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Gesündere Ernährung dank Low-Carb?

Immer mehr Menschen finden derzeit Gefallen an der sogenannten Low-Carb Ernährung. In den USA schon lange als Trend gefeiert, findet diese Ernährung nun auch hier in Deutschland immer mehr Anhänger. Doch was ist Low-Carb eigentlich und wie funktioniert es?

Auf einem Holztisch steht eine gusseiserne Pfanne mit gebratenen Tomaten, Zucchini-Spaghetti und Garnelen.
© azurita | Fotolia.com

Low-Carb – Woher kommt es und was steckt dahinter?

Der englische Begriff "Low-Carb" bezeichnet eine langfristig angelegte, kohlenhydratarme Ernährung, welche nun auch von immer mehr Ernährungsexperten in Deutschland befürwortet wird. Nicht zuletzt wegen des vielversprechenden Slogans „Abnehmen ohne Hungern" ist Low-Carb schon seit mehreren Jahren ein Hit in den USA. Auch die Industrie hat dieses Gebiet bereits für sich entdeckt und beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung von Low-Carb-Produkten. Rund 1/10 der amerikanischen Bevölkerung schwört heute auf dieses Ernährungsprinzip.

Doch woher stammt Low-Carb eigentlich? Das Prinzip der kohlenhydratarmen Ernährung geht zurück in das 19. Jahrhundert und wurde erstmals von dem Engländer William Banting in dessen Buch "Letter on Corpulence" thematisiert, in welchem er die Vorteile einer fleischbetonten Ernährung darstellte. Ein weiterer Vertreter der kohlenhydratarmen Ernährungsform war der deutsche Arzt Wilhelm Ebstein, sowie der französische Ernährungswissenschaftler Jean Anthelme Brillat-Savarin. Enorme Popularität gewann die kohlenhydratarme Ernährung in den 1970er Jahren durch den amerikanischen Arzt Robert Atkinson. Atkinson entwickelte auf Grundlage von früheren Forschungen eine erste kohlenhydratarme Diät, die sogenannte Atkinson-Diät.

Kohlenhydrate – Freund oder Feind?

Oberflächlich betrachtet funktioniert Low-Carb ziemlich einfach. Es wird versucht, nur wenige Kohlenhydrate in kontrolliertem Ausmaß zu sich zu nehmen. Doch wieso das Ganze? Die Erklärung hierfür findet sich auf biochemischer Ebene.

Zunächst stellt sich die Frage, warum wir überhaupt Kohlenhydrate zu uns nehmen und was diese im menschlichen Körper bewirken. Grundsätzlich spielen Kohlenhydrate als Energieträger eine ganz zentrale Rolle im menschlichen Organismus und bilden einen wichtigen Bestandteil unserer Nahrung. Zu finden sind Kohlenhydrate vor allem in Getreideprodukten wie Brot, Nudeln und Kuchen, aber auch in Hülsenfrüchten und Kartoffeln.

Kohlenhydrate, oder auch „Saccharide" genannt, bestehen aus den Zuckermolekülen Einfachzucker (z.B. Frucht- oder Traubenzucker), Zweifachzucker (z.B. Kristall- und Haushaltszucker sowie Milchzucker) und Mehrfachzucker (Ballaststoffe und Stärke z.B. aus Getreide). Insbesondere der Einfachzucker Glukose ist für den menschlichen Körper von enormer Bedeutung. Er versorgt Gehirn, Muskeln und Nervenfasern mit Energie und ist somit für den Körper etwa das, was für das Auto Benzin ist. Fehlt es dem Körper an Glukose, spüren wir dies häufig durch Müdigkeit, eine mangelnde Konzentration und Leistungsabfall.

