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Wildkräuter – die guten Geister für das Wohlbefinden

Zurück zur Natur, dieser Trend ist in unserer schnelllebigen, hochzivilisierten Gesellschaft immer mehr auf dem Vormarsch. Da werden Hochhausdächer zu Minigärten, Strick- und Häkelnadeln klimpern um die Wette, in vielen Küchen duftet es wieder nach selbstgebackenem Brot. So schaffen wir uns in einer hektischen, kalten und hochtechnisierten Welt ein behagliches und wohliges Ambiente. Auch die Wildkräuter leisten einen großen Beitrag zum neuen Lebensgefühl. Beim letzten Spaziergang noch achtlos niedergetreten und als Unkraut beschimpft, kommen sie jetzt in Küche und Bad wieder groß raus. Das Wissen um die Verwendung dieser Kräuter zur Herstellung von Tees, Gewürzen und Seifen oder ihre Bedeutung für die Medizin hat eigentlich eine lange Tradition. Ihre gesundheitsfördernde und heilende Wirkung wird nun wieder geschätzt und sich in Salaten und Tees oder auch in Cremes zu Nutze gemacht.

Eine große gläserne Teetasse, in der ein Tee aus mehreren Wildkräutern zieht.
© Marina Lohrbach | Fotolia.com

Wildkräuter in unserer Küche

In den Küchen von Sterneköchen und Bio-Restaurants haben Wildkräuter längst Einzug gehalten. Da wird der Vorspeisensalat mit Gänseblümchen oder Veilchen aufgepeppt, das Rinderfilet im Wildkräutermantel saftig gegart oder der Nachtisch als waghalsige Kombination aus süßem Eis und Kräutersirup serviert. Aber diese meist kleinen, unscheinbaren Pflanzen sollten bei Jedermann auf dem Speisezettel stehen. Sind sie doch gesund und heilsam bei vielerlei Beschwerden. Scharfgarbe oder Löwenzahn enthalten viele Mineralien und wirken als Tee zuverlässig bei Magenbeschwerden. Die grünen Blätter des Spitzwegerich kann man auf Insektenstiche reiben und somit den Juckreiz mildern. Brennnesseln, zum Beispiel in Kräuterbutter, als Kräuterquark oder Tee wirken blutreinigend und helfen bei rheumatischen Beschwerden. Sauerklee, in Maßen angewendet wegen seiner Oxalsäure, erfrischt, ist harntreibend und kann damit Fieber senken. Gerade ältere, gesundheitlich angeschlagene Menschen, die schon täglich eine große Anzahl an herkömmlichen Tabletten einnehmen müssen, sollten für kleine Wehwehchen öfter mal auf solche Naturheilmittel zurückgreifen. Aus Wildkräutern und Wildblumen lassen sich leckerer Tee, Smoothies und Sirup herstellen. Wer es hochprozentiger mag, kann auch Schnaps daraus brennen. In Marmeladen, Chutneys, Soßen, Butter oder Gewürzsalzen sorgen die Kräuter für den letzten Pfiff. Mit Wildblumen wie Ringel- oder Kornblumen lassen sich geschmackvolle Kuchen zaubern oder leckere Pralinenfüllungen herstellen. Eine Leberwurst, verfeinert mit Brennnessel, Giersch, Schnittlauch, Kerbel oder Liebstöckel ist eine interessante Abwechslung zur herkömmlichen Hausmachervariante.

Wildkräuter als kleine Schönheitshelfer

Auch im Kosmetikbereich wurden die wilden Kräuter und Blüten wieder zu neuem Leben erweckt. Naturseifen aus hochwertigen ätherischen Ölen, wie zum Beispiel aus Ringelblumen sind rückfettender als normale Seifen. Die Haut wird geschmeidiger und zarter. Sichtbare Blüten und Kräuter wirken dekorativ und sehen schön aus. Der zarte, natürliche Duft ist eine Wohltat für unsere Sinne. Das Seifensieden erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Badezusätze aus Fichtennadeln, Eukalyptus oder Lavendel sind wohltuend bei Erkältungskrankheiten. Minze belebt und erfrischt. Cremes aus Bienenwachs und Kräutern sind sehr reichhaltig und pflegen gerade im Winter unsere Haut intensiv. Der Einsatz von Kamillenblüten, Gänseblümchen oder Birkenblättern als Haarspülung oder Haarwasser stärkt die Haarwurzeln und unterstützt das Wachstum. Bei schmerzenden Beinen hilft eine Salbe aus Beinwellwurzel. Das Räuchern mit einheimischen Kräutern und Harzen verbessert das Raumklima. So kann zum Beispiel der Rauch von Fichtenharz die Atemwege befreien oder Wacholder desinfizierend wirken.

Der Natur auf der Spur

Damit es beim Sammeln und Verwenden von Wildkräutern keine böse Überraschung gibt und keine giftigen Gewächse ins Körbchen kommen sollte jeder Wanderer auch nur solche Pflanzen pflücken, die er kennt. Vielerorts werden mittlerweile Kräuterwanderungen, Kräuterkochkurse und Workshops zur Verwendung von Kräutern in der Kosmetik oder als Dekoration angeboten. Sanfter Tourismus heißt das Zauberwort in vielen Urlaubsregionen. Wer Interesse daran gefunden hat und einmal einen Urlaub abseits vom Trubel und mit Mehrwert verbringen möchte kann beispielsweise ins Kräuterdorf Nagel im Fichtelgebirge reisen. Dort bieten die Kräuterfrauen das ganze Jahr Kräuterwanderungen, -kochkurse oder Kräuterbuffets an. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist ein wunderschöner, barrierefreier Duft-und Schmetterlingsgarten am See entstanden. Ohne Eintritt zu zahlen kann man auf einer Fläche von 1.560 Quadratmetern zwischen Thymian, Lavendel und Rosen entspannen und sein Kräuterwissen in extra angelegten Themengärten (Kräuter für Badezusätze, Färbepflanzen, Kräuter zum Räuchern) vertiefen. Auch in Kärnten gibt es seit 1993 offiziell ein Natur- und Kräuterdorf. In Irschen wird man von der Sonne verwöhnt. Auch dort gibt es einen Duftkräuterpark, geführte Spaziergänge, kleine Läden mit selbstgemachten Kräuter-Seifen, -Tees oder -Cremes.

Möglichkeiten, der Gesundheit auf sanfte und natürliche Weise auf die Sprünge zu helfen gibt es viele. Mutter Natur bietet uns diesen Reichtum kostenlos direkt vor der Haustür.

 

Quelle: Von Anet Schmutz


 


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