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Die wichtigsten Formalitäten und Fristen im Trauerfall

Der Tod eines geliebten Menschen ist eine psychologische Ausnahmesituation. Egal ob nach langer Krankheit oder ganz plötzlich durch einen Unfall: die Tage nach dem Ableben eines Familienmitglieds oder Freundes erfüllen uns mit Trauer. Während dieser Zeit gibt es aber leider auch viele Aufgaben, die erledigt werden müssen.

Blumenstrauß auf Grabstein. © jrwasserman | Fotolia.com

Wer kümmert sich um die Beerdigung? Welche Fristen müssen bei welchen Ämtern eingehalten werden? Welche Unterlagen und Dokumente werden benötigt und wo finde ich diese? Fragen wie diese gilt es zu beantworten. Aufgaben müssen verteilt und die Übernahme von Kosten muss geklärt werden. Mit diesem Ratgeber geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fristen und Formalitäten im Todesfall.

 

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Wer ist beim Tod eines Menschen für die Bestattung verantwortlich?

In Deutschland ist die Gesetzgebung für das Bestattungsrecht Ländersache, weswegen sich in einigen wenigen Punkten die Regeln unterscheiden. Bundeseinheitlich ist die Bestattungspflicht geregelt, die besagt, dass ein Leichnam ordentlich und rechtzeitig zu bestatten ist. Verantwortlich für diese Pflicht sind in dieser Reihenfolge:

Sterbegeldversicherung Grafik

Hinweis: Die Bestattungspflicht (rechtzeitige Bestattung) und die Kostentragungspflicht (Kosten der Bestattung) sind getrennt voneinander zu betrachten. Die Kosten der Bestattung sind von dem bzw. den im Testament begünstigten Erben zu tragen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um dieselben Personen - nur manchmal gibt es Ausnahmen: beispielsweise, wenn ein Freund, Verein oder eine Stiftung im Testament als Erbe eingetragen ist.

Welche Fristen müssen eingehalten werden?

Innerhalb der ersten 36 Stunden:

  • Benachrichtigung eines Arztes: Für die Ausstellung des Totenscheins ist es zwingend notwendig, einen Arzt zu informieren, der den Toten untersucht. Für die Ausstellung des Totenscheins benötigt der Arzt den Personalausweis des Verstorbenen. 
  • Bestattungsunternehmen beauftragen: Nach Feststellung der Todesursache müssen Sie ein Bestattungsunternehmen auswählen, das die Überführung des Verstorbenen übernimmt. Bis maximal 36 Stunden können Sie den Verstorbenen zuhause aufbahren 
  • Hinweis: Überprüfen Sie vor Beauftragung eines Bestatters, ob es einen Vorsorgevertrag, eine Sterbegeldversicherung oder eine Bestattungsverfügung gibt, die einen speziellen Bestatter und andere Wünsche des Verstorbenen beinhalten.
  • Meldung bei Standesamt: Das zuständige Standesamt muss informiert werden und ist verantwortlich für die Ausstellung der Sterbeurkunde. Die Geburtsurkunde und der Personalausweis sind hierbei zwingend erforderlich, je nach Familienstand noch zusätzlich die Heiratsurkunde, Sterbeurkunde des Ehepartners oder das Scheidungsurteil. 

Persönliche Beratung

Daniel Seeger und sein Service-Team freuen sich auf Ihre Fragen und beraten Sie gerne!
Sie erreichen uns werktags von 8.00 - 20.00 Uhr. Rufen Sie uns einfach an.

Telefon 06201 - 84 62 555

Sterbegeldversicherung - Grafik über benötigte Dokumente wenn ein Angehöriger verstorben ist.

Innerhalb der ersten 72 Stunden:

  • Krankenkasse & Rentenversicherung informieren: Klären Sie mit dem Bestattungsunternehmen, welche Formalitäten es für Sie übernimmt. In vielen Fällen werden die Krankenkasse und die Rentenversicherung vom Bestatter informiert. 
  • Arbeitgeber informieren: Die Mitteilung über den Tod müssen Sie auch an den Arbeitgeber des Verstorbenen geben. 
  • Versicherungen informieren: Viele Menschen sorgen für das Ableben in Form einer Sterbegeldversicherung vor. Ist dies der Fall, sollten Sie die in der Sterbegeldversicherung abgegebene Frist nicht verstreichen lassen. Die Unfall- und Rentenversicherung sollten Sie ebenfalls zeitnah über den Tod des Verstorbenen informieren. 
  • Abgabe Testament beim Nachlassgericht: Sofern ein Testament existiert und Sie es wissen / finden, müssen Sie es beim zuständigen Nachlassgericht einreichen. 

