Alltagshilfen Treppenlifte

Barrierefreier Alltag: Treppenlifte für mehr Mobilität und Lebensqualität

Treppenlifte erleichtern den Alltag, verhelfen zu mehr Selbstbestimmtheit und versprechen neue Lebensqualität in den eigenen vier Wänden.

Mit einem Treppenlift lässt sich das Hindernis bequem überwinden ©pondchao | Fotolia.com


1. Treppenlifte: Ausstattung und Sicherheit

2. Voraussetzungen für den Treppenlift-Einbau

3. Treppenlifte im Außenbereich

4. Unterschiedliche Treppenlift-Systeme

4.1. Rollstuhllift

4.2. Plattformlift

4.3. Hublift

4.4. Senkrechtlift

5. Auf- und Abbau des Treppenlifts

6. Kosten von Treppenliften

7. Die finanzielle Unterstützung durch den Staat

8. Treppenlifte zur Miete

9. Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten Treppenlifts?


Unabhängigkeit und Mobilität bis ins hohe Alter – davon träumen mit Sicherheit all diejenigen, die sich ihren Lebensabend im eigenen Zuhause wünschen. Die Realität sieht aber häufig anders aus: Schmerzen in Fuß-, Knie- oder Hüftgelenken machen bereits wenige Stufen zur Qual. Dazu kommt die Angst vor Stürzen und Verletzungen. Der Gang in die obere Etage scheint manchmal unüberwindbar. Die Folge: Alltägliche Bewegung und Entfaltung werden erheblich eingeschränkt.

Umbaumaßnahmen in den eigenen vier Wänden sind daher oft notwendig, um sich den Alltag um ein Vielfaches zu erleichtern. Dabei wird vor allem die Erneuerung des Eingangsbereiches als besonders wichtig erachtet. Neben dem Umbau zu einem barrierefreien und altersgerechten Badezimmer sollte deshalb auch die Veränderung der Treppensituation in Betracht gezogen werden. Treppenlifte stellen hierbei eine Lösung dar, um das Hindernis in die nächste Etage in Minutenschnelle zu überwinden.

1. Treppenlifte: Ausstattung und Sicherheit

Sicherheit, Funktionalität und Zuverlässigkeit sind Grundvoraussetzungen bei der Installation von Treppenliften. Sowohl technische Vorgaben und Eigenschaften der jeweiligen Modelle als auch die individuelle Ausstattung und das Design haben hohe Priorität. Demnach werden die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse des Kunden stets in die Planung des Treppenliftes miteinbezogen. Die wohl größte Rolle spielt allerdings die Sicherheit für den Nutzer. Der Sicherheitshebel für bequemes Ein- und Aussteigen ist hierbei ebenso von Bedeutung wie die Stoppsensoren, die Hindernisse erkennen, wodurch der Treppenlift automatisch anhält und auf diese Weise einen Unfall vermeidet. Unerlässlich ist auch der Sicherheitsgurt, der den Nutzer vor Stürzen und Unfällen schützt. Praktisch: Der Treppenlift lässt sich platzsparend zusammenklappen und behindert so nicht die reguläre Benutzung der Treppe.

2. Voraussetzungen für den Treppenlift-Einbau

Eine anfängliche Skepsis, ob ein Treppenlift überhaupt für das eigene Heim geeignet ist, kann schnell beseitigt werden. Treppenlifte sind nahezu auf jeder Treppensituation – egal ob innerhalb oder außerhalb des Hauses –installierbar. Außerdem ist es nicht von Bedeutung, ob es sich um eine gerade oder kurvige Treppe, eine Wendel- oder Podesttreppe handelt. Auch das Material der Stufen spielt keine Rolle. Einzige Bedingung: Die Treppe sollte eine Mindestbreite von 70 Zentimetern messen.

Bei jedem Treppenlift handelt es sich um eine Maßanfertigung. Aufgrund des flexibel anpassbaren Schienensystems können die Lifte an die verschiedensten baulichen Voraussetzungen angepasst werden. Deshalb findet es sich auch für beinahe jede Treppe eine Lösung – unabhängig von den verschiedenen Rahmenbedingungen. Umbaumaßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich.

3. Treppenlifte im Außenbereich

Um Treppen und Absätze im Außenbereich ohne fremde Hilfe bewältigen zu können, ist die Installation eines Treppenlifts auch außerhalb der eigenen vier Wände möglich. Treppenlifte, die im Außenbereich installiert werden, müssen allerdings neben den allgemeinen Ansprüchen auf Komfort und Sicherheit auch den wechselhaften Witterungen standhalten. Egal ob Hitze, Feuchtigkeit, Regen oder Schnee – bei Treppenliften im Außenbereich sollte es sich um besonders robuste und unempfindliche Geräte handeln: Durch Korrosionsschutz und versiegelter Antriebselektronik ist auf die funktionierende Elektronik stets Verlass. Insbesondere in den kalten Wintermonaten ist auch eine rutschfeste Beschichtung der Liftfläche wichtig, um Stürze zu vermeiden.

