Mobilität Mobilitätshilfen

Mobilitätshilfen: Bewegungsfreiheit und Autonomie bewahren

Im höheren Alter haben manche Menschen im Alltag Probleme damit, sich selbstständig zu bewegen und längere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Dank verschiedener Hilfsmittel können sie sich trotzdem ihre Mobilität bewahren. Mobilitätshilfen dienen zur Unterstützung im Alltag und helfen bei der Überwindung von Hindernissen – sie bringen also mehr Freiheit und Eigenständigkeit.

Viele verschiedene Hilfsmittel untersützen bewegungseingeschränkte Menschen in ihrem Alltag ©Ljupco Smokovski | Fotolia.com


1. Wie bereichern Mobilitätshilfen den Alltag?

2. Welche Mobilitätshilfen gibt es?

2.1. Gehstöcke

2.2. Seniorenfahrräder

2.3. Rollatoren

2.4. Elektromobile

2.5. Rollstühle

2.6. Treppen- und Plattformlifte

3. Was kosten Mobilitätshilfen und wie können sie finanziert werden?

3.1. Gehstöcke

3.2. Rollatoren

3.3. Rollstühle

3.4. Treppen- und Plattformlifte

3.5. Elektromobile


1. Wie bereichern Mobilitätshilfen den Alltag?

Gehhilfen vereinfachen das eigenständige Fortbewegen und unterstützen die Benutzer im Alltag – so werden zum Beispiel Spaziergänge und Museumsbesuche möglich. Auch ganz praktische Erledigungen werden wieder möglich gemacht, wie Einkaufen oder Arztbesuche. Es ist aber nicht ganz einfach, bei den vielen angebotenen Gehhilfen die Richtige zu finden.

Je nach Bedarf und Einschränkung unterscheidet sich auch die benötigte Unterstützung. Bewegung und Mobilität sind auch im zunehmendem Alter wichtig, um Alltagssituationen zu meistern. Ältere Menschen wollen möglichst genauso mobil sein wie in jungen Jahren. Um eigenständig einkaufen zu gehen oder aber auch ins Café, können die verschiedenen Möglichkeiten eine große Hilfe sein und den Benutzern eine große Last nehmen. Sie gewährleisten dadurch nicht nur die eigene Mobilität, sondern entlasten auch Angehörige oder Pflegekräfte.

2. Welche Mobilitätshilfen gibt es?

Es gibt verschiedene Mobilitätshilfen für verschiedene Bedürfnisse. Sie werden danach ausgewählt, welche Einschränkungen ein Mensch hat und welche Mobilität er sich wünscht. Also gibt es ganz unterschiedliche Arten, die Bewegungsfreiheit zu verbessern.

2.1. Gehstöcke

Für die einfache Stabilisierung beim Spazierengehen oder Einkaufen eignen sich Gehstöcke. Sie dienen lediglich dazu, die Gelenke zu entlasten. Der Gehstock muss zu seinem Benutzer passen – das heißt, die Länge des Gehstocks muss an Körpergröße und Gewicht angepasst sein. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Gehstock rutschfest ist. Denn ohne „Rutsch-Stopp" kann es in den kalten Jahreszeiten sehr schnell zu Unfällen kommen.

Auch sollten Benutzer auf die Belastbarkeit und Stabilität ihres Gehstocks achten. Schließlich ist es sehr wichtig, seinem Gehstock vertrauen zu können. Der Arzt hilft bei der Auswahl eines geeigneten Gehstocks – je nachdem, welche Bedürfnisse sein Patient in Bezug auf die eigene Mobilität hat.

2.2. Seniorenfahrräder

Auch bei eingeschränkter Beweglichkeit muss nicht auf Fahrradtouren verzichtet werden. Um sportlich aktiv und fit zu bleiben, ist der Radsport gut geeignet. Seniorenfahrräder sind stabil gebaut, damit es trotz altersbedingter Schwierigkeiten möglich ist, mit dem Fahrrad mobil zu sein. Die Seniorenfahrräder haben drei Räder: ein Rad vorne und zwei Räder hinten. Dadurch ist das Fahrrad stabiler und die Sturzgefahr sinkt. Manchmal verfügen sie auch über einen elektrischen Antrieb: Durch den eingebauten Elektromotor ist auch die Möglichkeit gegeben, gegebenenfalls auch ohne eigen Kraft weiterzufahren. Der Durchstieg des Rads ist tief gesetzt, damit das Aufsteigen angenehmer und einfach ist. Auch falls das Fahrrad nur nebenher mitgeschoben werden soll, kann der Lenker ideal als Gehhilfe benutzt werden. Er ist zum Abstützen geeignet und dementsprechend gebaut. Das Fahrradfahren schont auch die Gelenke, trainiert die Muskeln und hält länger fit. Auf dem Rad wird weniger Kraft benötigt als beim Gehen. Der Sitz des Seniorenfahrrads ist breiter und individuell verstellbar.

