Energie sparen:
So senken Sie Heiz- und Stromkosten

Energie sparen beginnt dort, wo im Haushalt am meisten verbraucht wird: beim Heizen, bei der Warmwasserbereitung und bei häufig genutzten Elektrogeräten. Schon kleine Veränderungen können den Verbrauch und damit die laufenden Kosten senken.

Wie kann ich im Haushalt Energie sparen?

Im Haushalt lässt sich vor allem beim Heizen, bei der Warmwasserbereitung und bei häufig genutzten Elektrogeräten Energie sparen. Besonders sinnvoll sind zunächst Maßnahmen, die wenig Aufwand verursachen und keine größere Anschaffung erfordern.

BereichEinfache Maßnahmen
HeizungRaumtemperatur passend einstellen, Heizkörper freihalten und kurz stoßlüften
WarmwasserKürzer duschen und wassersparende Duschköpfe verwenden
Waschen und SpülenGeräte voll beladen und sparsame Eco-Programme nutzen
Kühlen und GefrierenGeeignete Temperaturen einstellen, Türen nur kurz öffnen und Geräte bei Bedarf abtauen
ElektrogeräteNicht benötigte Geräte vollständig ausschalten und unnötigen Stand-by-Betrieb vermeiden
BeleuchtungLED-Lampen verwenden und Licht nur dort einschalten, wo es benötigt wird

Beginnen Sie am besten mit wenigen Veränderungen, die sich dauerhaft in den Alltag integrieren lassen. Anschließend können Sie anhand Ihrer Abrechnungen oder mit einem Strommessgerät prüfen, in welchen Bereichen weiteres Einsparpotenzial besteht.

Wie finde ich die größten Energieverbraucher im Haushalt?

Die größten Energieverbraucher im Haushalt finden Sie, indem Sie Ihre Jahresabrechnungen vergleichen und auffällige Elektrogeräte bei Bedarf mit einem Strommessgerät prüfen.

Notieren Sie zunächst:

  • den jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden
  • den Verbrauch für Heizung und Warmwasser
  • den jeweiligen Abrechnungszeitraum
  • Veränderungen im Haushalt, z.B. neue Geräte oder zusätzliche Personen

Vergleichen Sie möglichst die Verbrauchswerte und nicht nur die Kosten. Höhere Preise können die Rechnung steigen lassen, obwohl der Verbrauch gleich geblieben ist.

Entfallen die größten Verbrauchsmengen auf Heizung und Warmwasser, sollten Sie dort zuerst ansetzen. Ist vor allem der Stromverbrauch auffällig, lohnt sich ein Blick auf dauerhaft laufende oder besonders leistungsstarke Geräte. Dazu gehören beispielsweise ältere Kühl- und Gefriergeräte, elektrische Zusatzheizungen und Fernseher- oder Computeranlagen.

Wie senke ich die Heizkosten?

Die Heizkosten lassen sich senken, indem Sie die Raumtemperatur passend wählen, Wärmeverluste begrenzen und die vorhandene Heizung möglichst effizient nutzen. Dabei kommt es nicht auf möglichst niedrige Temperaturen an, sondern auf eine sinnvolle Einstellung für jeden Raum.

1. Raumtemperatur an die Nutzung anpassen

Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Für häufig genutzte Wohnräume gelten etwa 20 Grad Celsius als grobe Orientierung. In Küche, Schlafzimmer oder wenig genutzten Räumen kann eine niedrigere Temperatur ausreichen. Entscheidend ist jedoch immer das persönliche Wärmeempfinden. Ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen benötigen möglicherweise höhere Temperaturen. Stellen Sie das Thermostat möglichst auf eine gleichbleibende, angenehme Stufe. Die höchste Einstellung erwärmt einen Raum in der Regel nicht schneller, sondern führt lediglich zu einer höheren Zieltemperatur.

