman trotz seines Spannungsgehalts oft ver-wirrend und wirkt in vielen Teilen sehr konstruiert bzw. unrealistisch, was auch für die Per-sönlichkeitsent-wicklung der beiden Hauptpersonen  sowie z.T. für  mysteriöse kulturelle Aspekte Indonesiens gilt. Andererseits thematisiert der Autor- wenn auch in einer sehr überspitzten Form- tatsächlich existierende Fehlentwicklungen in  der internationalen Finanzwelt sowie in der Politik und der Welt der Geheimdienste.  Dieses  Buch ist   nicht uninteressant, aber es erfordert ein hohes Maß von Konzentration eines kritischen Lesers.
 


Im  diesem 2023 veröffentlichten Sachbuch, dem vierten Band seiner Philosophiegeschich-te, beschreibt, bewertet und vergleicht  der Autor philosophische Konzepte aus der ersten Häfte des 20. Jahrhunderts (z. B. Husserl, Croce, Cassirer, Heidegger, Wittgenstein, Bloch, Benjamin, Vaihinger,Whitehead, Russell). Das sehr informative Buch, das zumindest beim nicht philo-sophisch vorgebildeten Leser ein sehr hohes Maß an Konzentration voraussetzt trotz des anerkennenswerten Bemühens  des Autors um  eine verständliche Ausdrucksweise, verfügt über ein ausführliches Literatur- und Personenverzeichnis sowie über ein Sachre-gister. Seine Ausfüh-rungen  belegt der Autor an etlichen Stellen mit  präzisen direkten oder indirekten Zi-taten. In Anbetracht der Fülle des Materials ist es nachvollziehbar, dass Precht eine Auswahl sowohl der thematisierten Philosophen als auch ihrer Hauptideen vornimmt, auch wenn dabei manche Fragen offen bleiben. Inhaltlich konzentriert sich der Autor auf die Abkehr der modernen Philosophien von der traditio-nellen Vernunftphilosophie und auf  ihre Beziehungen zur Mathematik, zu Naturwissenschaften, Soziologie und Psychologie. Auch  historische Fakten, vor allem die Katastrophen der beiden Weltkriege, werden in ihrer Wechselwirkung mit der  Philosophie angesprochen. Sowohl die behandelten modernen Philosophen als auch Precht stellen z. T. neue Fragen nach dem Wesen des Lebens, der Rolle des Bewusstseins und der damit verbundenen Logik der Sprache, ohne letztlich gänzlich zufriedenstellende Lösungen anzubieten.
Einige sprachliche Fehler(Druckfehler?), die vielleicht manchmal von Precht  etwas zu subjektive  oder zu verkürzte Auswahl und Bewertung der dargestellten Konzepte, der  Vergleich mit älteren philosophischen Konzepten, die nicht jedem Leser bekannt sein dürften und die  z. T. etwas vagen  bzw. nur schwer nach-prüfbaren indirekten Zitate  sind leichte Mängel  dieser unkonventionellen Philosophiegeschichte.             Für mich ist dieses Buch auch eine Anregung, mich mit einzelnen philosophischen Konzepten anhand der Originalschriften genauer zu befassen und zu eigenen Werturteilen zu kommen. Insgesamt ist dieses Sach-buch vor allem für nicht vorgebildete philosophisch Interessierte eine  anregende, aber schwierige Lektüre, die  trotz der Wertungen des Autors zu eigenem Nach-denken provozieren sollte.
 

hat das Thema Erlösung Thriller von Adler-Olsen im Forum Literatur eröffnet


In diesem in der deutschen Übersetzung 2011 erschienenen Thriller(Band 3 der Carl-Moerck-Reihe) schildert Adler-Olsen die Aufklärung  Serie von  Morden an Kindern von Sektenmitgliedern durch den Vizepolizeikommissar Carl Moerck und seine exotischen Helfer Assad und Rose. Nach schwierigen Ermitt-lungen gelingt es ihnen, den psychopathischen Mörder, der sich an Sektenmitgliedern rächt und bereichert, zu stellen und weitere Morde zu verhindern. Ein weiteres Zentrum der Handlung liegt in der Untersuchung einer mysteriösen Serie von Bränden und damit verbundenen Morden. Im Rahmen dieser Haupthand-lungen  beschäftigt sich der Autor auch mit den Themen Partnerschaft,Familie und Erziehung, Schizo-phrenie, Rassismus, Konflikte am Arbeitsplatz, Betreuung alter  oder behinderter Menschen sowie mit etlichen weiteren psychologisch interessanten Themen. Die Charakterisierung der Personen erscheint meist sehr einfühlsam, detailliert und dennoch prägnant, was auch durch den geschickten Wechsel der Perspektiven und der Zeitebenen noch verstärkt wird. Auch der Haupttäter ist auf tragische Weise  ein Opfer. Der häufig erkennbare humvorvolle Stil des Autors ist  an manchen Stellen etwas grenzwertig bzw. reizt zur Kritik. Die Handlung wirkt zwar z. T. etwas zu konstruiert, erfasst aber durchaus viele  reale Proble-me.  Insgesamt ist dieser  sehr spannende Roman trotz geringfügiger Schwächen sehr lesenswert.
 