2.3. Rollatoren

Rollatoren sind Gehhilfen, die auf sehr vielfältige Arten benutzt werden können. Sie dienen zum Beispiel auch als Sitzmöglichkeit. Ein Korb ermöglicht das leichte und problemlose Transportieren von Gegenständen – das ist sehr nützlich, wenn Einkäufe verstaut werden sollen. Durch die Stützmöglichkeit eignet ein Rollator sich hervorragend für Menschen, die mehr Unterstützung beim Gehen brauchen, aber noch selbstständig gehen können. Es gibt bei den Rollatoren auch das Leichtgewichtmodell, das sich unter anderem für das Überwinden von Bordsteinen gut eignet. Außerdem sind viele Rollatoren leicht klapp- und faltbar und können so ohne große Umstände verstaut oder transportiert werden.

HINWEIS DER REDAKTION:

Sie sollten darauf achten, dass der Rollator mit einer Feststellbremse ausgestattet ist. Sie soll verhindern, dass der Rollator wegrollt, während er stehengelassen wird oder wenn der Benutzer auf ihm sitzt.

2.4. Elektromobile

Auch Elektromobile eignen sich gut, um den Alltag trotz eingeschränkter Mobilität selbstständig zu meistern. Die leisen, klappbaren Geräte sind ideal für längere Ausflüge.

Elektromobile gibt es in verschiedenen Varianten. Bei wenig Platz sollten eines mit drei Rädern erworben werden. Sie sind schmaler und benötigen weniger Platz. Drei-Rad-Modelle haben auch einen kleineren Wendekreis – deswegen eignen sie sich besser für den Einsatz in der Wohnung. Auch für kürzere Strecken in der Stadt sind sie ideal. Für lange Strecken eignen sich aber Elektromobile mit vier Rädern besser. Sie können auch unebenen Boden ohne Probleme bewältigen. Meistens sind sie auch schneller und sportlicher.

Es gibt auch Elektromobile mit zwei Sitzen, mit denen zwei Personen gleichzeitig fahren können. Sie eignen sich vor allem für Paare und Freunde, die gerne etwas zusammen unternehmen. Diese Elektromobile sind aber sperriger und brauchen größere Stellplätze.

Außerdem unterscheiden sich Elektromobile in der Höchstgeschwindigkeit, die sie erreichen können. Für Menschen, die eher kürzere Strecken zurücklegen wollten und in der eigenen Wohnung fahren möchten, ist ein Elektromobil mit einer maximalen Geschwindigkeit von sechs km/h völlig ausreichend. Wer gerne flott unterwegs ist oder weitere Strecken bewältigen will, wählt oft ein Modell, das bis zu 15 km/h erreichen kann.

2.5. Rollstühle

Egal ob als Rehabilitationsmaßnahme nach einer Operation oder wegen altersbedingten Problemen – Rollstühle können das Verletzungsrisiko vermindern und gerade für Menschen mehr Mobilität bieten, die ansonsten bettlägerig wären. Rollstühle unterschieden sich im Allgemeinen durch ihren Antrieb. Es gibt drei Möglichkeiten, sich mit einem Rollstuhl fortzubewegen. Oft kann auch je nach Situation eine geeignete Art der Fortbewegung gewählt werden:

  1. Der Rollstuhlfahrer den Stuhl selbst, indem er die beiden Räder zu seinen Seiten anschiebt. Diese Art der Fortbewegung eignet sich selbstverständlich nur dann, wenn der Fahrer genug Beweglichkeit und Kraft in den Armen hat.
  2. Jemand anderes schiebt den Rollstuhl an – so muss der Fahrer keine Kraft aufwenden, ist aber auch weniger selbstständig.
  3. Es gibt Rollstühle, die mit einem Elektromotor ausgestattet sind: So können sich auch Benutzer fortbewegen, die wenig Kraft in den Armen haben – und trotzdem selbstständig bleiben.

Es gibt natürlich auch andere Unterarten an Rollstühlen, die dann an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. So existieren zum Beispiel elektronische Rollstühle, die mit den Augen oder dem Mund gesteuert werden können – für Menschen, die ihre Hände nicht bewegen können.

Zum Duschen gibt es einen Duschrollstuhl, der sich durch sein Material von den normalen Rollstühlen unterscheidet. Er ist unempfindlich gegen Wasser und kann problemlos unter der Dusche genutzt werden. Außerdem eignen diese Rollstühle sich zur Benutzung der Toilette.

Gelände- und Outdoorrollstühle eignen sich hervorragend für unebenen oder weichen Boden. Sie sind sehr breit und die Räder haben einen speziellen Winkel, damit die Rollstühle nicht so leicht kippen können.

