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Tanja Wolf (Verbraucherzentrale): IGeL-Angebote beim Arzt – Was Sie über private Zusatzleistungen wissen müssen

Wann lohnt es sich, eine IGeL-Leistung in Anspruch zu nehmen und aus eigener Tasche zu zahlen? Und warum zahlen die Krankenkassen IGeL-Angebote eigentlich nicht? Tanja Wolf liefert den Lesern Antworten auf diese Fragen und stellt noch weitere wichtige Informationen rund ums Thema IGeL-Angebote zusammen.

Rezension – von Jasmin Köhler

Buchcover – Tanja Wolf (Verbraucherzentrale): IGeL-Angebote beim Arzt – Was Sie über private Zusatzleistungen wissen müssen
© Verbraucherzentrale NRW
Auch wenn man automatisch an die kleinen Vierbeiner mit Stacheln denkt – mit Igeln hat die Abkürzung IGeL nichts zu tun. Sie steht für „Individuelle Gesundheitsleistung", d.h. ärztliche Leistungen, deren Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

IGeL: Besser und neuer als Leistungen der Krankenkasse oder teuer und unnötig?

„Der IGeL-Markt hat Licht- und Schattenseiten, und ist vor allem ein großes Geschäft", erklärt die Autorin. Aber was genau sind IGeL-Angebote überhaupt? Ästhetische oder kosmetische Leistungen sowie Früherkennung machen den Großteil der IGeL-Angebote aus. Dabei sollte man sich aber immer die Frage stellen, ob eine derartige Zusatzleistung tatsächlich notwendig ist - auch wenn der Arzt damit argumentiert, dass das Angebot neuer und besser als die von der Krankenkasse bezahlten Behandlungen ist. Dennoch betont die Autorin: „Selbstzahlerleistungen sind nicht per se schlecht und sollten nicht pauschal verurteilt werden." Der Ratgeber liefert daher ausführliche Bewertungen der 24 häufigsten IGeL-Angebote, um dem Patienten bei der Entscheidung für oder gegen diese zu helfen. Dabei werden die Angebote nach Nutzen und Risiken bewertet und es wird geklärt, was gemacht wird und was die jeweilige Leistung kosten darf.

Warum werden IGeL in der Regel von den Krankenkassen nicht bezahlt?

„Untersuchungen oder Behandlungsmethoden, die medizinisch nicht notwendig oder die unwirtschaftlich sind, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht", schildert die Autorin. Es gebe mehrere Gründe, warum IGeL-Angebote nicht von den Krankenkassen gezahlt werden: Wenn es sich bei der Leistung nicht um eine Therapie oder Früherkennung handelt, sie bisher nicht als Kassenleistung beantragt ist, oder die Bewertung nach einem Antrag negativ ausgefallen ist. Es gibt jedoch auch ein paar Ausnahmen, daher klärt der Ratgeber genau, in welchen Fällen die Krankenkassen bezahlen und in welchen nicht.

Nützliche Orientierungshilfen für die Patienten

Eine besondere Hilfestellung leistet der Ratgeber in Form eines Leitfadens für Patienten. Hier werden unter anderem in Form von Tipps, Checklisten und einem Zehn-Punkte-Plan Orientierungshilfen angeboten, z.B. was bei einem Gespräch mit dem Arzt beachtet werden sollte. Außerdem werden Hinweise zu bislang nicht bewerteten IGeL und zu Attesten, Sportuntersuchungen und Reisemedizin zusammengestellt.

Insgesamt liefert Tanja Wolfs Ratgeber „IGeL-Angebote beim Arzt" ein umfangreiches Informationspaket rund ums Thema IGeL. Insbesondere die Bewertungen von 24 gängigen IGeL-Angeboten, die in tendenziell positiv, unklar, tendenziell negativ und negativ unterteilt sind, liefern den Lesern genügend Input, um sich für oder gegen die jeweilige Zusatzleistung zu entscheiden. Der abschließende Service-Teil stellt zusätzlich mehrere Internetseiten mit allgemeinverständlichen und weiterführenden Informationen bereit. Mithilfe dieses Rundum-sorglos-Pakets kann sich der Leser sicher sein, dass er sich für die richtige Zusatzleistung entscheidet.

 

 

Titel: IGeL-Angebote beim Arzt – Was Sie über private Zusatzleistungen wissen müssen
Autor: Tanja Wolf
Herausgeber: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Preis: 12,90 € (als eBook verfügbar)
ISBN: 978-3-86336-057-3


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