Entlastung für pflegende Angehörige

Umfragen deuten darauf hin, dass noch immer viele Menschen nicht oder nur unzureichend über die neuen Regelungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege informiert sind. Dabei gelten seit dem Jahreswechsel zahlreiche Neuerungen, die für pflegende Angehörige Erleichterungen und Hilfen mit sich bringen. Und wir wollen natürlich, dass diese vielfältigen Entlastungsmöglichkeiten auch genutzt werden, die zum 1. Januar 2016 mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten sind. Von Erwin Rüddel MdB

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Das gilt vor allem mit Blick auf zahlreiche Berufstätige, die z.B. aus Angst vor beruflichen Nachteilen bisher davon abgesehen haben, daheim die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen. Auch ist vielen Menschen noch immer die Familienpflegezeit unbekannt. Deshalb sei ausdrücklich auf folgende Neuregelungen hingewiesen:

  • Pflegebedürftige können die Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim oder einer darauf eingestellten Tagespflegeeinrichtung in Anspruch nehmen. Der Zeitraum für die Nutzung der Kurzzeitpflege wird auf acht Wochen verdoppelt.
  • Auszeit für Pflegende: Pflegende Angehörige, die selbst krank werden oder einmal eine Auszeit benötigen, können sich seit dem Jahreswechsel jetzt auch bei der Ersatzpflege von Freunden oder Verwandten vertreten lassen.
  • Neu ist seit Jahresbeginn 2016 ferner, dass die Pflegekassen das Pflegegeld zur Hälfte weiterzahlen: 56 Tage lang bei der Kurzzeitpflege, 42 Tage bei der Ersatzpflege. Bisher durfte in beiden Fällen lediglich für höchstens 28 Tage weitergezahlt werden.
  • Schließlich war bislang nur eine Beratung für die Pflegebedürftigen selbst im Leistungskatalog der Pflegeversicherung vorgesehen. Das hat sich jetzt geändert: Auch Angehörige bekommen ab sofort eine entsprechende Beratung durch pflegekundige Fachleute.

Über den Rechtsanspruch auf reduzierte Arbeitszeit und teilweise Freistellung sowie die neuen Möglichkeiten zur sozialen Absicherung von Pflegepersonen können sich die Betroffenen selbstverständlich im Detail bei ihrer jeweiligen Krankenkasse informieren. Zudem bietet das Bundesgesundheitsministerium im Internet einen sehr übersichtlichen Leitfaden für Pflegebedürftige und deren Angehörige an.

In dieser Legislaturperiode verwirklichen wir die umfassendsten Verbesserungen seit Einführung der sozialen Pflegeversicherung vor über 20 Jahren. Deshalb mein dringender Appell an alle Betroffenen, sich kundig zu machen über die neuen gesetzlichen Regelungen, damit diese auch möglichst vielen pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen zugutekommen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit unter:

http://www.bmg.bund.de/themen/pflege/pflege-berater.html

http://www.bmg.bund.de/service/pflegeleistungs-helfer.html

http://www.bmg.bund.de/themen/pflege/pflege-berater/pflegende-angehoerige.html

 


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