4. Unterschiedliche Treppenlift-Systeme

Sitzlifte sind die mit Abstand am häufigsten gewählte Treppenlift-Art. Daneben gibt es weitere Alternativen, um jedem Bedürfnis gerecht zu werden. Denn für einen Rollstuhlfahrer kommt der klassische Sitzlift nicht in Frage.

4.1. Rollstuhllift

Ein Rollstuhllift transportiert den Rollstuhl auf einer Plattform und bringt ein Gesamtgewicht von bis zu 300 Kilogramm entlang des Treppenverlaufs sicher in die nächste Etage.

4.2. Plattformlift

Der Plattformlift kann gerade, kurvige und auch schmale Treppen überwinden. Zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen verhindern Unfälle wie beispielsweise ein versehentliches Abrutschen des Rollstuhls von der Plattform. Voraussetzung bei diesem Lift ist eine mindestens 90 Zentimeter breite Treppe. Die Preisspanne für einen Plattformlift liegt je nach Treppenart und Ort des Einbaus zwischen 8.000 und 20.000 Euro.

4.3. Hublift

Ein Hublift erscheint sinnvoll, wenn es sich bei der Treppe um einen recht niedrigen Treppenabsatz von bis zu 1,80 Meter handelt. Der Rollstuhl wird so vertikal auf die nächste Ebene gehoben. Der Aufbau des Hublifts erfolgt ohne großen Aufwand, unkompliziert und schnell. Die Kosten der Anlage liegen zwischen 5.000 und 10.000 Euro.

4.4. Senkrechtlift

Der Senkrechtlift verbindet zwei oder mehrere Etagen miteinander und wird individuell geplant und an die gegebenen Rahmenbedingungen angepasst. Ein spezieller Aufzugschacht oder Maschinenraum wird nicht benötigt, da der selbsttragende Lift von zwei Antriebsschienen gehalten wird, die eine Überwindung von Höhen bis zu drei Metern möglich machen. Der Lift kann innerhalb wie auch außerhalb des Hauses angebracht werden. Soll er allerdings im Inneren des Hauses installiert werden, ist eine kleine Aussparung in der Decke nötig, was in der Regel jedoch kein Problem darstellt. Die Kosten für den Senkrechtlift liegen bei mindestens 20.000 Euro.

5. Auf- und Abbau des Treppenlifts

Ist die Entscheidung für einen Treppenlift gefallen, wird zunächst vom Experten ein Aufmaß der Treppe genommen. Dieser dient als Basis für die exakte Anpassung an die jeweiligen baulichen Voraussetzungen. Einzelteile des Schienensystems werden angefertigt und später vor Ort zusammengebaut. Der Treppenlift-Einbau an sich nimmt nur wenig Zeit in Anspruch und normalerweise gerade einmal einen Vor- oder Nachmittag. Neben einer regelmäßigen Wartung des Treppenlifts stehen ein Reparatur- und ein 24-Stunden-Service zur Verfügung. Bei Störungen und Notfällen ist somit auf eine schnelle Hilfe Verlass.

Doch was passiert mit dem Treppenlift, wenn er nicht mehr benötigt wird? Steht beispielsweise ein Umzug ins Seniorenheim bevor, lässt sich der Treppenlift samt Schienensystem mit nur geringem Aufwand vom Fachmann abbauen. Viele Treppenlifthersteller bieten einen Rückkaufservice an und kümmern sich um eine fachgerechte Demontage.

TIPP DER REDAKTION:

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Treppenlift-Hersteller, unter welchen Voraussetzungen und finanziellen Rahmenbedingungen ein Rückkauf des Geräts möglich ist. Halten Sie die Bedingungen bereits beim Kauf des Treppenlifts vertraglich fest.

Aber auch unabhängig des Treppenliftunternehmens gibt es viele Anbieter, die Treppenlifte an- und verkaufen und im Zuge dessen auch den Auf- und Abbau des Lifts organisieren. Natürlich lassen sich Treppenlifte auch privat verkaufen, beispielsweise an Bekannte oder über das Internet. Die besten Rückkaufpreise sind mit einem hochwertigen und regelmäßig gewarteten Treppenlift eines bekannten Marken-Herstellers zu erwarten.

6. Kosten von Treppenliften

Die Kosten des Treppenliftes sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Neben der baulichen Situation spielen auch die jeweiligen persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des Kunden eine große Rolle. Ebenfalls Einfluss auf die Kosten nehmen:

  • der Treppenlift-Typ: Entscheiden Sie sich für einen kostengünstigeren Sitzlift oder ist die Installation für den Transport von Rollstühlen notwendig?
  • der Treppenverlauf: Wenn es sich um eine kurvige Treppe handelt, gestalten sich Bau und Installation des Schienensystems schwieriger als bei einer geraden Treppe.
  • das Schienensystem: Je mehr Etagen der Treppenlift überwinden muss, desto länger die Schienen des Schienensystems.
  • der Ort der Installation: Wird der Treppenlift im Außen- oder Innenbereich installiert?
  • das Modell: Unterschiedliche Treppenlift-Modelle verfügen über unterschiedliche Möglichkeiten, Einstellungen und Leistungen.
  • die individuelle Ausstattung: Sind Zusatzausstattungen gewünscht, wirken sich diese auf den Preis der gesamten Treppenliftanlage aus.