Warum nun also auf Kohlenhydrate verzichten, wo sie doch anscheinend so wertvoll für den Körper sind? Wie bereits erwähnt, gibt es mehrere verschiedene Arten von Zuckermolekülen bzw. Kohlenhydraten, die alle unterschiedlich schnell in Glukose umgewandelt werden können. Einfache und Zweifache Kohlenhydrate können sehr schnell in Glukose umgewandelt werden, was einen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge hat, welcher jedoch rasch wieder fällt. Hieraus resultiert nun ein Hungergefühl nach weiterer kohlenhydratreicher Nahrung. Da ein Anstieg des Blutzuckerspiegels als Stimulus für die Ausschüttung von Insulin fungiert, wird dieses nun vermehrt von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet. Dieser Vorgang senkt den Blutzuckerspiegel bis der Gegenstoff Glukagon den Zuckertransport stoppt. Die entstandene Glukose dient primär dem Zellstoffwechsel und wird vor allem in Muskeln und Leber gespeichert. Sind diese Speicher jedoch voll, wird die überschüssige Glukose als Körperfett gespeichert. Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Werden mehr Kohlenhydrate aufgenommen, als vom Körper benötigt, wird die restliche "Energie" als Fettdepots gelagert. Das Low-Carb Prinzip zielt nun darauf ab, den Blutzuckerspiegel durch weniger Kohlenhydrate niedrig zu halten und so die Insulin-Produktion zu senken, was im Umkehrschluss bedeutet, dass weniger Körperfett gespeichert wird.

Für wen eignet sich Low-Carb?

Wer sich für eine kohlenhydratarme Ernährung interessiert, sollte zunächst mit seinem Hausarzt vorab besprechen, ob sich diese Art der Ernährungsumstellung überhaupt eignet. Ein regelmäßiger Check des Blutbildes ist auch während der Low-Carb Ernährung zu empfehlen, da sie unter Verdacht steht, koronare Herzerkrankungen zu begünstigen.

Eine kohlenhydratarme Ernährung eignet sich insbesondere für Menschen, die bereits mit Übergewicht zu kämpfen haben und/oder schon die ein oder andere Diät erfolglos abgebrochen haben. Ebenfalls interessant könnte diese Art der Ernährung für Personen mit hohem Cholesterin, hohem Blutdruck oder Diabtetes Typ 2 sein. Natürlich kann sich aber auch jeder normalgewichtige und gesunde Mensch, der sich für die Low-Carb Ernährung interessiert, weitergehend damit beschäftigen.

Was passiert bei der Low-Carb Ernährung?

Sobald sich der Körper auf die neue kohlenhydratarme Ernährung eingestellt hat, beginnt die langsame Umstellung des Stoffwechsels. Der Körper stellt nun über biochemische Prozesse eigene Fettreserven her, die von nun an als alternative Energiequellen genutzt werden. Als Resultat folgt hieraus auf lange Sicht eine Gewichtsreduktion. Werden nun unverarbeitete Kohlenhydrate wie z.B. Vollkornprodukte, Gemüse oder Salat aufgenommen, können diese nicht sofort in Glukose umgewandelt werden, sodass ein längeres Gefühl der Sättigung besteht.

Vor- und Nachteile der kohlenhydratarmen Ernährung

Low-Carb ist auch hierzulande inzwischen ein viel diskutiertes Thema. Die Liste der Vor- und auch Nachteile dieser Ernährungsweise ist lang, weshalb hier nur kurz ein paar interessante Argumente für und gegen Low-Carb dargestellt werden sollen.

Wie bereits zu Anfang erwähnt, zeichnet sich die Low-Carb Diät unter anderem dadurch aus, dass nicht gehungert werden muss, um das Gewicht zu reduzieren bzw. das Wunschgewicht zu erreichen. Dies könnte für den ein oder anderen ein Anreiz sein, die Ernährung nach diesem Prinzip umzustellen.

Auch wurde nachgewiesen, dass eine kohlenhydratarme Ernährung dabei hilft, den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck dauerhaft zu senken und den Muskelaufbau zu fördern. Des Weiteren berichten einige Patienten mit Gelenkschmerzen, dass die Low-Carb Ernährung dabei helfen kann, Entzündungen zu reduzieren. Dies lässt sich vermutlich auf den niedrigeren Insulinspiegel zurückführen, da ein hoher Insulinspiegel mit Entzündungsmarkern in Verbindung steht.

Doch die kohlenhydratarme Ernährung hat auch ihre Schattenseiten. Sie ist unter Umständen teurer und aufwendiger als andere Ernährungskonzepte und bietet auch wenig Abwechslung hinsichtlich des Speiseplans, auf welchem vorrangig Fisch und Fleisch stehen. Auch besteht die Gefahr einer zu einseitigen Ernährung, in Folge welcher es dann zu Nährstoffmängeln oder gar Erkrankungen des kardiovaskulären Systems kommen kann.

 

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