Anzeige


Heilfasten – Eine Reinigung von Körper und Seele

Fasten soll den Körper reinigen, vor chronischen Krankheiten schützen und gut für die Seele sein. Nicht nur religiöse Menschen fasten. Auch nicht-gläubige finden beim Fasten eine gesunde Balance für Körper und Seele. Doch bei vielen Experten scheiden sich bezüglich gesundheitlicher Risiken die Geister.

Auf einem Holztisch steht eine Glastasse mit Minztee, bestückt mit kleinen Erdbeeren und Minzblättern auf der Untertasse.
© Hetizia | Fotolia.com

Unter Fasten versteht man im Gegensatz zum Hungern oder einer Nulldiät den freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung und auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin über einen begrenzten Zeitraum hinweg. Das Fasten findet sich mittlerweile nicht mehr nur im religiösen Umfeld wieder.  Während Fastenärzte, -kliniken und Buch-Autoren das Fasten durchweg als gesundes Mittel zur Entgiftung propagieren, sehen Ernährungsmediziner und -wissenschaftler eine solche Kur durchaus kritisch. 

Verdauungsreste werden am Anfang durch Einnahme von Salzlösungen oder Einläufe ausgeschwemmt. Innerhalb der ersten drei Tage stellt sich der Körper auf den Hungerstoffwechsel um und zieht seine Energie vermehrt aus körpereigenem Eiweiß und zu kleinen Teilen aus Fett. Meist kommt es in der Anfangszeit zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, niedrigem Blutdruck, Hautreaktionen, negativer Stimmung und Schlafstörungen.

Gesundheitliche Risiken beim Fasten

Laut Studien der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen greift der Organismus während des Fastens zur Deckung seines Eiweißbedarfs auf Muskelproteine zurück und baut diese ab. Deshalb schwindet auch die Muskelmasse und muss nach der Kur wieder aufgebaut werden. Menschen mit Herzkrankheiten sollten daher das Fasten ablehnen, da der Proteinabbau auch am Herzmuskel stattfindet und zu gefährlichen gesundheitlichen Schäden führen kann. Auch Diabetiker, Krebspatienten und schwangere sowie stillende Frauen sollten aufs Fasten generell verzichten.

Nicht nur bei erkrankten, sondern auch bei gesunden Menschen kann Fasten negative Folgen mit sich bringen, da durch den Nahrungsverzicht die Abwehrkräfte des Organismus geschwächt werden und der Körper somit anfälliger für Infektionskrankheiten wird. Um Risiken zu umgehen, sollte vor einer Fastenkur ein Arzt zurate gezogen werden. Auch sollten längere Kuren, die mehrere Wochen andauern, nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden, da der Vitamin- und Mineralstoffmangel im eigenen Heim nicht kontrollierbar ist und zu Mangelerscheinungen führen kann.

Abnehmen durch Fasten

Bei massiver Adipositas (Fettleibigkeit) ist das Fasten unter Umständen sinnvoll, wenn zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme (vor einer Operation) notwendig ist. Damit der Grundumsatz nicht so stark absinkt und der Muskelabbau eingedämmt wird, sollte unter ärztlicher Aufsicht täglich eine Eiweißaufnahme stattfinden.

Nur zur reinen Gewichtsabnahme ist Fasten nicht geeignet. Zwar verliert man in den ersten Tagen an Gewicht und Körperfett, der Grundumsatz sinkt ab und der Körper wird entschlackt, beginnt man jedoch danach wieder mit der alltäglichen Ernährungsweise, tritt der bekannte Jo-Jo-Effekt wieder ein. Eine langfristige und gesunde Ernährungsumstellung ist der bessere Schlüssel zum erfolgreichem, dauerhaften Abnehmen.

Entgiftung des Körpers durch Heilfasten

Ein bewusster Verzicht auf Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol und Zigaretten kann sich beim Fasten sehr positiv auf dem Körper auswirken. Dies kann durchaus ein Impuls für eine positive, gesundheitsbewusstere Veränderung des eigenen Lebensstils sein. Zudem wird das Fasten oft als Form der inneren Körperreinigung dargestellt, wobei die natürlichen Entgiftungs- und Entschlackungsmechanismen des Körpers angeregt und die Selbstheilungskräfte geweckt werden sollen.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist die Entschlackung aber nicht wissenschaftlich begründbar, da es bei einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr in einem gesunden menschlichen Körper keine Ansammlung von Stoffwechselprodukten und Schlacken gibt. Normalerweise werden also nicht verwertbare Substanzen über den Darm und den Nieren mithilfe von genug Flüssigkeit ausgeschieden. Fasten soll deshalb eine Anregung sein, mehr zu trinken um eine eventuelle Ansammlung vorzubeugen, falls nicht genug Flüssigkeit vorhanden ist.

Formen von Fasten

Bei weitem nicht bei allen Formen des Heilfastens wird komplett auf Nahrung verzichtet, und es gibt viele Arten, die nur ein teilweises Verzichten voraussetzen. Bei der strengsten Form des Fastens werden pro Tag 2 bis drei Liter energiefreie Getränke wie Wasser, Mineralwasser oder Tee getrunken. Beim sogenannten Saftfasten ist das Zusichnehmen von Säften erlaubt, und das Früchtefasten beinhaltet den ausschließlichen Verzehr von Früchten, Gemüse, Kräutern und Nüssen.

Auch gibt es härtere Formen des Fastens wie zum Beispiel das Molkefasten, bei dem auf feste Nahrung ganz verzichtet wird und auf einem Trinken von festgelegten Mengen von Molke, Obstsaft und Wasser basiert, das den Darm reinigen soll und speziell dem Fettabbau dient.

 

 

 


Suchmodule


Anzeige