2. Temperatur zeitweise absenken

Nachts oder bei längerer Abwesenheit kann die Raumtemperatur maßvoll reduziert werden. Die Heizung muss dafür nicht vollständig ausgeschaltet werden. Stark ausgekühlte Räume werden langsam wieder warm und können die Bildung von Feuchtigkeit und Schimmel begünstigen. Programmierbare oder smarte Thermostate können die Temperatur zu festgelegten Zeiten automatisch absenken und vor der üblichen Nutzung wieder erhöhen.

3. Kurz und kräftig lüften

Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für wenige Minuten vollständig. Besonders wirksam ist Querlüften über gegenüberliegende Fenster. So wird die feuchte Raumluft schnell ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel stark auskühlen. Dauerhaft gekippte Fenster verursachen dagegen unnötige Wärmeverluste. Drehen Sie die Thermostate während des Lüftens herunter und schließen Sie die Fenster anschließend wieder vollständig.

4. Heizkörper freihalten

Heizkörper geben ihre Wärme am besten ab, wenn die Luft ungehindert im Raum zirkulieren kann. Möbel, Heizkörperverkleidungen oder lange Vorhänge können die Wärme stauen. Auch das Trocknen von Wäsche direkt auf dem Heizkörper beeinträchtigt die Wärmeabgabe. Gluckert ein Heizkörper oder wird er nur teilweise warm, kann sich Luft im System befinden. In einer Mietwohnung sollte in diesem Fall die Vermietung oder Hausverwaltung informiert werden.

5. Türen schließen und Zugluft begrenzen

Halten Sie Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen. Andernfalls gelangt warme, feuchte Luft in kühlere Räume und kann sich dort an kalten Wänden oder Fenstern niederschlagen. Undichte Fenster und Türen erhöhen ebenfalls den Wärmeverlust. Spürbare Zugluft kann auf beschädigte oder fehlende Dichtungen hinweisen. In Mietwohnungen sollten größere Mängel der Vermietung gemeldet werden.

6. Heizungsanlage überprüfen lassen

Eine ungünstig eingestellte oder schlecht gewartete Heizungsanlage kann mehr Energie verbrauchen als nötig. Für Eigentümer kann es sinnvoll sein, die Regelung, die Heizkurve und gegebenenfalls einen hydraulischen Abgleich fachlich prüfen zu lassen. Auch ungewöhnliche Geräusche, stark schwankende Raumtemperaturen oder dauerhaft sehr heiße Heizkörper sollten überprüft werden. Veränderungen an der zentralen Heizungsanlage gehören grundsätzlich in die Hände eines Fachbetriebs.

Wie lässt sich bei Warmwasser Energie sparen?

Bei Warmwasser lässt sich Energie sparen, indem Sie weniger erhitztes Wasser verbrauchen und Armaturen sowie Geräte passend einstellen. Besonders beim Duschen besteht häufig Einsparpotenzial, ohne dass Körperpflege und Komfort eingeschränkt werden müssen.

1. Kürzer duschen und bewusst baden

Duschen benötigt in der Regel weniger Warmwasser als ein Vollbad. Entscheidend ist allerdings die Dauer: Bei einer langen Dusche kann der Wasserverbrauch ähnlich hoch oder sogar höher ausfallen. Bereits einige Minuten weniger unter laufendem Wasser können deshalb einen Unterschied machen. Ein Vollbad muss nicht vollständig entfallen. Wer gerne badet, kann die Wanne etwas niedriger füllen oder das Bad bewusst als gelegentliche Anwendung einplanen.

2. Wassersparenden Duschkopf verwenden

Ein Sparduschkopf begrenzt die durchfließende Wassermenge und mischt dem Wasserstrahl häufig Luft bei. Dadurch wird weniger Wasser erwärmt, während der Strahl dennoch angenehm bleiben kann. Auch Strahlregler, sogenannte Perlatoren, können den Verbrauch am Waschbecken reduzieren. Bei älteren hydraulischen Durchlauferhitzern muss geprüft werden, ob sie mit der geringeren Durchflussmenge zuverlässig arbeiten. Lassen Sie sich im Zweifel vor dem Kauf beraten.

