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Schloss Heidelberg

Wer hätte gedacht, dass nach der Zerstörung im 17. Jahrhundert das Heidelberger Schloss heute die berühmteste Schlossruine Deutschlands ist und zum Wahrzeichen der Stadt Heidelberg wurde. Goethe verbrachte Stunden im Schlossgarten und schwärmte von der zerstörten Wehrhaftigkeit des Schlosses.

Am Nordhang des Königstuhls thront die beleuchtete Schlossruine über der Altstadt Heidelbergs bei Nacht. Im Vordergrund der Neckar und die Alte Brücke mit zwei Türmen.
© eyetronic | Fotolia.com

Wer durch den Schlossgarten „Hortus Palatinus" der Heidelberger Schlossruine geht, begibt sich gleichzeitig auf die Spuren von Johann Wolfgang von Goethe. Denn hier ging der große Dichter oft spazieren und tat dies am liebsten mit seiner 35 Jahre jüngeren Geliebten Marianne von Willemer. Die gemeinsamen Stunden mit Marianne verewigte Johann W. von Goethe in Gedichten. Inspiriert von den Blättern eines Ginkgo-Baums im Schlossgarten, widmete er Marianne und der Freundschaft zu ihr 1815 das Gedicht „Ginkgo Biloba": Dieses Baumes Blatt, der von Osten, Meinem Garten anvertraut, Gibt geheimen Sinn zu kosten, Wie's den Wissenden erbaut. (...) Fühlst du nicht an meinen Liedern, Dass ich Eins und doppelt bin?

Seit den 60er Jahren befindet sich an jenem Ort, wo einst der Ginkgo-Baum stand, ihm zu Ehren eine Gedenktafel. Darauf verewigt sind die Worte von Marianne, die an eine letzte Begegnung mit Goethe im September 1815 erinnern. Als achtes Weltwunder galten einst die vielen Terassen mit Labyrinthen und Grotten der Gartenanlage. Und nicht nur Dichter und Denker nutzen den Garten für Erholung und Inspiration. Einheimische wie Touristen gehen heute gerne in den Schlossgarten. Auch bei Fotografen aus aller Welt sind die Schlossruine und der Schlossgarten sehr beliebte Motive.

„The Student Prince"

Die Ruine fasziniert jährlich eine Millionen Besucher. Die meisten Besucher kommen aus den USA. Denn Regisseure aus New York waren wie Goethe von Heidelberg fasziniert und brachten 1924 die Operette „The Student Prince in Heidelberg" auf die Bühne. Es basiert auf dem deutschen Theaterstück „Alt Heidelberg" und machte die Stadt und ihr Schloss berühmt. Das Stück zeigte biertrinkende Studenten im romantischen Heidelberg. Und da die Amerikaner sich zu dieser Zeit mitten in der Prohibition befanden, war das natürlich besonders reizvoll. Durch die Inszenierung verbanden viele das Gefühl von Romantik mit dem Schloss und der herrlichen Altstadt Heidelbergs. Seither riss der Strom an Touristen nicht ab.

Spektakulär ist der Ausblick vom Schloss auf die Stadt und den Neckar. Bei klarem Himmel reicht der Ausblick sogar bis nach Mannheim. Wer hinunter sieht, entdeckt neben der längsten Einkaufsstraße Europas, die markanten Türme der Alten Brücke und die Heilig Geist Kirche inmitten der barocken Häuser der Altstadt.

Von der Burg zur Schlossruine

Aus rotem Sandstein wurden die Mauern des Schlosses erbaut und bilden auch das Fundament des Schlosses. Majestätisch thront das Heidelberger Schloss am Nordhang des Königstuhls. Vom 13. bis 17. Jahrhundert bauten die residierenden Kurfürsten die einstige Burg in ein anmutendes Schloss um. Bis zu den Zerstörungen 1689 und 1693 war es ein prächtiges Schloss. Französische Truppen sprengten im Siebenjährigen Krieg die Mauern und Türme des Schlosses. Brände in den Palästen infolge von Blitzeinschlägen wenige Jahre später taten ihr Übriges und zurück blieb die Ruine, wie wir sie heute kennen. Ab 1767 wurde sie von den Heidelbergern als Steinbruch genutzt – u.a. für das Schloss Schwetzingen. Erst 200 Jahre später führten Diskussionen über den Wiederaufbau im 19. Jahrhundert schlussendlich zur Erhaltung der Ruine, mit dem Ziel diese für die Zukunft zu wahren. Lediglich für wenige Gebäude wurden Wiederaufbau- und Erhaltungsmaßnahmen zur Denkmalpflege und Instandsetzung der Hauptgebäude in die Wege geleitet.

Der Friedrichsbau, der Wohnpalast des Schlosses, wurde beispielsweise wiedererrichtet. Heute befindet sich dort ein Museum, dass die im Neorenaissance-Stil aufgebauten und eingerichteten Wohn- und Schlafzimmer zeigt. Beim Betreten des Schlosshofes fällt sofort dessen Außenfassade ins Auge: Statuen von den Ahnen der Kurfürsten verzieren die Wand und blicken auf den Besucher herab. Namensgeber war Kurfürst Friedrich IV, der von 1601 bsi 1607 diesen Bau hat errichten lassen. Bekannt wurde er unter anderem auf Grund seines übermäßigen Alkoholkonsums zu welchem 1887 ein Studentenlied komponiert wurde.  

Inspirierender Ort – damals wie heute

Noch vieles mehr gilt es in den Kellergewölben und rund um die Ruine zu entdecken. Das Schloss Heidelberg ist eine Reise ins Mittelalter und in eine Zeit der Dichter, Philosophen und Kurfürsten. Das macht diese Schlossruine zum bedeutendsten Wiedererkennungsmerkmal der Stadt Heidelberg. Es ist die Mischung aus Schönheit und mittelalterlichem Charme, die so manchen Besucher zum wiederholten Mal kommen lässt. Denn das Schloss und seine Gärten inspirieren. Nicht nur Goethe, sondern auch die kreativen Köpfe und Liebenden von heute. 

 

 


 


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