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Häusliche Pflege: Was zahlt die Pflegekasse?

Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad haben Anspruch auf die Leistungen der Pflegekasse. Krankenkasse und Sozialamt erstatten unter Umständen weitere Kosten.

Pflegebdürftige mit anerkanntem Pflegegrad haben Anspruch auf die Leistungen der Pflegekasse.
©Bru-nO | Pixabay.com


1. Welche Leistungen können für ambulante Betreuungsangebote erhalten werden?

2. Welche Leistungen können je nach Pflegegrad bezogen werden?

2.1. Leistungen für alle Personen mit anerkanntem Pflegegrad

2.2. Pflegegeld und Pflegesachleistungen

3. Welche weitere finanzielle Unterstützung kann in Anspruch genommen werden?


Zur Finanzierung der häuslichen Pflege können Pflegebedürftige Leistungen der Pflegekasse beanspruchen. Je nach Pflegegrad können Pflegegeld, Pflegesachleistungen und weitere Leistungen bezogen werden.

1. Welche Leistungen können für ambulante Betreuungsangebote erhalten werden?

Um die Pflege durch Angehörige zu finanzieren, kommt zunächst das Pflegegeld der Pflegeversicherung in Betracht, das je nach Pflegegrad zwischen 316 und 901 Euro pro Monat beträgt. Um Leistungen der Pflegekasse zu erhalten, müssen Pflegebedürftige einen Antrag bei ihrer zuständigen Pflegeversicherung stellen. Nach Prüfung durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung erfolgt anschließend die Einstufung in einen der Pflegegrade 1 bis 5.

Das Leistungsangebot der häuslichen Pflege können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nach ihren Wünschen gestalten und zusammenstellen. Wer einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen möchte, kann hierfür Pflegesachleistungen beantragen. Wichtig ist, die Pflegekasse zeitnah über die voraussichtlichen Kosten der beabsichtigten Inanspruchnahme eines Pflegedienstes zu informieren. Bei der Wahl des ambulanten Pflegedienstes sollte vor allem darauf geachtet werden, dass dieser von der Pflegekasse zugelassen ist, damit er von der Pflegeversicherung abgerechnet werden kann.

TIPP DER REDAKTION:

Informieren Sie sich zunächst bei den Leistungs- und Vergleichslisten ihrer zuständigen Pflegekasse über zugelassene ambulante Pflegedienste. Sie finden diese auch online auf der Website Ihrer Pflegekasse. Lassen Sie sich vor Vertragsabschluss einen Kostenvoranschlag vom Pflegedienst Ihrer Wahl anfertigen und legen Sie diesen Ihrer Pflegekasse vor. Denken Sie zudem daran, Ihre Pflegeversicherung zu informieren, wenn Sie Ihren Pflegedienst wechseln.

2. Welche Leistungen können je nach Pflegegrad bezogen werden?

Die Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 geben jeweils den Grad der Beeinträchtigung der Selbständigkeit an. Sie bauen darauf auf, wie selbständig Betroffene ihren Alltag noch meistern können und berücksichtigen somit nicht nur körperlich eingeschränkte, sondern beispielsweise auch demenzkranke Personen.

2.1. Leistungen für alle Personen mit anerkanntem Pflegegrad

Pflegebedürftigen der Pflegegrade 1 bis 5 stehen grundsätzlich folgende Leistungen ihrer Pflegeversicherung zu:

  • Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von 125 Euro
  • Erstattung für Kosten der Wohnraumanpassung bis zu einer Höhe von 4.000 Euro
  • Erstattung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro
  • Für den Hausnotruf: Erstattung von 10,49 Euro einmalig für Anschlusskosten und 18,36 Euro monatlich für den Betrieb

2.2. Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Je nach Einstufung in einen Pflegegrad können Betroffene ab Pflegegrad 2 zudem finanzielle Leistungen wie Pflegegeld und Pflegesachleistungen in bestimmter Höhe in Anspruch nehmen. Darüber hinaus erhalten Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 eine Erstattung für Kosten der Kurzzeit- oder Verhinderungspflege bis zu 1.612 Euro pro Jahr.

Leistungen bei Pflegegrad 2

  • Bei häuslicher Pflege durch Angehörige: Pflegegeld in Höhe von 316 Euro
  • Bei Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst: Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) in Höhe von 689 Euro
  • Bei vollstationärer Pflege: Zuschuss in Höhe von 770 Euro

Leistungen bei Pflegegrad 3

  • Bei häuslicher Pflege durch Angehörige: Pflegegeld in Höhe von 545 Euro
  • Bei Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst: Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) in Höhe von 1.298 Euro
  • Bei vollstationärer Pflege: Zuschuss in Höhe von 1.262 Euro

Leistungen bei Pflegegrad 4

  • Bei häuslicher Pflege durch Angehörige: Pflegegeld in Höhe von 728 Euro
  • Bei Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst: Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) in Höhe von 1.612 Euro
  • Bei vollstationärer Pflege: Zuschuss in Höhe von 1.775 Euro

Leistungen bei Pflegegrad 5

  • Bei häuslicher Pflege durch Angehörige: Pflegegeld in Höhe von 901 Euro
  • Bei Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst: Pflegesachleistungen oder Zuschuss zur teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) in Höhe von 1.995 Euro
  • Bei vollstationärer Pflege: Zuschuss in Höhe von 1.775 Euro

3. Welche weitere finanzielle Unterstützung kann in Anspruch genommen werden?

Auch die Krankenkasse kommt unter Umständen für die Finanzierung von Maßnahmen und Hilfsmitteln zur Pflege auf, die vom Arzt verordnet werden. Hierzu gehören vor allem häusliche Krankenpflege, Behandlungspflege und medizinische Hilfsmittel.

Unter häusliche Krankenpflege fallen pflegerische Tätigkeiten, die eine ärztliche Therapie begleiten oder fortführen. Neben Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung steht hierbei die Behandlungspflege im Mittelpunkt. Für Behandlungspflege sind grundsätzlich ausgebildete Pflegefachkräfte verantwortlich.

Reichen Einkommen und Vermögen nicht zur Existenzsicherung bzw. Abdeckung von Pflegekosten aus, können Pflegebedürftige eventuell Grundsicherung oder „Hilfe zur Pflege" beanspruchen. Leistungen der Grundsicherung können Menschen erhalten, die dauerhaft erwerbsgemindert sind oder das Rentenalter erreicht haben. Die Grundsicherung umfasst die Kostenerstattung für Unterkunft und Heizung. Außerdem erhalten Bezieher einen Regelsatz von derzeit 416 Euro monatlich.

Für Pflegebedürftige mit Pflegegrad, die die restlichen Kosten nicht selbst übernehmen können, besteht die Möglichkeit, „Hilfe zur Pflege" vom Sozialamt zu beziehen. Die Hilfe zur Pflege entspricht weitestgehend den Leistungen der Pflegeversicherung – wobei sämtliche tatsächlich anfallende Kosten übernommen werden.

In Ergänzung dazu können bedürftige Bewohner stationärer Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen das sogenannte Pflegewohngeld erhalten, das sich als Zuschuss zu den Investitionskosten versteht (u. a. für den Unterhalt der Gebäude).

 

Quelle: Redaktion seniorenportal.de

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