3. Wasser nicht unnötig laufen lassen

Beim Einseifen, Zähneputzen oder Rasieren wird nicht durchgehend Wasser benötigt. Schließen Sie den Hahn während dieser Unterbrechungen, sofern dies ohne Mühe möglich ist. Auch beim Abwaschen sollte Geschirr nicht längere Zeit unter fließendem Warmwasser gereinigt werden. Ein gefülltes Spülbecken oder eine passend beladene Spülmaschine benötigt häufig weniger Wasser.

4. Warmwasser gezielt einsetzen

Für viele kurze Tätigkeiten genügt kaltes oder lauwarmes Wasser. Das betrifft beispielsweise kurzes Händewaschen, das Abspülen wenig verschmutzter Gegenstände oder bestimmte Reinigungsarbeiten. Bis warmes Wasser aus dem Hahn kommt, fließt zudem häufig zunächst kaltes Wasser ab. Bei kleinen Wassermengen kann es deshalb sparsamer sein, direkt kaltes Wasser zu verwenden.

5. Geräte richtig einstellen lassen

Elektronische Durchlauferhitzer können häufig direkt auf die benötigte Temperatur eingestellt werden. Dadurch muss weniger heißes Wasser mit kaltem Wasser gemischt werden. Beachten Sie dabei die Bedienungsanleitung des Geräts. Die Temperatur eines zentralen Warmwasserspeichers sollte nicht eigenmächtig stark abgesenkt werden. Zu niedrige Temperaturen können hygienische Probleme und die Vermehrung von Legionellen begünstigen. Änderungen an zentralen Anlagen sollten mit einem Fachbetrieb oder der Hausverwaltung abgestimmt werden.

6. Undichte Armaturen und Verbrühungsrisiken beachten

Ein tropfender Warmwasserhahn verursacht über längere Zeit unnötigen Wasser- und Energieverbrauch. Defekte Dichtungen oder Armaturen sollten daher zeitnah repariert werden. Thermostatische Armaturen können dabei helfen, die gewünschte Wassertemperatur schneller einzustellen. Sie erhöhen zugleich den Schutz vor zu heißem Wasser, was insbesondere bei empfindlicher Haut oder eingeschränkter Reaktionsfähigkeit wichtig sein kann.

Wie kann ich bei Haushaltsgeräten Strom sparen?

Bei Haushaltsgeräten lässt sich Strom sparen, indem Sie Geräte passend beladen, sparsame Programme nutzen und unnötig hohe Temperaturen vermeiden. Besonders relevant sind Geräte, die häufig verwendet werden oder rund um die Uhr laufen.

1. Waschmaschine sinnvoll beladen

Lassen Sie die Waschmaschine möglichst erst laufen, wenn sie ausreichend gefüllt ist. Dabei sollten die Angaben des Herstellers beachtet werden, da das zulässige Gewicht vom gewählten Programm abhängen kann.m Für normal verschmutzte Wäsche reichen häufig 30 oder 40 Grad Celsius. Höhere Temperaturen können bei bestimmten Textilien, Erkrankungen oder besonderen hygienischen Anforderungen dennoch erforderlich sein.

2. Eco-Programme bei Wasch- und Spülmaschinen nutzen

Eco-Programme benötigen meist weniger Strom und Wasser als Kurz- oder Intensivprogramme. Ihre längere Laufzeit wirkt zunächst widersprüchlich, ermöglicht aber eine Reinigung bei niedrigeren Temperaturen und mit geringerem Energieeinsatz. Auch die Spülmaschine sollte passend beladen werden. Vorspülen unter fließendem warmem Wasser ist bei normal verschmutztem Geschirr in der Regel nicht erforderlich. Grobe Speisereste sollten vorher entfernt werden.

3. Wäsche möglichst an der Luft trocknen

Ein Wäschetrockner benötigt zusätzlich Strom. Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, kann Wäsche auf einem Wäscheständer oder im Freien getrocknet werden. In Wohnräumen muss anschließend gut gelüftet werden, damit sich die abgegebene Feuchtigkeit nicht sammelt. Ist ein Trockner erforderlich, sollte die Wäsche zuvor mit einer möglichst hohen, für die Textilien geeigneten Drehzahl geschleudert werden. Dadurch verkürzt sich die Trocknungszeit.

