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Reichsburg Cochem: Trunkenbolde, Schlachten und Wiederaufbau

Ob mit dem Auto oder Schiff: Wer entlang der Mosel nach Cochem reist, sieht von weitem das Wahrzeichen der malerischen Weinstadt. Die Reichsburg Cochem thront 100 Meter über der Mosel und versprüht mittelalterliches Flair.

Reichsburg Cochem thront auf einem Bergkegel.
© Kruwt | Fotolia.com
Wer eine Stadt regiert, muss klug sein. In Cochem ist man gewitzt und einfallsreich dazu. Eine Truppe feindlicher Männer steht vor den Toren der Stadt. Doch wie wird man diese wieder los? Für die Cochemer Ratsherren gab es keine leichtere Frage als diese. Sie ließen die leeren Weinfässer der Stadt auf die Höhe über dem Stadttor rollen. Als der gierige Haufen feindlicher Männer zum Angriff überging, rollten sie die Fässer wieder den Hügel hinhab. Es rumpelte und polterte und so schnell konnten die Angreifer gar nicht rennen, wie sie wollten. Die Fässer überrollten die armen Männer. So schnell der Angriff kam, so schnell zogen die Entmutigten wieder ab. Denn, wo so viele leere Weinfässer sind, da gibt es keine vollen mehr, und ohne Feierabendsuff macht das Kämpfen keinen Spaß. Diese schlachtlose Schlacht ging als „Fässerschlacht" in die städtischen Geschichtsbücher ein und noch heute lachen die Cochemer darüber.

Originalgetreuer Nachbau

Ausblick von der Reichsburg Cochem.
© Loewe | Reichsburg Cochem

Es darf nun niemand denken, dass sich die Reichsburg Cochem aus jedem Kampf herausgehalten hat. Oft war sie Schauplatz von Konflikten: 1689 wurde sie von den Truppen des französischen Sonnenkönig, Ludwig XIV, völlig zerstört. Und auch vor der Stadt machten die Franzosen nicht halt. Cochem wurde wieder aufgebaut, die Reichsburg blieb jedoch lange Zeit eine Ruine.

Erst 200 Jahre später kam die Burg an die Reihe. Der Berliner Kaufmann Louis Ravené erwarb 1868 die Burg für den symbolischen Betrag von 300 Goldmark von den Preußen. Denkmalsschutzauflagen gab es inklusive: Die noch übrig gebliebenen Mauern mussten erhalten bleiben und die Burg musste so originalgetreu wie möglich nachgebaut werden. Grundlage bildete ein alter Kupferstich. Was die Kaufmannsfamilie damals leistete, ist beeindruckend. Die Reichsburg erhielt ihre alte Größe wieder und strahlt diese noch immer aus.

Majestätische Innenräume

Mit ihren dicken Mauern, den großen Türmen und den hohen, spitzen Schieferdächern thront die Burg an der Mosel. Auf über 100 Metern steht sie auf einem Bergtableau und ist damit die höchste Höhenburg an der Mosel. So ist allein der äußere Anblick der Burg schon überwältigend. Doch auch die Innenräume der Burg begeistern. Schlosskapelle oder Rittersaal: Die Räume sind majestätisch gestaltet und wurden im 19. Jahrhundert von Ravené authentisch rekonstruiert. Dass die Burg genau genommen nur ein Nachbau ist, merkt niemand.

Die Reichsburg Cochem an der Mosel ist zweifellos ein beeindruckendes Bauwerk und sollte unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Mosel-Reise sein. Wer einen Tagesausflug in der Region plant und diesen zu etwas ganz besonderen machen möchte, sollte sich noch die 30 Kilometer entfernte Burg Eltz anschauen. Zwei der schönsten Burgen Deutschlands an einem Tag. Ach, wie fein wäre das.

 

Weiter Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreisen finden Sie auf der Homepage der Reichsburg Cochem.


 


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