Die Preisspanne eines Sitzliftes bei einer geraden Treppe innerhalb des Hauses liegt durchschnittlich zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Bei einer Kurventreppe liegen die Kosten zwischen 8.000 und 15.000 Tausend Euro. Entsprechend teurer sind Anfertigung und Einbau von Plattform- und Hubliften. Einige Anbieter ermöglichen dabei eine Finanzierung zu günstigen Konditionen.

Hinzu kommt eine jährliche Wartung, deren Kosten zwischen 100 und 200 Euro liegen. Nur so können Störungen im Vorfeld beseitigt und verhindert werden. Die richtige Pflege garantiert eine lange Lebensdauer des Treppenlifts und zugleich die Sicherheit der Anlage.

7. Die finanzielle Unterstützung durch den Staat

Je nach Maßnahme unterstützen Bund und Länder die Finanzierung von barrierefreien Einrichtungen und Umbauten. Denn wenn Versicherte zu Hause gepflegt und betreut werden, ist es oft notwendig, ihr Umfeld an gegebene Situationen und Bedürfnisse anzupassen. Auf diese Weise kann eine kostengünstige Alternative zum Pflegeheimaufenthalt in Betracht gezogen werden. Zum 1. Januar 2015 wurden deshalb im Rahmen des neuen Pflegestärkungsgesetztes auch die Leistungen für wohnfeldverbessernde Maßnahmen erhöht. Wurde der Betroffene zuvor den Pflegegraden 2, 3, 4 oder 5 zugeordnet, kann er von der Pflegekasse je nach Maßnahme einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro erhalten. Ehepaare haben folglich einen Anspruch auf 8.000 Euro. Seit dem 1. Januar 2017 haben ergänzend auch Leistungsbezieher im Pflegegrad 1 Anspruch auf diese finanzielle Unterstützung. Wenn mehrere Antragsberechtigte zusammenwohnen, können sie sogar bis zu 16.000 Euro erwarten. Wie es der Name bereits erkennen lässt, muss es sich zur finanziellen Unterstützung tatsächlich um eine nachweisliche Verbesserung des Wohnfeldes handeln. Wer also den Einbau eines Treppenliftes plant, sollte sich im Vorfeld darüber informieren, inwiefern er finanzielle Unterstützung erwarten kann, und folglich einen Antrag bei der zuständigen Krankenkasse stellen.

HINWEIS DER REDAKTION:

Eine weitere Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten, bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit dem Programm „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)". Die KfW übernimmt dabei 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Der Antrag ist direkt bei der KfW zu stellen.

8. Treppenlifte zur Miete

Neben dem Kauf eines Treppenliftes gibt es Alternativen bei der Anschaffung.

Wird der Lift nur vorrübergehend benötigt, beispielsweise aufgrund einer Bein- oder Knieoperation, besteht die Möglichkeit, ihn zu mieten. Das gilt sowohl für die Installation im Innen- als auch im Außenbereich. Dabei variieren Miethöhe, Ratenzahlung und Rücknahme je nach Modell und Anbieter. Natürlich hängt die Höhe der Kosten für die Miete auch von Treppenlift-Typ und Treppenform ab. Zudem gibt es die Alternative, einen gebrauchten Treppenlift zu mieten oder zu kaufen.

HINWEIS DER REDAKTION:

Wer sich für den Kauf oder die Miete eines gebrauchten Treppenlifts entscheidet, kann auch hier eine Förderung der Pflegekasse von bis zu 4.000 Euro erhalten.

9. Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten Treppenlifts?

Unverzichtbar für die Installation des Treppenlifts ist die individuelle Anpassung des Fahrbahnsystems an das gegebene Wohnumfeld. Daher sind meist nur die Sitzgeräte an sich gebraucht zu kaufen. Trotzdem können auf diese Weise bis zu 50 Prozent des Neuwertes gespart werden. Die Qualität leidet darunter nicht. Einer professionellen Aufbereitung, Gewährleistung und Garantie der Anlage kann man sich allerdings nur beim Profi sicher sein. Im Übrigen können Treppenlift-Zuschüsse bei jeder Art von Treppenlift beantragt werden.

TIPP DER REDAKTION:

Liegt Ihnen noch kein Pflegegrad vor, sollten Sie im Zuge der Überlegungen bezüglich eines Treppenlift-Kaufs einen Pflegegrad beantragen. Denn wer aufgrund von Mobilitätseinschränkungen auf außenstehende Hilfe angewiesen ist, kann mit großer Wahrscheinlichkeit in einen Pflegegrad eingestuft werden.

Für jedes Bedürfnis findet sich also eine passende Lösung. Keine Angst mehr vor Stufen, Stürzen und Unfällen – ein barrierefreies Wohnen in den eigenen vier Wänden ist mit geringem Aufwand möglich!


 

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