4. Kühl- und Gefriergeräte richtig einstellen

Für den Kühlschrank reichen im mittleren Bereich meist etwa 7 Grad Celsius aus. Bei schnell verderblichen Lebensmitteln können niedrigere Temperaturen erforderlich sein. Für Gefriergeräte gelten minus 18 Grad Celsius als geeignete Einstellung. Öffnen Sie die Türen nur kurz und lassen Sie warme Speisen zunächst abkühlen. Vereiste Gefrierfächer sollten bei Bedarf abgetaut werden. Kühlgeräte sollten außerdem nicht unmittelbar neben Herd, Heizung oder anderen Wärmequellen stehen.

5. Beim Kochen und Backen Energie sparen

Verwenden Sie beim Kochen einen passenden Deckel und stellen Sie den Topf auf eine Kochplatte gleicher Größe. Für kleinere Wassermengen kann ein Wasserkocher sparsamer sein als ein Topf auf dem Herd. Auf das Vorheizen des Backofens kann häufig verzichtet werden, sofern das Rezept kein sofortiges Erreichen einer bestimmten Temperatur erfordert. Öffnen Sie die Backofentür während des Betriebs möglichst selten, damit keine unnötige Wärme entweicht.

6. Stromverbrauch einzelner Geräte messen

Ein Strommessgerät zeigt, wie viel Strom ein Elektrogerät tatsächlich benötigt. Eine Messung ist besonders bei älteren Kühlgeräten, Gefriertruhen, Fernsehern oder häufig genutzten Bürogeräten sinnvoll. Messen Sie möglichst über einen ausreichend langen Zeitraum. Bei Kühlgeräten schwankt der Verbrauch, weil sich der Kompressor regelmäßig ein- und ausschaltet. Ein einzelner kurzer Messwert ist deshalb nur begrenzt aussagekräftig.

Wie vermeide ich unnötigen Stand-by-Verbrauch?

Unnötiger Stand-by-Verbrauch lässt sich vermeiden, indem Sie nicht benötigte Elektrogeräte vollständig ausschalten oder vom Stromnetz trennen. Besonders bei mehreren dauerhaft angeschlossenen Geräten kann sich der geringe Einzelverbrauch über das Jahr summieren.

1. Fernseher und Zusatzgeräte gemeinsam ausschalten

Rund um den Fernseher sind häufig mehrere Geräte angeschlossen, beispielsweise Receiver, Lautsprecher, Spielekonsole oder DVD-Player. Auch wenn sie nicht aktiv genutzt werden, können sie im Bereitschaftsbetrieb weiter Strom verbrauchen. Eine schaltbare Steckdosenleiste ermöglicht es, mehrere Geräte mit einem Schalter vollständig vom Netz zu trennen. Platzieren Sie die Leiste so, dass der Schalter ohne Bücken oder Umräumen erreichbar ist.

2. Bürogeräte nach der Nutzung abschalten

Computerbildschirme, Drucker, Scanner und Lautsprecher müssen nicht ständig eingeschaltet bleiben. Besonders Drucker verbleiben häufig über längere Zeit im Bereitschaftsmodus, obwohl sie nur gelegentlich gebraucht werden. Nutzen Sie vorhandene Energiespar- und Abschaltfunktionen. Bei längerer Nichtbenutzung können die Geräte vollständig ausgeschaltet werden. Vorher sollten geöffnete Dateien gespeichert und laufende Aktualisierungen beendet sein.

3. Abschaltautomatik sinnvoll einstellen

Viele Fernseher, Computer und Unterhaltungselektronik besitzen eine automatische Abschaltfunktion. Das Gerät wechselt dann nach einer festgelegten Zeit ohne Bedienung in einen sparsameren Zustand oder schaltet sich aus. Prüfen Sie die Einstellungen und wählen Sie einen Zeitraum, der zu Ihrem Alltag passt. So wird beispielsweise verhindert, dass ein Fernseher oder Bildschirm über Stunden weiterläuft, wenn er nicht mehr genutzt wird.

