Widerspruch gegen einen Pflegegrad einlegen

Über eine Million Anträge auf Leistungen erhalten die gesetzlichen und privaten Pflegeversicherer jährlich. Ungefähr ein Drittel dieser Anträge werden abgelehnt oder es werden fälschlicherweise zu niedrige Leistungen bewilligt.

Paar lässt sich beraten
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In den meisten Fällen werden die Bescheide hingenommen. Nur 7 Prozent der negativen Bescheide werden mittels eines Widerspruchs angefochten – obwohl Schätzungen zufolge mindestens 50 Prozent der Betroffenen mit einem Widerspruch Erfolg hätten. Der Grund: Die Betroffenen und deren Angehörige meiden den Aufwand, den ein Widerspruchsverfahren mit sich bringt. Aus Angst vor Bürokratie, Überlastung und den emotionalen Turbulenzen, die eine Auseinandersetzung mit der Behörde mit sich bringt, wird der Bescheid akzeptiert – auch wenn er ungerechtfertigt ist.

Höherstufungsanträge und Widersprüche lohnen sich

Blendet man persönliche Gründe der Betroffenen aus, sprechen die Fakten eine sehr klare Sprache: Jeder Antrag und Widerspruch lohnt sich und sollte lieber zu früh als zu spät gestellt werden. Leistungen, das wissen viele nicht, stehen den Betroffenen nämlich ab dem Tag der Antragstellung zu. Nicht etwa ab dem Tag der Bewilligung. Entscheidend ist also der Tag, an dem der Antrag gestellt wurde.

 

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Wie funktioniert ein Widerspruch?

Erlässt die Pflegeversicherung einen negativ lautenden Bescheid, sollte der Betroffene zunächst einmal das Pflegegutachten des MDK anfordern und durchlesen. Dank des Pflegestärkungsgesetzes II ist der Aufbau der MDK Gutachten einheitlicher und leichter zu verstehen. Berücksichtigt das Gutachten die Pflegesituation nicht angemessen, sollte ein Widerspruch eingelegt werden.

Eine gute Orientierung bietet die Nutzung unseres Pflegegradrechners, mit dem man selbst in ca. 45 Minuten berechnen kann, welcher Pflegegrad angemessen wäre. Der Widerspruch kann als "Zweizeiler" formlos an die Pflegekasse geschickt werden, am besten per Einschreiben. Achtung: Ein Widerspruch muss innerhalb von einem Monat nach Zugang des Bescheides bei der Pflegekasse eingehen.

Nachdem der Widerspruch eingelegt wurde, lohnt es sich, die eigene Pflegesituation anhand eines Pflegetagebuches zu dokumentieren. Aus den Abweichungen zwischen der eigenen Einschätzung im Pflegetagebuch und dem MDK Gutachten muss dann eine so genannte fachliche Begründung formuliert werden. Darin ist so genau wie möglich zu begründen, warum das MDK Gutachten die Pflegesituation falsch einschätzt.

Auf der Basis dieser fachlichen Begründung schickt die Pflegeversicherung in der Regel einen anderen MDK-Gutachter, der die in der fachlichen Begründung aufgeführten Argumente überprüft und die Pflegesituation neu beurteilt. Wenn alles gut läuft, ergeht danach ein positiver Bescheid und die Leistungen werden bewilligt.

Unterstützungsangebote nutzen

In Summe kommen bei einem Widerspruch einige Stunden Arbeit zusammen. Und das in einer Lebensphase, in der die Zeit aufgrund der Pflegesituation meist knapp bemessen ist. Es empfiehlt sich daher, auf die Unterstützung durch Experten zurück zu greifen. Spezialisierte Pflegeberatungsunternehmen haben aufgrund jahrelanger Erfahrung höhere Erfolgschancen bei einem Widerspruch und entlasten die Betroffenen organisatorisch und emotional.

Serviceangebot Widerspruchsbegleitung

Nehmen Sie noch heute Kontakt mit unserem Partner Familiara auf und lassen Sie sich beim Widerspruch gegen einen Bescheid der Pflegekasse unterstützen. Die telefonische Erstberatung ist kostenlos und nur bei erfolgreicher Bewilligung des gewünschten Pflegegrades erhält das Unternehmen als Erfolgshonorar einen Teil der rückwirkend erstatteten Leistungen.

 

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Quelle: FAMILIARA


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