 

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Welche weiteren Formalitäten und Aufgaben sollten erledigt werden?

Neben den genannten, offiziellen Fristen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Aufgaben, die nach dem Tod eines Menschen zu verrichten sind. Dazu gehören beispielsweise sämtliche Vorbereitungen für die Trauerfeier und Bestattung, das Aufsetzen einer Todesanzeige sowie weitere Formalitäten wie beispielsweise Telefon-, Gas- und Stromverträge kündigen und den Hausstand auflösen.

Trauerfeier und Bestattung:

  • Bestimmung der Art der Bestattung
  • Auswahl von Sarg oder Urne beim Bestattungsunternehmen 
  • Auswahl des Friedhofes und Grabes (Grabnutzungsrecht)
  • Vereinbaren eines Termins für die Bestattung (Pfarrer, Friedhofsverwaltung)
  • Aufsetzen einer Traueranzeige mit Hinweis auf die Bestattung
  • Auswahl von Grabschmuck (Blumen, Schleifen, Kränze) 
  • Reservierung Gaststätte für Trauerfeier
  • Organisation der Grabpflege und Grab aufräumen (ca. 6 Wochen nach Trauerfall)
  • Auswahl eines Grabsteins oder einer Grabplatte (ca. 6 Monate nach Trauerfall)

Haus und Wohnung (falls notwendig):

  • Versorgung von Tieren (und Pflanzen) regeln
  • Vermieter informieren und Übergabe besprechen
  • Bzw. bei Eigentum weiteres Vorgehen klären
  • Haus / Wohnung ausräumen (gff. Sperrmüll anmelden)
  • Bestehende Verträge kündigen/abmelden (Internet & Telefon / Strom & Gas / GEZ /Zeitungsabonnements)

Information von Freunden und Bekannten:

Die Benachrichtigung der Familienmitglieder und engster Freunde sollten Sie ebenfalls selbst übernehmen. Hier kann es hilfreich sein, wenn man bereits zu Lebzeiten eine Liste aufsetzt, wer beim eigenen Ableben informiert werden soll. Manchmal wissen die Angehörigen vielleicht nicht ganz genau, welche Freunde oder Bekannte Jemandem wichtig waren.

Digitales Leben und Online-Profile:

Facebook, Amazon und Co – heutzutage besitzt jeder von uns ein digitales Leben mit einer Vielzahl von Benutzerkonten, Online-Profilen und Registrierungen. Die Abmeldung von diesen fällt den Hinterbliebenen oftmals am schwersten, denn ohne Passwort beziehungsweise ohne das Wissen, dass ein Online Profil existiert, wird eine Abmeldung nur sehr schwer möglich sein.

Aus diesem Grund ist es ratsam, eine Liste der Benutzerkonten (und evtl. Passwörter) für die Hinterbliebenen vorbereitet zu haben. Mittlerweile gibt es einige Dienstleister, die eine digitale Nachlassverwaltung anbieten. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug, in dem Sie zu Lebzeiten alle wichtigen Informationen über Ihr digitales Leben speichern können. Im Trauerfall übernimmt die digitale Nachlassverwaltung die Aufgabe für die Hinterbliebenen und sorgt für die Löschung aller Online Profile (wenn gewünscht).

 

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Wer trägt die Kosten für eine Beerdigung?

Die Kosten werden von den Erben getragen – sie haben die Kostentragungspflicht (§1968 BGB). Existiert kein Testament, ist es die Person, die auch die Bestattungspflicht innehat und gegenüber dem Verstorbenen unterhaltspflichtig war (§1615 BGB). Durch ein Testament könnte hier jedoch eine abweichende Person als Erbe eingesetzt sein.

Für die eigene Beerdigung kann auch vorgesorgt werden. Mit durchschnittlich 7.000 Euro ist in Deutschland für eine Bestattung zu rechnen. Mit Rücklagen auf einem Konto, einer Bestattungsvorsorge oder einer Sterbegeldversicherung können Sie einerseits Ihre Hinterbliebenen für die Kosten der Beerdigung absichern. Andererseits können Sie damit sicherstellen, dass Ihre Bestattung so abläuft, wie Sie sich das vorstellen.

Checkliste für den Todesfall

In unserem Ratgeber ‚Checkliste Trauerfall: Fristen und Formalitäten‘ haben wir alle wichtigen Aspekte für Sie zusammengetragenen. Sie finden hier weitere Informationen und praktische Hilfen, welche Aufgaben beim Tod eines Menschen anfallen und wie Sie Formalitäten und Dokumente sinnvoll organisieren.

 


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