hat das Thema Erwartung Thriller Adler-Olsen im Forum Literatur eröffnet


In diesem in der deutschen Übersetzung 2013 erschienenen Thriller  schildert  Adler-Olsen  die Aufklärung  von Bandenkriminalität und Korruption  durch den kauzigen Vizepolizeikommissar Carl Moerck und seine Helfer Assad, Rose und Gordon. Im Mittelpunkt der Handlung steht der wissbegierige junge Marco, der aus einer von seinem brutalen, gewinnsüchtigen und despoti-schen Onkel Zola geführten Jugendbande fliehen will  und damit einem mysteriösen Mord auf die Spur kommt. Eine zweite Ebene der Handlung ist geprägt durch  korrupte hohe Regierungsbe-amte und Bankmanager, die sich an Entwicklungshilfegeldern berei-chern  und dabei in Kamerun und in Dänemark nicht vor Morden zurückschrecken. Weitere vom Autor an-gesprochene Themen sind Konflikte mit Vorgesetzten, Partnerschaftsprobleme, Rassismus, Behinderung und chronische schwere Erkrankungen, Kindersoldaten  sowie  weitere gesellschaftliche Außenseiter. Das Buch ist trotz einiger Längen oft sehr spannend und weist viele humorvolle Passagen auf.Die Charakterisie-rung der Hauptpersonen ist  oft prägnant und einfühlsam. Störend sind nur etliche derbe Passagen, in de-nen der erkennbare Humor doch sehr grenzwertig bzw. unpassend erscheint (Frauen,Assad). Die Handlung wirkt an etlichen Stellen etwas zu konstruiert bzw. überspitzt, aber die angesprochenen gesellschaftlichen Probleme sind durchaus real. Insgesamt ist dieser Thriller trotz einiger Schwächen lesenswert.
 


In  diesem  in der deutschen Übersetzung 2014 erschienenen Thriller der Carl –Moerck-Reihe schildert Adler-Olsen wieder einmal die Aufklärung einer lange unaufgeklärten mysteriösen Mordserie durch den kauzigen Vizepolizeikommissar Carl Moerck und seine Assistenten Rose und Assad. Angesichts der vielen bereits vorliegenden Rezensionen beschränke ich mir hier auf einige wenige persönliche Eindrücke. Im Zentrum der Handlung stehen die tragischen  Erlebnisse von Nete Rosen im Zusammenhang mit grausa-men Zwangssterilisationen  und diesbezüglichen weiteren kriminellen Machenschaften  rechtsradikaler Kräfte um den Gynäkologen Curt Wad. Weitere Themen dieses Romans sind Ehe- und Partnerschafts-probleme,Erziehungsprobleme und damit verbundene psychische Belastungen, Krankheiten und Rassis-mus.                                                                                                                                                              Ja, das Buch umfasst auch etliche irrationale Elemente hinsichtlich des Handlungsverlaufs und der  Dar-stellung der Charaktere. Trotz des deutlich  an manchen Stellen erkennbaren  und die Lektüre auflockern-den Humors  muss man sich fragen, ob  dieser Humor zu der  Tragik der dargestellten menschenfeind-lichen  rassenhygienischen Hintergünde der Handlung passen. Manche saloppe oder vulgäre  Anspie-lungen Carl Moercks und seiner  Mitstreiter grenzen an Ausländerfeindlichkeit oder Frauenfeindlichkeit, auch wenn sie immer wieder durch positivere Anmerkungen relativiert oder korrigiert werden.  Dennoch ist der Roman spannend  und auch als interessanter historischer Kriminalroman einzuschätzen, der zum Nachdenken über deutsche und dänische Geschichte anregt. Positiv zu bewerten ist auch die sehr differenzierte einfühlsame Erfassung der Hauptpersonen der Handlung.
 

