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Hundetherapie in der stationären Pflege

Therapeuten auf vier Pfoten fördern Wohlbefinden und Kommunikationsfähigkeit.

Die fröhlichen Vierbeiner fördern Wohlbefinden und Kommunikationsfähigkeit bei älteren Menschen.
©MISS_SUMMER | Pixabay.com


1. Was bedeutet tiergestützte Therapie?

2. Wie können Therapiehunde in der stationären Pflege eingesetzt werden?

3. Wie helfen Therapiehunde beim Umgang mit Demenz?

4. Welche Eigenschaften muss ein Hund mitbringen, um in der Therapie eingesetzt zu werden?

5. Wie werden Hunde zum Demenzhund ausgebildet?


Therapiehunde tragen im Rahmen der tiergestützten Therapie dazu bei, psychische oder neurologische Erkrankungen und geistige Behinderungen zu lindern. Hunde eignen sich insbesondere als Therapietiere für Pflegebedürftige und Demenzkranke, weil sie eine Beziehung zum Menschen aufbauen können, die sich durch bedingungslose Anerkennung auszeichnet.

1. Was bedeutet tiergestützte Therapie?

Maßnahmen der tiergestützten Therapie als alternative Behandlungsverfahren sollen sich durch den gezielten Einsatz eines Tieres positiv auf das körperliche und seelische Erleben und Verhalten eines Menschen auswirken. Mensch und Tier funktionieren dabei idealerweise als Einheit, bei der das Tier eine Helferbeziehung zum Menschen aufbaut. Tiere wirken auf erkrankte Menschen insbesondere deshalb heilend, weil sie nicht bewerten und Wärme sowie emotionale Nähe geben. Beim Umgang mit dem Tier aktivieren Menschen seelische Selbstheilungskräfte, außerdem werden soziale und kommunikative Fähigkeiten gefördert. Während des Kontakts zum Tier wird der Patient mit seinen eigenen Gefühlen konfrontiert und lernt, mit diesen umzugehen.

2. Wie können Therapiehunde in der stationären Pflege eingesetzt werden?

Hunde gelten als gefühlvoll und können über Blicke, Geräusche und Berührungen mit Betroffenen kommunizieren. Sie wirken deshalb positiv auf Menschen, die sich wenig oder gar nicht mehr verbal äußern können. In Pflegeheimen setzen Therapeuten speziell ausgebildete Hunde als Medium ein, um einen Zugang zum Bewohner zu finden und die Kommunikationsfähigkeiten des Pflegebedürftigen zu verbessern.

Häufiger als spezielle Therapiehunde kommen Besuchshunde in Pflegeeinrichtungen zum Einsatz. Hundeführer müssen hierfür keine therapeutische Grundausbildung mit ihrem Hund durchlaufen. Hier stehen vor allem Aktivitäten im Vordergrund, die Allgemeinbefinden und Lebensqualität der Bewohner fördern.

3. Wie helfen Therapiehunde beim Umgang mit Demenz?

Die Demenz als neurogeriatrische Erkrankung geht mit einem Verlust der kognitiven Leistungs- und Lebensbewältigungsfähigkeit einher. Neben der räumlichen und zeitlichen Orientierungsfähigkeit nimmt auch die verbale Kommunikationsfähigkeit ab.

Viele Therapeuten erleben vielfältige positive Auswirkungen auf Psyche, Gedächtnis und Verhalten der Bewohner. Hunde werden in der Demenztherapie eingesetzt, um motorische und psychische Fähigkeiten der erkrankten Heimbewohner zu trainieren, zum Beispiel durch Streicheln. Wenn Patienten mit fortgeschrittener Demenz wegen der abnehmenden Sprechfähigkeit nicht mehr mit anderen Methoden erreicht werden können, bauen Hunde mit nonverbaler Kommunikation eine Brücke zum Demenzkranken. So fördern Hunde die sprachliche Kontaktaufnahme zu Mitbewohnern und sind oft noch tagelang nach ihrem Besuch Gesprächsthema unter den Heimbewohnern. Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die sonst apathisch und in sich gekehrt sind, öffnen sich häufig im Umgang mit dem Hund. Sie erinnern sich an Erlebnisse der Vergangenheit, nehmen Blickkontakt mit ihren Mitmenschen auf und beginnen sogar teilweise zu sprechen. Schmerz, Stress- und Unruhezustände sowie depressive Verstimmungen werden auf diese Weise gelindert. Studien haben zudem gezeigt, dass ein zu hoher Blutdruck im Alter durch den Kontakt mit Hunden gesenkt wird.

