Altersgerechtes Wohnen: Zusätzliche Leistungen für pflegebedürftige Menschen

Die meisten Menschen haben den Wunsch, im Alter möglichst lange selbstbestimmt in einer häuslichen Umgebung zu bleiben. Senioren-Wohngemeinschaften und Pflege-Wohngemeinschaften eröffnen vielen älteren Menschen diese Möglichkeit. Von Erwin Rüddel, MdB

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Wenn sich ältere Menschen zusammenfinden und eine Wohngemeinschaft gründen, beugen sie damit der Gefahr der Vereinsamung vor, die mit Alter und Pflegebedürftigkeit oft einhergeht. Auf Unterstützung bei Betreuung und Pflege müssen die Mitbewohner einer solchen Wohngemeinschaft nicht verzichten. Im Gegenteil: Die Bewohner können neben Mitteln für Umbauten auch einen monatlichen Wohngruppenzuschlag erhalten.

Um es Pflegebedürftigen zu ermöglichen, möglichst lange selbstständig und in häuslicher Umgebung zu wohnen, ohne dabei jedoch auf sich allein gestellt zu sein, werden ambulant betreute Wohngruppen von der Pflegeversicherung besonders gefördert. Als Mitglied einer solchen Wohngruppe erhalten Sie zusätzlich zu den sonstigen Leistungen auf Antrag eine Pauschale in Höhe von monatlich 205 Euro, den sogenannten Wohngruppenzuschlag.

Anschubfinanzierung für neue Wohngruppen

Darüber hinaus erhalten Versicherte, die eine neue ambulant betreute Wohngruppe gründen, eine Anschubfinanzierung zur altersgerechten oder barrierefreien Umgestaltung der gemeinsamen Wohnungen: Jeder Pflegebedürftige, der sich an der Gründung beteiligt, kann bei seiner Pflegekasse einmalig eine Förderung von bis zu 2.500 Euro beantragen. Die Gesamtförderung je Wohngemeinschaft ist allerdings auf 10.000 Euro begrenzt.

Umbauten in der Wohnung

Zusätzlich kann der Zuschuss der Pflegeversicherung für notwendige Umbauten (z.B. für die Vergrößerung einer Dusche) in Anspruch genommen werden. Zu diesen das Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen zählt beispielsweise auch die Verbreiterung der Türen oder der Einbau eines Treppensitzlifts.

Als Obergrenze für die Wohngruppe gilt dann ein Betrag von 16.000 Euro. Das bedeutet, dass bei vier Pflegebedürftigen jeder den vollen Förderbetrag von bis zu 4.000 Euro für die Anpassung der gemeinsamen Wohnung erhalten kann. Leben mehr als vier anspruchsberechtigte Personen zusammen, wird der Gesamtbetrag von 16.000 Euro anteilig von den Pflegekassen der Versicherten übernommen.

Fördermittel von der KfW

In vielen Städten und Kreisen gibt es zudem Programme zur Förderung von Umbaumaßnahmen für altersgerechte Wohnungen. Unabhängig vom Alter, Pflegebedürftigkeit und Einkommen gibt es dafür zinsgünstige Darlehen in Höhe von bis zu 50.000 Euro von der KfW. Wer mehr als 6.000 Euro in seinen barrierefreien Wohnraum investiert, kann außerdem einen Zuschuss in Höhe von 5 Prozent der Kosten, jedoch maximal 2.500 Euro erhalten.

Weitere Informationen finde Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnanpassung e.V.


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