hat das Thema Schändung Adler Olsen im Forum Literatur eröffnet


In diesem in einer deutschen Übersetzung 2013 veröffentlichten Thriller  schildert Adler-Olsen die langwierige Aufklärung einer z. T. 20 Jahre zurückliegenden Serie von Gewalt und Morden durch den Sonderermittler Carl Moerck und seine Helfer, die eigenwillige und intelligente Sekretärin Rose und  seinen mysteriösen und pfiffigen Assistenten Assad. Es wird bald klar, dass eine kriminelle Bande von ehemaligen Schülern eines  Internats für Kinder  von sehr reichen Bürgern Dänemarks die Hauptverantwortung trägt. Einer der 5 Täter, der einen Doppelmord gestanden hat, verbüßt als vermeintlich Alleinschuldiger eine langjährige Gefängnisstrafe, streicht aber  trotz seiner Inhaftierung enorme Aktiengewinne ein. Diese Tatsache und weitere Ungereimtheiten veranlassen Moerck und seine Helfer zu  weiteren zähen Ermit-tlungen. Dabei wird deutlich, dass die verdächtigten ehemaligen Internatsschüler nicht nur brutale Gewalt-täter sind, sondern auch emotional  schon in ihrer Kindheit und Jugend  von ihren Eltern  vernachlässigt und massiv in ihrer Persönlichkeitsentwicklung geschädigt  worden sind. Die  psychisch belastete Haupt-täterin, die sich für  Gewalttaten ihrer  Mittäter an ihr selbst rächen will und ansatzweise Reuegefühle für ihre Gewalttaten empfindet, realisiert schließlich ihre  Form von Selbstjustiz und  trägt dazu bei, dass Moerck und Assad sich aus einer scheinbar ausweglosen Situation befreien können.                                Das Buch ist spannend und  beschreibt brutale Gewalttaten, über deren so breite Darstellung man sich streiten kann. Ich persönlich finde diese Darstellung von Gewalt zu exzessiv. Dennoch ist es auch ein gesellschaftskritischer Roman, der trotz einer spektakulären Überspitzung  die Frage nach den moralischen Grundlagen einer  vermögenden scheinbaren Elite stellt. Trotz aller Brutalität enthält dieser Roman aber auch viele komische Elemente und erfasst auch Themen wie Liebe, Partnerschaft, Krankheit und körper-liche Behinderung, Korruption bzw. Vetternwirtschaft, Fehler  und Spannungen in der Polizeiarbeit sowie die Rolle von betreuenden Psychologen. 
Insgesamt ist dieser Roman ein lesenswerter Kriminalroman, den ich trotz einiger Bedenken empfehlen kann.
 


Ich wollte mal wieder einen spannenden und historisch fundierten Kriminalroman lesen, bin aber nach der Lektüre dieses Romans etwas enttäuscht. In diesem in der deutschen Übersetzung 2014 erschienenen historischen Kriminalroman schildert Paul Grossman das Leben des aus Hitler-Deutschland  1933 nach Paris geflohenen jüdischen Kriminalkommissars Willi Kraus. Auf der verzweifelten Suche nach einer  Arbeit zwecks Existenzsicherung akzeptiert Kraus den  Auftrag eines Detektivbüros, einen Studenten zu beschat-ten. Als Kraus Zeuge der Ermordung des Studenten wird, will er unbedingt dessen Mörder finden. Im Zuge seiner Ermittlungen wird er mit weiteren Morden konfrontiert und entdeckt schließlich mehrere Verschwö-rungsgruppen bzw. kriminelle Vereinigungen im Bereich der Kriminalpolizei und der Geheimpolizei. Dabei verliebt er sich auf tragische Weise in die zwielichtige Ex-Freundin (Vivi) des ermordeten Studenten. Erst sehr spät erkennt Kraus, dass die Ermordung von Mitgliedern einer revolutionär-sozialistischen Gruppe gezielt aus Kreisen der Polizei, der Geheimpolizei und mächtiger Finanzkreise gesteuert wird, wobei er selbst systematisch manipuliert und als Werkzeug benutzt wird. Dies bringt ihm zwar schließlich  die ersehn-te Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis ein, erzeugt in ihm aber eine große Frustration angesichts der Straf-losigkeit vieler Drahtzieher.                                                                                                                          Die Situation deutscher Flüchtlinge  wird mit viel Einfühlungsvermögen und historisch korrekt  erfasst. Auch die Brisanz politisch-sozialer Spannungen im damaligen Frankreich erscheint in Grundzügen  korrekt  dar-gestellt, wird aber doch sehr undifferenziert  beschrieben. Die Lektüre dieses erst in der zweiten Hälfte mäßig spannenden Romans erfordert ein sehr hohes Maß an Konzentration. Insgesamt gesehen erfüllt dieser Roman nicht meine Erwartungen an einen spannenden und geschichtlich differenzierten historischen Kriminalroman.
 


Anzeige