4. Ladegeräte nach dem Laden entfernen

Ladegeräte können auch ohne angeschlossenes Gerät eine geringe Menge Strom aufnehmen. Ziehen Sie sie nach dem Laden aus der Steckdose oder schließen Sie mehrere Ladegeräte an eine schaltbare Steckdosenleiste an. Beim Smartphone lässt sich zusätzlich Energie sparen, indem die Bildschirmhelligkeit angepasst und die automatische Displaysperre aktiviert wird. Der Stromverbrauch eines einzelnen Handyladegeräts ist allerdings deutlich geringer als der Verbrauch großer oder vernetzter Geräte.

5. Router nicht unüberlegt ausschalten

Bei einem Router kann eine nächtliche Abschaltung Strom sparen, sie ist jedoch nicht in jedem Haushalt sinnvoll. Über den Router können Festnetztelefon, Hausnotruf, Alarmanlage, Überwachungstechnik oder andere vernetzte Geräte laufen. Prüfen Sie deshalb vor einer Abschaltung, welche Funktionen vom Router abhängen. Gegebenenfalls kann lediglich das WLAN zeitgesteuert deaktiviert werden, während wichtige Dienste erreichbar bleiben.

6. Geräte mit dauerhaftem Verbrauch gezielt prüfen

Nicht jedes ausgeschaltete Gerät ist tatsächlich vom Stromnetz getrennt. Leuchtende Anzeigen, warme Netzteile oder ein dauerhaft aktives Display können auf einen fortlaufenden Verbrauch hinweisen. Auch Geräte ohne sichtbare Anzeige können Strom benötigen. Mit einem Strommessgerät lässt sich prüfen, welche Geräte im Bereitschaftsbetrieb auffällig viel verbrauchen. Konzentrieren Sie sich dabei zunächst auf größere Unterhaltungselektronik, Bürogeräte und vernetzte Geräte. Kühl- und Gefriergeräte, medizinische Hilfsmittel oder sicherheitsrelevante Technik dürfen nicht über eine abschaltbare Leiste versehentlich vom Strom getrennt werden.

Wann lohnt sich der Austausch alter Elektrogeräte?

Der Austausch alter Elektrogeräte lohnt sich vor allem, wenn ein Gerät deutlich mehr Strom als ein vergleichbares Neugerät verbraucht, häufig genutzt wird oder nicht mehr wirtschaftlich repariert werden kann. Das Alter allein ist dagegen kein ausreichender Grund für einen Neukauf.

1. Stromverbrauch des alten Geräts messen

Bevor Sie ein funktionsfähiges Gerät ersetzen, sollten Sie seinen tatsächlichen Stromverbrauch kennen. Bei Kühlschränken, Gefriergeräten und anderen Geräten mit wechselnden Betriebsphasen sollte die Messung möglichst mehrere Tage dauern. Multiplizieren Sie den gemessenen Jahresverbrauch mit Ihrem aktuellen Strompreis. So erkennen Sie, welche laufenden Kosten das Gerät verursacht und können diese mit den Angaben eines möglichen Neugeräts vergleichen.

2. Reparatur und Neukauf vergleichen

Ein Defekt bedeutet nicht automatisch, dass ein neues Gerät erforderlich ist. Holen Sie bei größeren Reparaturen möglichst einen Kostenvoranschlag ein und prüfen Sie, ob noch Gewährleistungs- oder Garantieansprüche bestehen. Berücksichtigen Sie neben den Reparaturkosten auch den Zustand, den Stromverbrauch und die voraussichtliche weitere Lebensdauer. Bei einem gut erhaltenen und sparsamen Gerät kann eine Reparatur wirtschaftlicher und ressourcenschonender sein als ein Neukauf.