Auch für Pflegekräfte ist der Einsatz von Therapie- oder Besuchshunden wertvoll. Durch die vermittelnde Funktion des Tieres fällt es ihnen leichter, eine Beziehung zum Bewohner zu entwickeln. Hunde entlasten Pflegekräfte, indem sie für eine vertraute Atmosphäre sorgen, Ängste abbauen und sogar die Orientierung der Bewohner fördern. Die Eingewöhnungszeit nach dem Umzug ins Pflegeheim kann dadurch erleichtert werden.

4. Welche Eigenschaften muss ein Hund mitbringen, um in der Therapie eingesetzt zu werden?

Um als Therapiehund eingesetzt zu werden, müssen Hunde einige Voraussetzungen erfüllen. In erster Linie muss dabei das Wesen des Hundes stabil sein. Er sollte einen freundlichen offenen Charakter besitzen, lernwillig sein, keine Scheu vor fremdem Menschen haben und keine Aggressionen zeigen. Insbesondere sollte ein angehender Therapiehund gut sozialisiert und sich im Klaren über seine Stellung im „Menschenrudel" sein. Außerdem muss er sich auch mit anderen Hunden vertragen und seinen Jagdinstinkt unter Kontrolle halten können – schließlich trifft er im Pflegeheim unter Umständen auch auf andere Hunde. Die bisherige Erziehung des Hundes sollte von Einfühlungsvermögen und positiver Bestärkung durch den Hundebesitzer geprägt sein.

Grundbedingungen sind zudem, dass der Hund körperlich und mental gesund ist sowie regelmäßig entwurmt und geimpft wird. Meistens werden jüngere Hunde bevorzugt, die schneller lernen und eine längere Zeit als Therapiehund wirken können. Die Grundkommandos („Sitz", „Platz" und „Bleib") sollten zu Beginn der Ausbildung gefestigt sein.

5. Wie werden Hunde zum Demenzhund ausgebildet?

Hundeschulen, Vereine oder das Deutsche Rote Kreuz bieten qualifizierte Ausbildungen zum Therapiehund für Mensch und Tier. In der Regel umfasst die Ausbildung einen Eignungstest für Hundeführer und Hund, einen theoretischen Kurs für den Hundeführer und praktische Übungen gemeinsam mit dem Vierbeiner. Die Ausbildung wird mit einer schriftlichen Prüfung des Hundehalters und einer praktischen Prüfung für Mensch und Tier abgeschlossen, bei der der Umgang des Hundes mit pflege- oder demenzkranken Menschen beurteilt wird. Inhalte des theoretischen Kurses für interessierte Hundehalter sind unter anderem therapeutisches Wissen, Kommunikation mit dem Patienten, Gesprächsführung, Wissen über Krankheitsbilder (Alzheimer, Parkinson, Schlaganfall usw.), Umgang mit Seh- und Sprechbehinderungen, Umgang mit dem Rollstuhl und Stressbewältigung des Hundes.

Meist finden gleichzeitig Hospitationen in Einrichtungen statt, in denen Therapiehunde bereits im Einsatz sind. Hunde in Ausbildung gewöhnen sich dabei spielerisch an die neue Umgebung und an den Kontakt zu den Bewohnern. Während der Ausbildungszeit wird das Verhalten des Hundes in Stresssituationen geübt. Der Hund lernt dabei, am Rollstuhl zu laufen sowie gelassen und entspannt zu reagieren, wenn sich Bewohner auffällig verhalten.

TIPP DER REDAKTION:

Neben Therapiehunden, die in stationären Einrichtungen eingesetzt werden, bildet das Deutsche Assistenzhunde-Zentrum Hunde aus, die in der häuslichen Pflege Demenzkranke unterstützen sollen. In der Ausbildungsphase lernt der Hund zum Beispiel, eine Glocke zu läuten oder den Notrufknopf zu betätigen, wenn der Erkrankte dazu neigt, das Zuhause unerlaubt zu verlassen. Bei Interesse kann auch der eigene Hund zum Demenz-Assistenzhund ausgebildet werden.

Weitere Informationen zur Hundetherapie finden Sie hier.


 

Quelle: Redaktion seniorenportal.de

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