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Burg Hohenzollern: Optimale Täuschung

Märchenburg oder Gruselort? Es muss nicht immer so sein, wie es scheint. Die Burg Hohenzollern am Rand der Schwäbischen Alb ist so ein Fall. Dort lebten Ritter, Könige und Prinzessinnen? Keineswegs. Die Burg diente im 19. Jahrhundert allein der Machtdemonstration. Das funktioniert bis heute.

Burg Hohenzollern Luftaufnahme.
© Roland Beck | Burg Hohenzollern
Was sich im Sommer 2015 hinter dem verschlossenen Burgtor abspielte, weiß niemand. Und so soll es bleiben. Lediglich im Kino kann man erfahren, was zwischen Burgmauern Gruseliges passieren kann – oder auch nicht. 2015 kamen die US-Amerikaner, um auf der Burg Hohenzollern Szenen eines Horrorfilms zu drehen. Zwischen Ritterrüstungen oder in staubigen Turmkammern: Orte zum Gruseln gibt es in der Burg auf dem Zollerberg bei Tübingen viele. Ob Gruselburg oder Märchenort – Hohenzollern ist bis nach Hollywood bekannt. Eine Burg zum Fürchten sollte sie bei ihrer Erbauung aber niemals sein. Und auch heute ist sie mehr Märchenburg als Gruselort.

Fast wie eine richtige Burg

Blauer Salon in der Burg Hohenzollen.
© Roland Beck | Burg Hohenzollern

Sie sieht aus wie eine richtige Burg. Auf einem Ausläufer der Schwäbischen Alb thront sie mit ihren dicken Mauern, ihren hohen Türmen, den wehrhaften Zinnen und ihrem massiven Burgtor. Doch das täuscht, denn das Mittelalter hat die Burg, wie wir sie kennen, nie gesehen. Nach Zerstörung und Zerfall wurde die Burg Hohenzollern in ihrer heutigen Form erst 1850 erbaut. Der Wiederaufbau im Stil der Neugotik geht auf den Jugendtraum des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen zurück. Wilhelm war Romantiker und war fasziniert von Mittelalter und mutigen Helden. Seinen Jugendtraum erfüllte sich der spätere König von Preußen mit dem Bau der Burg. Die Burg wurde aber nie bewohnt. Dort wurde nur geprunkt und Macht demonstriert.

Machtdemonstration Preußens

Heute versprüht sie noch immer Preußens Gloria. Die prachtvoll und detailreich gestaltete Burg und deren hohen Baukosten lassen den damaligen Reichtum des preußischen Könighofes vermuten. Und auch dem bekanntesten aller Preußenkönige kann man auf Hohenzollern näher kommen. Die Uniform Friedrich des Großen kann in den Räumen der Burg besichtigt werden. Das geflickte Einschussloch im preußenblauen Stoff der Jacke zeugt vom unglaublichen Glück des Königs. Seine goldene, mit Blumenranken bemalte Schnupftabakdose rettete ihn auf dem Schlachtfeld vor dem Tod. Denn eine feindliche Kugel prallte an ihr ab.

Viele nennen sie auch das schwäbische Neuschwanstein. Über 300.000 Besucher erkunden die Hohenzoller Burg jedes Jahr und sind begeistert. Die Burg Hohenzollern ist romantisch schön und eine optimale Täuschung. Von außen versprüht sie den Charme des Mittelalters. Wer sich auf eine Führung einlässt und die Innenräume betritt, der wird dann in das Zeitalter der Preußen versetzt. Mittelalter, Preußentum und Romantik: Die Burg Hohenzollern schafft das an einem Tag und hinterlässt bei großen und kleinen Besuchern einen bleibenden Eindruck.

 

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreisen finden Sie auf der Homepage der Burg Hohenzollern.


 


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