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Wartburg: Ort europäischer Geschichte

Rosenwunder und Junker Jörg: Die Wartburg in der Nähe des thüringischen Eisenachs beherbergte im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche berühmte Persönlichkeiten und ist untrennbar mit der deutschen und europäischen Geschichte verbunden.

Die Wartburg ist ein Weltkulturerbe.
© Wartburg-Stiftung Eisenach
Er gilt als Vater der deutschen Schriftsprache und als Entdecker der Gewissensfreiheit. Er spaltete die Kirche und prägte damit die europäische Geschichte der Neuzeit maßgeblich. Konflikte und Kriege gehen auf ihn zurück. Von Martin Luther ist die Rede. Vom kleinen Mönch aus Wittenberg, der zum großen Kirchenreformator wurde. „Hier stehe ich und kann nicht anders, ich bin gefangen in Gottes Wort": Auf dem Reichstag zu Worms 1521 widersetzte sich Martin Luther mit solchen oder ähnlichen Worten der weltlichen und geistlichen Macht. Er sollte seine 95 kirchenkritischen Thesen widerrufen, doch Luther konnte nicht. Das verbot ihm sein Gewissen. Daraufhin wurde er für vogelfrei erklärt.

Martin Luthers Bibelübersetzung

Auf der thüringischen Wartburg durfte sich Luther inkognito als Junker Jörg verstecken. In seiner Zeit auf der Wartburg sollte er Großes leisten. Dort übersetzte Luther das Neue Testament ins Deutsche. Als erster ermöglichte er den Menschen, sich ein eigenes Bild von der Bibel zu machen, denn vorher gab es diese nur in alten fremden Sprachen, wie Latein. Luther erlebte noch den millionsten Nachdruck seiner Bibelübersetzung. Ob in Thüringen oder in Tirol: Die Leute lasen Luthers Übersetzung. Sie hörten auf das, was er zu sagen hatte. Und das bis heute. 24 Millionen evangelische Christen gibt es heute allein in Deutschland. Auch das ist Luthers Werk.

Die Wartburg ist mit der Geschichte des Christentums verbunden. Im 13. Jahrhundert wirkte hier auch die heilige Elisabeth, die mit ihrem Rosenwunder in die christliche Geschichte einging. Die ungarische Königstochter kümmerte sich aufopferungsvoll aber zum Argwohn ihres Mannes um die Armen der Stadt. Als sie eines Tages heimlich Brot in die Stadt brachte, verwandelte sich dieses in Rosen, als ihr Mann sehen wollte, was Elisabeth in ihrem Korb trage. Ob sich das Rosenwunder auf der Wartburg wirklich zugetragen hat, lässt sich heute nicht mehr eindeutig sagen. Eine schöne Legende ist und bleibt es jedoch.

Nachbau auf Schloss Neuschwanstein

Ob Rosenwunder oder Martin Luther, die Wartburg ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier können vergangene Zeiten erlebt werden und der Ursprung des heutigen Deutschlands und Europas wird erfahrbar. Wer sich auf den Weg von der Burg zur Stadt begibt, wandelt auf den Spuren der heiligen Elisabeth. Wer die Schreibstube Martin Luthers besichtigt, kommt dem Kirchenreformator so nah wie nirgends.

Und die Wartburg ist noch mehr als Lebensort christlicher Persönlichkeiten. Der Palas aus dem 12. Jahrhundert bietet mit seinen Räumen zahlreiche Kunstschätze und einen Einblick in mittelalterliche Geschichte, denn auf vielen Wandgemälden sind Stationen der Vergangenheit dargestellt. Der Festsaal der Wartburg wurde gar vom bayerischen Märchenkönig Ludwig II. in seinem Schloss Neuschwanstein nachgebaut.

Die Wartburg bei Eisenach ist beeindruckend. Hoch über der Stadt thront die Burg aus dem 11. Jahrhundert, die aus den kirchlichen, deutschen und europäischen Geschichtsbüchern nicht mehr wegzudenken ist. Man steht dort und kann nicht anders, als begeistert zu sein.

 

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und Eintrittspreisen finden Sie auf der Homepage der Wartburg.


 


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