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Gute Erfolge bei minimalinvasiven Darmkrebs-Operationen

Minimalinvasive Operationsmethoden bei Dickdarm- oder Enddarmkrebs ermöglichen eine schnellere Heilung, weniger Schmerzen und kleinere Narben.

 Frau sitzt mit geschlossenen Augen am Strand
©jd-photodesign | Fotolia.com

Eigentlich ist Darmkrebs gut heilbar – falls er frühzeitig erkannt wird. Leider zeigt diese Krebsart häufig erst dann Symptome, wenn sie bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Erst wenn Betroffene unter anhaltenden Verstopfungen, Durchfall oder Darmkrämpfen leiden oder Blut im Stuhl entdecken, suchen Sie einen Arzt auf. Eine Operation ist dann in den meisten Fällen unausweichlich. Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung. Jedes Jahr sterben daran allein in Deutschland etwa 30.000 Menschen. Dr. med. Erich Bielesch ist Spezialist für Kolorektalchirurgie und Leiter des Darmzentrums im Helios Klinikum München West. Er rät zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen: „Wir können Darmkrebs heutzutage heilen. Und häufig erreichen wir durch eine rechtzeitige Therapie eine nahezu identische Lebenserwartung. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind unersetzlich. Die Kosten hierfür übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren. Besonders wichtig ist die Vorsorge natürlich für Risikogruppen, also z.B. Verwandten ersten Grades von Patienten, die an Darmkrebs erkrankt sind. Oder für Patienten, die an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wie z.B. Colitis ulzerosa, leiden“.

Schonende Darmkrebs-OP dank minimalinvasiver Technik

Wann immer es möglich und sinnvoll erscheint wird heute auch bei Darmkrebs immer mehr minimalinvasiv mit der sogenannten „Schlüssellochtechnik“ operiert. Dabei werden die Instrumente durch kleine Schnitte und Röhrchen eingeführt, so dass die Wunden schneller heilen und später nur kleine Narben sichtbar sind. „Wir arbeiten zudem im Rahmen der sogenannten ‚Fast track Chirurgie’“, erklärt Dr. Bielesch. „Das bedeutet, dass der Patient vor dem Eingriff nicht so umfangreich abführen muss und auch danach sehr schnell wieder normale Nahrung zu sich nehmen kann. Nach sieben oder acht Tagen können wir die Patienten in der Regel dann bereits nach Hause entlassen“. Dennoch gibt es zahlreiche Konstellationen, bei denen offen, also über einen „Schnitt“, operiert werden muss. Sämtliche Konzepte zur schnellen Mobilisation sowie der Fasttrack –Kostaufbau werden hier ebenso angewendet, wodurch auch bei diesen Patienten eine zügige Genesung und Entlassung erreicht werden kann.

Erfahrene Spezialisten in Darmzentren konsultieren

Darmkrebs kann je nach Lage heikel sein. Außerdem neigt dieser Krebs dazu, Metastasen in anderen Organen zu bilden. Die Therapie gehört daher unbedingt in erfahrene Hände, betont Dr. Bielesch: „Wir haben bei uns im Darmzentrum beispielsweise jeden Donnerstag um 16 Uhr eine Tumorkonferenz, bei der Spezialisten aller betroffenen Fachbereiche gemeinsam überlegen, wie wir jedem einzelnen Patienten die besten Chancen auf ein Überleben sichern“. In einigen Fällen müssen zunächst Metastasen bekämpft werden, ehe der eigentliche Tumor im Darm entfernt werden kann. Oder es wird zunächst eine Radio-Chemo-Therapie, d.h. eine parallele Bestrahlung sowie medikamentöse Behandlung eingeleitet, um bestehende Tumore zu verkleinern, ehe sie operiert werden. Solche Entscheidungen sollten heute nie von einem einzelnen, sondern immer gemeinsam in der Tumorkonferenz getroffen werden.

Wann wird ein künstlicher Darmausgang notwendig?

„Nach einer Darmkrebsoperation ist nur bei wenigen Patienten ein dauerhafter künstlicher Darmausgang notwendig“, beruhigt Dr. Bielesch. „Kritisch sind Tumore im Mastdarm, also den letzten 12 cm des Darms nahe am After. In diesen Fällen müssen wir, nachdem der kranke Teil des Dickdarms entfernt und der gesunde wieder aneinandergenäht ist, einen künstlichen Dünndarmausgang anlegen, um die „neue Verbindung (Anastomose)“ zu schützen.  Hierfür wird eine Dünndarmschlinge durch einen kleinen Bauchschnitt nach außen geführt und mit der Haut vernäht. Durch diese Öffnung entleert sich der Darm in Plastikbeutel, die sich leicht wechseln lassen. „In den meisten Fällen können wir den künstlichen Darmausgang nach drei Monaten rückverlagern, so dass wieder eine normale Verdauungsfunktion möglich ist“, erklärt Darmspezialist Bielesch. „Und selbst wenn bei anderen Konstellationen, wie z.B. einem in den Schließmuskel einwachsenden Tumor, der künstliche Darmausgang eine Dauerlösung bleiben muss, gewöhnen sich die Patienten nach dem ersten Schock dennoch recht schnell daran. Heutzutage können auch Menschen mit einem künstlichen Darmausgang ein nahezu normales Leben führen: Sie können Sport treiben und auch Schwimmen gehen“. Selbsthilfegruppen leisten in diesen Fällen häufig wertvolle Hilfestellungen, um mit der neuen Situation klar zu kommen und in den Alltag zu integrieren.

Wie geht es weiter nach einer Darmkrebsoperation?

Um den frisch operierten Darm zu entlasten, raten die Ärzte in den ersten Tagen oder auch Wochen zu leicht verdaulicher Kost. Im Prinzip ist jedoch bis auf blähende und verstopfende Speisen alles erlaubt! Kurzfristig leiden manche Patienten vor allem nach Operationen am Mastdarm zeitweise unter flüssigem Stuhl, verspüren häufig den Drang, die Toilette aufzusuchen, oder können den Stuhl nicht immer halten. Dies sind aber vorübergehende Probleme. Langfristig sollte es keine Beschwerden geben.

Obwohl immer noch zu wenige Menschen eine Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge nutzen, ist Dr. Bielesch optimistisch, in Zukunft noch bessere Heilungschancen bei Darmkrebs erreichen zu können: „Die minimalinvasiven Techniken entwickeln sich immer weiter. Und auch die Zahl der Darmspiegelungen, der Koloskopien, steigt. Ich denke, wenn wir dadurch die Chance haben, auffällige Darmpolypen rechtzeitig zu entfernen, wird auch die Zahl der Neuerkrankungen in Zukunft hoffentlich sinken“.

 


 

Quelle: Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

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