3. Dauerhaft laufende Geräte zuerst prüfen

Besonders wichtig ist der Verbrauch von Kühl- und Gefriergeräten, da sie rund um die Uhr in Betrieb sind. Undichte Türen, starke Vereisung oder ein nahezu ununterbrochen laufender Kompressor können auf einen erhöhten Verbrauch oder einen technischen Mangel hinweisen. Bevor Sie das Gerät austauschen, sollten Sie die Temperatur, die Türdichtung und den Standort prüfen. Manchmal lässt sich der Verbrauch bereits durch Abtauen, eine passende Temperatureinstellung oder mehr Abstand zu Wärmequellen reduzieren.

4. Auf Verbrauch und passende Größe achten

Das EU-Energielabel hilft dabei, den Verbrauch neuer Geräte einzuordnen. Vergleichen Sie jedoch nicht nur die Effizienzklasse, sondern auch den angegebenen Stromverbrauch in Kilowattstunden. Je nach Gerät bezieht sich dieser Wert auf ein Jahr oder eine bestimmte Anzahl von Nutzungszyklen. Auch die Größe spielt eine wichtige Rolle. Ein sehr großes Kühlgerät, eine überdimensionierte Waschmaschine oder ein kaum gefüllter Gefrierschrank kann trotz guter Effizienzklasse mehr Strom verbrauchen als ein kleineres, zum Haushalt passendes Modell.

5. Mögliche Ersparnis berechnen

Ziehen Sie den erwarteten Jahresverbrauch des Neugeräts vom Verbrauch des alten Geräts ab. Die Differenz multiplizieren Sie mit Ihrem Strompreis. Das Ergebnis zeigt, wie viel Sie voraussichtlich pro Jahr sparen können. Setzen Sie diese jährliche Ersparnis ins Verhältnis zum Kaufpreis. Ist die Ersparnis gering, dauert es möglicherweise viele Jahre, bis sich die Anschaffung finanziell ausgleicht. Mögliche Liefer-, Anschluss- und Entsorgungskosten sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

6. Bedienbarkeit und Sicherheit einbeziehen

Ein neues Gerät sollte nicht nur sparsam, sondern auch gut bedienbar sein. Achten Sie auf verständliche Anzeigen, ausreichend große Bedienelemente und Programme, die Sie tatsächlich benötigen. Bei eingeschränkter Beweglichkeit können außerdem die Einbauhöhe, die Türöffnung und die Erreichbarkeit wichtig sein. Defekte Kabel, beschädigte Gehäuse, ungewöhnliche Gerüche oder starke Wärmeentwicklung können auf ein Sicherheitsproblem hinweisen. Solche Geräte sollten nicht weiterverwendet werden, bis sie fachlich geprüft wurden.

7. Altgeräte richtig entsorgen

Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll. Sie können je nach Art und Größe bei kommunalen Sammelstellen oder unter bestimmten Voraussetzungen im Handel abgegeben werden. Entfernen Sie vor der Abgabe persönliche Daten von Computern, Smartphones und anderen Speichermedien. Batterien und Akkus sollten entnommen und getrennt abgegeben werden, sofern dies ohne Beschädigung möglich ist.

Wie lassen sich Strom- und Gaskosten durch einen Tarifwechsel senken?

Strom- und Gaskosten lassen sich durch einen Tarifwechsel senken, wenn der neue Gesamtpreis niedriger ist und die Vertragsbedingungen zum eigenen Bedarf passen. Der Wechsel reduziert allerdings nur die Kosten pro Kilowattstunde – nicht den Energieverbrauch selbst.

Tipp 1: Aktuelle Preisentwicklung berücksichtigen

Die Übertragungsnetzentgelte für Strom werden 2026 staatlich bezuschusst. Wie stark einzelne Haushalte davon profitieren, hängt vom Netzgebiet und vom jeweiligen Tarif ab. Bei Erdgas und Heizöl wirkt sich zudem der CO₂-Preis auf die Kosten aus, der 2026 zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne liegt. Ein Tarifvergleich kann deshalb sinnvoll sein, ersetzt aber nicht einen sparsamen Energieverbrauch.

