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"Demenz anders sehen" – Onlineschulung für Angehörige demenzerkrankter Menschen

Die Internetbasierte Schulung Demas ermöglicht pflegenden Angehörigen von Demenzerkrankten einen Austausch sowie professionelle Unterstützung von zuhause aus.

Screenshot / Demas

Eine Demenzerkrankung stellt nicht nur die betroffenen Menschen vor große Herausforderungen, auch die Angehörigen, die sich um die Betreuung und Pflege ihrer Lieben kümmern, sind großen Belastungen ausgesetzt. Zudem bleibt im Pflegealltag oft nur wenig Zeit, Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen. Das kostenlose internetbasierte Schulungs- und Beratungsprogramm Demas (Demenz anders sehen) bietet pflegenden Angehörigen nun die Möglichkeit, von zu Hause aus professionelle Hilfe zu beziehen.

Ziel des Schulungsprogramms

Pflegende Angehörige sind oftmals einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt. Der mit fortschreitender Krankheitssymptomatik wachsende Aufwand an Pflege und Betreuung kostet die Pflegenden viel Energie und auch Zeit. Nicht nur die zunehmende Einschränkungen der Selbstständigkeit des betroffenen Menschen, sondern auch die sich verändernde Beziehung zwischen diesem und der pflegenden Person, stehen als weitere Herausforderungen im Vordergrund.

Durch das Schulungsprogramm sollen pflegende Angehörige entlastet werden, indem sie bei der Bewältigung des Alltags mit ihrem Demenzerkrankten unterstützt werden. Zum einen soll ihnen dafür nötiges Wissen sowie sinnvolle Bewältigungsmöglichkeiten vermittelt werden. DesWeiteren erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer emotionale Unterstützung durch die Beraterin. Außerdem dient das Gruppenangebot dem Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Angehörigen.

Das Schulungsprogramm

In zehn wöchentlichen Sitzungen à 90 Minuten trifft sich eine Beraterin (Hochschulabschluss in Rehabilitationspsychologie) mit einer konstanten Gruppe von bis zu sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern in dem benutzerfreundlich konzipierten Gesprächsraum auf der Seite www.demenz-anders-sehen.de. Alle Anwesenden können sich dabei per Videochat gut sehen und unterhalten. Die technischen Bedingungen fordern lediglich einen Computer mit einer DSL-Internetverbindung. Außerdem sind eine Webcam sowie ein Headset notwendig, die jedoch bei Bedarf auch zur Verfügung gestellt werden können. Die technische Anleitung und Abstimmung erfolgt im Vorfeld durch Mitarbeiter des Demas-Teams.

Die einzelnen Sitzungen sind durch sechs Module strukturiert, in denen fundiertes Wissen über die Demenzerkrankung und den spezifischen Umgang mit den Betroffenen vermittelt wird. Dabei steht ein alltagsnaher und praktischer Bezug zu der häuslichen Pflegesituation immer im Vordergrund.

Nach einer einführenden Sitzung, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich untereinander und mit dem Programm vertraut machen, folgen zunächst grundlegende Informationen zum Krankheitsbild der Demenz. Hier werden nicht nur verschiedene Formen der Erkrankung dargestellt sowie Symptomatik und Krankheitsverlauf betrachtet. Auch wird das Eigenerleben eines Demenzerkrankten thematisiert, wie auch die Veränderungen, die eine Beziehung zwischen Pflegenden und Betroffenen mit sich bringt. Weiterhin geht es darum, medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapie- und Beschäftigungsmöglichkeiten kennen zu lernen, aus denen Ansätze und Ideen für die Gestaltung des persönlichen Alltags gewonnen werden. Auch praktische Alltagshinweise z.B. bezüglich Körperpflege, Bekleiden oder Essen und Trinken werden vermittelt. Inhalte über die Kommunikation mit Demenzerkrankten und der Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen (bspw. risikoreiches Verhalten, Aggressionen, Misstrauen etc.) sind weitere wichtige Bestandteile der Schulung. Nicht zuletzt werden auch die Themen Stress sowie Möglichkeiten einer verbesserten Stressbewältigung für die Pflegenden behandelt und erprobt (z.B. durch Entspannungsübungen). Das Schulungsprogramm schließt nach zehn Sitzungen mit einem Rückblick auf die vergangen Sitzungen und eröffnet gleichzeitig einen Ausblick für den zukünftigen Pflegeprozess der Einzelnen.

Hintergrund zum Programm

Demas wurde von der Hochschule Magdeburg-Stendal in Zusammenarbeit mit der Delphi-Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung (Berlin) initiiert und wird wissenschaftlich begleitet. Die Leitung des Schulungs- und Beratungsprogramms übernehmen Absolventen des Studiengangs Rehabilitationspsychologie (Bachelor) der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sie wurden im Rahmen verschiedener Fortbildungen für die Schulung und Beratung von Angehörigengruppen qualifiziert und sind zum Teil seit einigen Jahren vor Ort in der Angehörigenberatung tätig. Gefördert wird das Projekt vom GKV-Spitzenverband.

Seit Oktober 2013 fanden bereits mehrere internetbasierte Schulungen statt. Die TeilnehmerInnen berichten bisher, sehr wertvolle Erfahrungen gemacht zu haben. Dies sei nicht nur der professionellen Konzeption der Schulungsinhalte sowie der Kompetenz der Beraterinnen zu verdanken. Besonders entlastend empfinden viele Angehörige den persönlichen Austausch, der trotz räumlicher Trennung im gemeinsamen Chatraum möglich ist.

 

Quelle: Juliane Blankenburg, Demas


 


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