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Schloss Neuschwanstein: Besuchermagnet seit 1886

Es ist die bekannteste Sehenswürdigkeit Deutschlands und weltweit bekannt. Von nah und fern reisen über 1,3 Millionen Besucher jedes Jahr in das bayerische Füssen, um Schloss Neuschwanstein zu besichtigen. Es ist millionenfach fotografiert und diente als Vorlage für den Disney-Film "Cinderella". Neuschwanstein ist Teil der modernen Popkultur.

Schloss Neuschwanstein
© Bayerische Schlösserverwaltung

Schloss Neuschwanstein ist eine Geschichte von Visionen und Träumen und vom Scheitern. König Ludwig II. kam mit der Alltagswelt nicht zurecht und flüchtete sich daher in seine eigene. Neuschwanstein ist ein solcher Zufluchtsort. Ludwig wollte wie der absolutistische Sonnenkönig sein, doch die Zeiten hatten sich geändert und das Gottesgnadentum war vorbei. So flüchtete er sich in die Zeit des Mittelalters und der Könige. Neuschwanstein als mittelalterliche Burg sollte diese Illusion perfekt machen.

Gigantisches Bauprojekt

„Oh, es ist notwendig, sich solche Paradiese zu schaffen, solche poetischen Zufluchtsorte, wo man auf einige Zeit die schauderhafte Zeit, in der wir leben, vergessen kann", schrieb Ludwig über Neuschwanstein in sein Tagebuch. Der Bau seiner Märchenburg war ein Großprojekt. Mit Dynamit wurde die Bergspitze, auf der sich Neuschwanstein befindet, freigesprengt. 465 Tonnen Marmor, 1500 Tonnen Sandstein und 400.000 Ziegelsteine wurden in einem Jahr verbaut. In den ersten fünf Jahren verschlang der Bau bereits 20 Millionen Euro und die Kosten stiegen immer weiter – insgesamt auf 100 Millionen Euro. Doppelt so viel als geplant. Denn Ludwig konnte sich schwer entscheiden und hatte stets Änderungswünsche. So wurde bereits Gebautes auch wieder abgerissen. Kein Wunder, dass sich Ludwig mit dem Bau schwer verschuldete und seine Kreditgeber mit Pfändung drohten.

Seine Minister zweifelten irgendwann an Ludwigs Geisteszustand und ließen 1886 ein psychologisches Gutachten erstellen. König Ludwig wurde daraufhin für unmündig erklärt. Bald darauf starb er im Starnberger See. Um seinen Tod ranken sich bis heute Legenden, denn die Umstände seines Tod sind nicht geklärt: Mord oder Freitod? „Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen", schrieb Ludwig einst über sich. Diesen Wunsch konnte er sich erfüllen, denn bis heute ist der Märchenkönig Ludwig II. Mythos und Rätsel für viele.

Moderner Prunkbau

Obwohl nie ein Normalsterblicher Schloss Neuschwanstein betreten sollte, kamen bereits sieben Wochen nach seinem Tod die ersten Besucher. Mit den Eintrittsgeldern wurde die Kredite bezahlt. 1892 wurde Neuschwanstein nach über 20 Jahren Bauzeit in vereinfachter Form fertiggestellt: ohne Bergfried, ohne Hofkapelle und ohne maurischen Saal. Weniger prunkvoll als geplant, doch prunkvoll genug. Denn was die Besucher seitdem bestaunen können, ist beeindruckend. Ob Thronsaal oder private Räume. Prunk findet sich in Neuschwanstein in jeder Ecke. Ludwig II. hatte für seine Märchenburg an nichts gespart. Ganz nebenbei trumpfte das Schloss mit allen modernen Errungenschaften auf: Zentralheizung, fließendes Wasser oder die erste Telefonanlage Bayerns.

Ist Neuschwanstein kitschig? Ist es eine Art bayerisches Disneyland? Oder doch der Höhepunkt des Historismus? War Ludwig II. wirklich verrückt oder war der Bau seiner Märchenburg ein Geniestreich? Diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten. Eines ist jedoch sicher: Schloss Neuschwanstein ist eine Reise wert.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreisen finden Sie auf der Homepage von Schloss Neuschwanstein.


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