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Alzheimer ist nicht gleich Demenz

Alzheimer, Demenz und Gedächtnisverlust gelten im Volksmund oftmals als ein und dasselbe. Dass Demenz ein Sammelbegriff für eine Reihe von Symptomen mit ganz unterschiedlichen Ursachen und Therapiemöglichkeiten ist, wissen die wenigsten.

Arzt guckt auf MRT Bilder
© Remains | Fotolia.com

Gedächtnisverlust, eine Abnahme des Denk- und Urteilsvermögens und Desorientiertheit – sie zählen zu den bekanntesten Krankheitsanzeichen einer Demenz. Unter dem Begriff werden unterschiedliche Erkrankungen des Nervensystems zusammengefasst. Ihnen allen gemeinsam sind die Symptome des geistigen Abbaus, welcher die Betroffenen im Alltag erheblich beeinträchtigt. Früher oder später leiden Demenz-Erkrankte unter Orientierungsschwierigkeiten und finden sich in ihrer gewohnten Umgebung nicht mehr zurecht. Die Bewältigung des einst vertrauten Alltags wird zur Herausforderung.
In Deutschland sind zwei Drittel der rund 1,5 Millionen Demenzkranken von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Alzheimer gilt als eigenständige Krankheit und ist derzeit die häufigste Ursache einer Demenz. Gleichzeitig gibt es aber neben Alzheimer noch über 100 andere Ursachen für eine Demenzerkrankung. Für die Therapie ist eine genaue Abklärung dieser Ursachen wichtig, denn nicht alle demenzartigen Symptome müssen auch durch eine Demenzerkrankung hervorgerufen werden.

Alzheimer und primäre Demenzformen

In der Medizin unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Demenz. Bei den primären Formen der Demenz, zu denen auch die Alzheimer-Krankheit zählt, beginnt der Krankheitsprozess direkt im Gehirn. Nach heutigem Kenntnisstand der medizinischen Forschung sind primäre Demenzen irreversibel, d.h. sie können nicht rückgängig gemacht werden. Die Alzheimer-Krankheit wird durch schädliche Eiweißablagerungen im Gehirn verursacht, welche den Austausch zwischen den Nervenzellen behindern. Mit gewissen Medikamenten kann das Fortschreiten der Krankheit hinausgezögert werden. Heute werden bei der Behandlung von Alzheimer und dessen Begleiterscheinungen vor allem sogenannte Antidementiva angewendet. Diese unterstützen die Funktion der Nervenzellen und schützen das Nervengewebe vor Überreizungen. Das massenhafte Absterben der Nervenzellen im Gehirn aber, welches für die Alzheimer-Krankheit charakteristisch ist, können sie nicht verhindern.

Vaskuläre Demenzen – Durchblutungsstörungen im Gehirn

Andere primäre Demenzformen sind sogenannte vaskuläre Demenzen. Diese werden durch Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße im Gehirn verursacht. Wie alle unsere Organe muss auch das Gehirn konstant mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden, um richtig zu funktionieren. Ist die Blutversorgung unterbrochen, erhalten die Gehirnzellen zu wenig Sauerstoff und werden beschädigt oder sterben ab. Dies kann durch ein plötzliches Ereignis, wie zum Beispiel einen Schlaganfall passieren, bei welchem einzelne Teile des Gehirns abrupt von der Blutversorgung abgeschnitten werden.

Weit häufiger ist jedoch die schleichende Verschlechterung der Blutversorgung des Gehirns infolge anderer Erkrankungen. Ein über Jahre nicht behandelter Bluthochdruck kann beispielsweise die Wände der kleinen Blutgefäße im Gehirn beschädigen. Dadurch werden sie dicker und unbeweglicher, was das Blut schlechter fließen lässt. Das sauerstoffreiche Blut gelangt nicht mehr in alle Regionen des Gehirns, was eine allmähliche Mangelversorgung zur Folge hat.

Neben Bluthochdruck gibt es weitere Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz:

  • Hohes Alter
  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • Ungünstige Blutfettwerte

Einer vaskulären Demenz kann man folglich in gewissem Maße vorbeugen, wenn man die Risikofaktoren reduziert, oder nach Möglichkeit ausschaltet. Bei der medikamentösen Therapie kommen vornehmlich blutverdünnende und blutdrucksenkende Mittel zum Einsatz.

Sekundäre Demenzformen – Gedächtnisstörungen mit Heilungschancen

Die Ursachen der sogenannten sekundären Demenzformen liegen im Unterschied zu den primären, irreversiblen Demenzformen nicht im Gehirn selbst. Bei sekundären Demenzformen ist die Demenz die Folge einer anderen Grunderkrankung, wie zum Beispiel einer Stoffwechselstörung, Schilddrüsenerkrankungen, Alkoholismus oder Depression. Insbesondere bei älteren Menschen vermutet man schnell eine Demenz, wenn sie verwirrt wirken, sich schlecht orientieren können und nachts aktiv sind. Dieses Verhalten kann aber auch durch eine Depression hervorgerufen werden. Wird dies rechtzeitig erkannt und richtig mit psychotherapeutischen Maßnahmen und ggf. Antidepressiva behandelt, bestehen für die Betroffenen gute Heilungsaussichten.

Doch fällt selbst erfahrenen Ärzten die Diagnose oft nicht leicht. Es gibt aber einige Anzeichen, bei denen sich Depression und Demenz unterscheiden:

  • Während Depressive oft über ihr Leiden klagen, vertuschen Demenzkranke ihre Symptome.
  • Depressionen können sich innerhalb einer Woche verschlimmern und nahestehende Menschen können oft relativ eindeutig beantworten, wann die Symptome begonnen haben. Eine Demenz hingegen entwickelt sich schleichend.
  • Depressive beklagen häufig, dass die Erinnerung insgesamt verblasst. Demenzkranke im frühen Stadium erinnern sich jedoch noch gut an die fernere Vergangenheit.

Die Behandlung und der Therapieerfolg bei Gedächtnisstörungen und Verdacht auf eine Demenz hängen maßgeblich von der Grunderkrankung ab. Eine genaue Abklärung der Ursachen ist deshalb unverzichtbar.

 

Quelle: Cura Unternehmensgruppe


 


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