Einen Höherstufungsantrag stellen

Hat die Pflegeversicherung einmal einen Pflegegrad oder eine Pflegestufe (vor dem 01.01.2017) bewilligt, ist dies in der Regel nicht das Ende des Dialogs mit der Kasse. In den meisten Fällen verschlechtern sich der Zustand pflegebedürftiger Menschen im Laufe der Zeit. Damit steigen die Pflegebedürftigkeit und der Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Hand in Hand
© Mark Ocskay | Fotolia.com

Ob die Pflegeversicherung das aber genauso sieht, ist fraglich. Die Statistiken belegen, dass sie die Einschätzung der Antragsteller in mehr als der Hälfte der Fälle nicht teilt und höhere Leistungen ablehnt. Auch ein Höherstufungsantrag muss sorgfältig vorbereitet werden, damit ein faktischer Leistungsanspruch auch bewilligt wird.

Berechnen Sie hier Ihren Pflegegra

Überleitung aus Pflegestufen in Pflegegrade

Zum 01. Januar 2017 hat sich vieles geändert. Das Pflegestärkungsgesetz II wurde umgesetzt. Aus Pflegestufen wurden Pflegegrade und dieser Veränderung liegt ein weitgehend anderes Verständnis von Pflegebedürftigkeit zugrunde. Während früher primär körperliche Einschränkungen berücksichtigt wurden, werden die Einschränkungen in der Selbständigkeit mittlerweile sehr viel ganzheitlicher gesehen. Auch geistige und soziale Belange werden berücksichtigt. An Demenz erkrankten Menschen werden z. B. seitdem höhere Leistungen zugesprochen.

Wem vor dem 31.12.2016 schon eine Pflegestufe bewilligt wurde, wurde ab 2017 automatisch ein Pflegegrad zugesprochen. Experten gehen davon aus, dass in etwa der Hälfte aller übergeleiteten Fälle eine korrekte Überleitung erfolgt ist. In einem Viertel aller Fälle wurde in einen zu hohen Pflegegrad übergeleitet und im restlichen Viertel in einen zu niedrigen. Sie sollten also auf jeden Fall nach dem neuen System prüfen, ob Sie die Leistungen erhalten, die Ihnen zustehen.

Höherstufung beantragen

Wenn Sie denken, dass Sie in einen zu niedrigen Pflegegrad übergeleitet wurden oder sich Ihr Grad der Pflegebedürftigkeit erhöht hat, sollten Sie einen Antrag auf Höherstufung stellen. Wie bei Ihrer letzten Begutachtung, kommt auch dieses Mal wieder der MDK oder Medicproof zu Ihnen nach Hause, um sich ein persönliches Bild der Pflegebedürftigkeit zu machen.

Wenn Sie sich optimal auf den Begutachtungstermin vorbereiten möchten, sollten Sie sich unbedingt mit den seit dem 01.01.2017 geltenden Begutachtungskriterien vertraut machen. Das kann durch den auf dieser Seite angebotenen Pflegegradrechner erfolgen oder indem Sie sich ein aktuelles Pflegetagebuch besorgen und Ihre Pflegesituation dokumentieren.

Bestandsschutz nach Überleitung

Gehören Sie zur Gruppe derer, die zum 01.01.2017 von einer Pflegestufe in einen Pflegegrad übergeleitet wurden, gibt es erfreuliche Nachrichten. Mit der Einführung des Pflegestärkungsgesetz II hat der Gesetzgeber eine Art Bestandsschutz eingeführt. Das bedeutet, dass ein Antrag auf Höherstufung nicht dazu führen kann, dass Sie zurückgestuft werden.

Nur eine Ausnahme gilt es im Blick zu behalten: Kommt der Gutachter zum Schluss, dass gar kein Pflegegrad mehr gerechtfertigt ist, stellt die Kasse die Leistungen vollständig ein. In diesem Fall gilt der Bestandsschutz also nicht.

Lassen Sie sich unterstützen

Es lohnt sich in jedem Fall, mit einem auf die Leistungsberatung spezialisierten Unternehmen den eigenen Fall zu prüfen und zu besprechen, was das beste Vorgehen ist. Die telefonische Erstberatung ist kostenlos und bei weiterführender Begleitung und Unterstützung fällt nur dann ein Honorar an, wenn die gewünschte Höherstufung auch tatsächlich stattfindet.

 

Berechnen Sie hier Ihren Pflegegrad

 

Quelle: FAMILIARA


Anzeige


Suchmodule