TIPP DER REDAKTION:

Besondere Strandrollstühle ermöglichen Ihnen einen entspannten Strandurlaub: Sie können mit den speziellen Ballonrädern ins Wasser. Dort schwimmt der Rollstuhl dann. Allerdings werden Sie für die optimale Sicherheit trotzdem einen Helfer brauchen, wenn Sie sich im Wasser aufhalten möchten.

2.6. Treppen- und Plattformlifte

Das eigene Zuhause kann Probleme verursachen für Menschen, deren Mobilität eingeschränkt sind – obwohl auch sie wie die meisten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen möchten. Eine dieser Gefahren kann das Überwinden einer Treppe sein. Wenn die Bewohner Schwierigkeiten damit haben, Treppen im eigenen Haus oder der Wohnung zu benutzten, sollten sie darüber nachdenken, sich einen Treppenlift zuzulegen. Durch die Anwendung dieser Mobilitätshilfe erleichtern sie sich den Alltag und vermeiden Stürze. Ein Treppenlift lässt sich mit jeder Treppe kombinieren, die mindestens 80 Zentimeter breit ist. Beim Bau eines Treppenlifts sollte schriftlich festgehalten werden, dass die amtlichen Baubestimmungen erfüllt wurden. Wichtig ist auch, dass an den Treppenlifts Typenschilder befestigt sind, aus denen folgende Informationen entnommen werden können:

  • CE-Kennzeichnung
  • Name & Anschrift des Herstellers
  • Bezeichnung und Seriennummer 
  • Baujahr
  • Zulässige maximale Belastung

Um jedem Bedürfnis gerecht zu werden, gibt es auch bei Treppenlifts verschiedene und individuelle Auswahlmöglichkeiten. Eine der beliebtesten Varianten stellt der Plattformlift dar. Dieser ermöglicht durch zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen, einen Rollstuhl mitzutransportieren – ohne möglicherweise gefährlich abzurutschen.

3. Was kosten Gehhilfen und wie können sie finanziert werden?

Die Preise für Gehhilfen variieren sehr stark. Das verwundert nicht angesichts der unterschiedlichen Möglichkeiten und den verschiedenen Ausstattungen, die Mobilitätshilfen aufweisen können.

3.1. Gehstöcke

Gehstöcke sind recht günstig zu haben – ihr Preis bewegt sich zwischen 10 und 20 Euro. Wer ein schickes Modell aus besonderem Material möchte, bezahlt auch mehr – so gibt es Modelle, die bis zu 200 Euro kosten. Wenn jemand einen Gehstock möchte, kann er das mit seinem Arzt besprechen. Besteht ein medizinischer Bedarf, wird dieser ihm ein Rezept schreiben. Damit kann er dann zum Sanitätshaus gehen und einen passenden Gehstock aussuchen – die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Wer allerdings ein besonderes Modell möchte, muss dafür selbst aufkommen.

3.2. Rollatoren

Rollatoren kosten meist zwischen 250 und 500 Euro. Auch sie sind von den Krankenkassen anerkannte Hilfsmittel. Standartmodelle können in Absprache mit dem Arzt und der Krankenkasse kostenfrei erhalten werden. Für besondere Modelle ist auch ein Zuschuss von der Krankenversicherung möglich. Jedoch muss der Benutzer dann für die Mehrkosten selbst aufkommen. Auch Rollatoren können bei Bedarf gemietet werden.

3.3. Rollstühle

Bei Rollstühlen variiert der Preis zwischen 270 und 10.000 Euro – je nachdem, welche Ausstattungen er mitbringt. Genau wie bei Gehstöcken kann der Arzt bei Bedarf einen Rollstuhl verschreiben. Wünscht sich jemand ein anderes Modell als das verschriebene, muss er für die Mehrkosten aufkommen oder dies bei der Krankenkasse begründen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Rollstuhl zu mieten oder gebraucht zu kaufen.

3.4. Treppen- und Plattformlifte

Auch hier variiert die Preisspanne stark, je nach Bau der Treppe oder individuellen Bedürfnissen. Durchschnittlich liegt der Preis bei ca. 4.000 bis 10.000 Euro. Hat die Treppe eine Kurve, können die Preise bis zu 15.000 Euro steigen. Zudem kommen noch jährliche Wartungskosten zwischen 100 und 200 Euro hinzu. Je nach Pflegegrad ist hier aber auch ein Zuschuss von der Pflegekasse möglich.

Falls der Treppenlift nur für eine bestimmte Zeit gebraucht wird, gibt es die Möglichkeit, ihn zu mieten. Dabei kann auch ein Zuschuss von der Pflegekasse beantragt werden.

3.5. Elektromobile

Je nach körperlicher Einschränkung ist es möglich, dass die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Doch wie bei den anderen Hilfsmitteln auch, müssen die Mehrkosten selbst getragen werden. Die Kosten für ein Elektromobil reichen von 1.500 bis 10.000 Euro.


 

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