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Einen Pflegegrad beantragen

Auf dieser Seite erklären wir Ihnen, wie Sie vorgehen müssen, um Leistungen von der Pflegeversicherung zu erhalten.

Paar beantragt Pflegegrad
© Syda Productions | Fotolia.com

Ein pflegebedürftiger Mensch hat Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung. Voraussetzung für den Bezug dieser Leistungen ist jedoch, dass eine Pflegebedürftigkeit festgestellt und ein Pflegegrad bewilligt wird. Vielleicht kennen Sie noch den Begriff "Pflegestufe". Dieser wurde mit der Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes II am 01.01.2017 abgeschafft und durch den Begriff "Pflegegrad" ersetzt.

Übrigens ist es nicht selbstverständlich, dass ein Leistungsanspruch auch anerkannt wird. Jährlich gehen über eine Million Anträge bei den deutschen Pflegekassen und den privaten Versicherern ein. Diese beauftragen dann den MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen) bzw. Medicproof (die Gutachterorganisation der Privaten Versicherer) mit der Prüfung, ob ein Leistungsanspruch besteht.

Etwa ein Drittel aller Anträge wird abgelehnt oder es wird ein zu niedriger Pflegegrad bewilligt. Man geht davon aus, dass ca. 70 Prozent aller Gutachten fehlerhaft sind, was in den meisten Fällen in einem zu niedrigen Pflegegrad resultiert. Übrigens: Wenn Sie vor Beantragung wissen wollen, welcher Pflegegrad Ihnen möglicherweise zusteht, können Sie dies mit unserem Online-Pflegegradrechner ermitteln.

Formlose Antragstellung

Um Leistungen von der Pflegeversicherung zu erhalten, müssen Sie diese bei der Pflegeversicherung beantragen. Das ist zunächst sehr viel einfacher als man denkt. Ein formloser Antrag und sogar ein Telefonat reichen aus, um den Prozess in Gang zu setzen. Wichtig: Der Monat, in dem Sie der Kasse unmissverständlich mitgeteilt haben, dass Sie Leistungen der Pflegeversicherung beantragen möchten, gilt nach Bewilligung als der erste Leistungsmonat. Daher ist es zu empfehlen, das Datum des Erstkontaktes zu dokumentieren oder Ihr formloses Schreiben per Einschreiben an die Pflegeversicherung zu schicken.

 

Berechnen Sie hier Ihren Pflegegrad

Musterantrag der Kasse

Nach Ihrem telefonischen oder schriftlichen Antrag schickt Ihnen die Pflegeversicherung per Post ein Antragsformular zu, in dem Sie zu Ihrer konkreten Situation eine Reihe von Angaben machen müssen. Sobald dieses Formular ausgefüllt bei der Pflegeversicherung eingeht, beauftragt die Kasse den MDK, Sie zu begutachten.

Bereiten Sie den Begutachtungstermin vor

Nun könnten Sie sich zurücklehnen und den Begutachtungstermin abwarten. Allerdings laufen Sie damit Gefahr, einen sehr wichtigen Termin unvorbereitet wahrzunehmen und letztlich nicht die Leistungen zu erhalten, die Ihnen zustehen.

Sehr viel sinnvoller ist es, den Begutachtungstermin bestmöglich vorzubereiten, und zu verstehen, was genau überprüft wird und was die Kriterien für Pflegebedürftigkeit sind. Nur wenn Sie gut vorbereitet sind, können Sie sichergehen, dass der Gutachter die Pflegesituation tatsächlich versteht.

Mit dem seit 2017 geltenden Begutachtungssystem ist die Ermittlung eines Pflegegrades ein sehr transparenter Prozess geworden. Die Kriterien zur Beurteilung von Pflegebedürftigkeit lassen sich mit Hilfe eines Pflegetagebuchs oder eines Pflegegradrechners sehr gut nachvollziehen. Laden Sie sich am besten unser Pflegetagebuch aus dem Internet herunter oder nutzen Sie unseren Pflegegradrechner

Ein häufiges Problem während der Begutachtung ist übrigens, dass die pflegebedürftige Person versucht, sich aus Scham so gesund und selbstständig zu präsentieren, wie sie nur kann. Die Folge ist eine meist zu optimistische Einschätzung durch den Gutachter und die Bewilligung von zu geringen oder gar keinen Leistungen durch die Pflegeversicherung.

Der Begutachtungstermin

Nachdem der Termin mit dem MDK oder Medicproof vereinbart wurde, kommt der Gutachter innerhalb eines vorher angekündigten Zeitfensters zu Ihnen nach Hause oder ins Pflegeheim. Wenn erforderlich, kann auch bereits im Krankenhaus begutachtet werden.

Der Gutachter hat in der Regel 45 Minuten, selten mehr als eine Stunde Zeit. Es ist kaum möglich, jede der über 60 für die Ermittlung eines Pflegegrades notwendigen Fragen zu erörtern. Die Folge ist, dass der Gutachter oft aufgrund eines Gesamteindrucks Annahmen trifft, die für Sie nicht zutreffen.

Dies sollten Sie unbedingt vermeiden, weil genau hier Fehleinschätzungen entstehen, die häufig zu Ihren Ungunsten sind. Wenn Sie gut vorbereitet sind, können Sie den Gutachter explizit auf die Bereiche hinweisen, in denen die Selbständigkeit eingeschränkt ist. Geben Sie ihm Ihr Pflegetagebuch oder eine Kopie davon oder das Ergebnis Ihrer Pflegegradberechnung. Damit stellen Sie sicher, dass Ihre Situation richtig gewürdigt wird.

Bescheid der Pflegekasse

Kurze Zeit nach dem Begutachtungstermin erhalten Sie den Bescheid der Pflegeversicherung. Darin steht, welcher Pflegegrad Ihnen zugesprochen wird und welche Leistungen Ihnen zustehen. Fordern Sie in jedem Fall das erstellte Gutachten an – auch wenn Sie mit dem Pflegegrad zufrieden sind – und lesen Sie es aufmerksam durch. Wenn an einigen Stellen Ihre Situation zu positiv beschrieben wurde, sollten Sie einen Widerspruch in Betracht ziehen. Prüfen Sie zudem, ob die Ihnen zustehenden Leistungen rückwirkend korrekt berechnet wurden.

Kompetente Unterstützung beim Antrag

Die Beantragung von Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung und der darauffolgende Prozess ist mit einigen Stolperfallen versehen. Eine Unterstützung durch einen spezialisierten Anbieter ist empfehlenswert.

Spezialisten entlasten Sie nicht nur durch die Übernahme bürokratischer Prozesse, sondern stellen auch sicher, dass Sie die Leistungen erhalten, die Ihnen tatsächlich zustehen – bis hin zu Ermittlung rückwirkender Leistungsansprüche.

Nutzen Sie unser kostenloses Erstberatungsgespräch, um eine Einschätzung Ihrer Situation zu erhalten, und finden Sie heraus, welche Unterstützungsmöglichkeiten Sie haben.

 

 

Quelle: FAMILIARA

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