Tipp 2: Daten des bisherigen Vertrags heraussuchen

Für einen aussagekräftigen Vergleich benötigen Sie die letzte Jahresabrechnung. Notieren Sie den jährlichen Verbrauch, den Arbeitspreis pro Kilowattstunde, den Grundpreis, die Vertragslaufzeit, die Kündigungsfrist und das Ende einer möglichen Preisgarantie. Prüfen Sie außerdem, ob Sie sich in der Grundversorgung oder in einem Sondervertrag befinden.

Tipp 3: Gesamtpreis statt Abschlag vergleichen

Ein niedriger monatlicher Abschlag bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Tarif günstig ist, denn der Abschlag ist nur eine Vorauszahlung. Vergleichen Sie deshalb die voraussichtlichen Gesamtkosten für ein Jahr. Diese ergeben sich aus dem Verbrauch multipliziert mit dem Arbeitspreis zuzüglich des Grundpreises. Verwenden Sie bei allen Angeboten denselben Jahresverbrauch.

Tipp 4: Bonus und Preisgarantie genau prüfen

Neukundenboni können einen Tarif im ersten Jahr besonders günstig erscheinen lassen. Prüfen Sie daher die Kosten ohne Bonus und die Bedingungen für dessen Auszahlung. Bei einer Preisgarantie sollten Sie darauf achten, welche Preisbestandteile tatsächlich abgesichert sind, da Steuern, Abgaben oder Netzentgelte ausgenommen sein können.

Tipp 5: Vertragslaufzeit und Zahlungsweise beachten

Kurze Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen bieten mehr Flexibilität. Tarife mit Vorkasse oder großen Paketmengen sollten besonders kritisch geprüft werden, da vorausgezahlte Beträge bei einer Insolvenz verloren gehen können. Bei Pakettarifen kann außerdem nicht verbrauchte Energie verfallen, während zusätzlicher Verbrauch häufig teuer abgerechnet wird.

Tipp 6: Anbieterwechsel sorgfältig durchführen

Für den Wechsel benötigen Sie Ihre Adresse, Kunden- und Zählernummer, den bisherigen Anbieter sowie die Marktlokations-ID. Dokumentieren Sie den Zählerstand am Tag des Wechsels und prüfen Sie die Vertragsbestätigung sowie den Lieferbeginn. Der neue Anbieter übernimmt normalerweise die Kündigung; bei einem Sonderkündigungsrecht kann jedoch eine eigene Kündigung erforderlich sein. Die Energieversorgung wird durch den Wechsel nicht unterbrochen.

Welche digitalen Tools helfen beim Energie sparen?

Es gibt zahlreiche digitale Helfer, die den Überblick vereinfachen und beim Energie sparen helfen.

1) Verbrauchsübersichten vom Energieversorger oder der Hausverwaltung

Viele Anbieter zeigen Ihren Verbrauch heute im Kundenkonto oder schicken regelmäßige Übersichten. Das ist oft der einfachste Einstieg, weil Sie nichts installieren müssen und trotzdem schneller merken, ob Ihre Kosten steigen oder sinken.

Schauen Sie nicht täglich hinein. Ein Termin pro Monat reicht, um Trends zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern statt erst mit der Jahresabrechnung überrascht zu werden.

2) Apps zur Heizkosten- und Verbrauchskontrolle (wenn im Gebäude verfügbar)

In vielen Wohnanlagen gibt es Apps, die Heiz- und Warmwasserverbrauch verständlich darstellen. Der Nutzen ist vor allem: Sie sehen schneller, ob Ihr Heizverhalten wirkt, und können gezielter nachjustieren.

Achten Sie auf eine einfache Darstellung: große Zahlen, klare Monatswerte, wenig Menüführung. Wenn eine App Sie eher stresst als hilft, ist eine monatliche Übersicht auf Papier oft die bessere Lösung.

3) Smarte Thermostate für Heizkörper

Smarte Thermostate helfen, wenn Sie feste Tagesroutinen haben oder nicht ständig ans Nachregeln denken möchten. Sie halten die Temperatur automatisch passend, zum Beispiel morgens angenehm, tagsüber niedriger, abends wieder warm.

Praktisch sind sie auch, wenn mehrere Räume unterschiedlich genutzt werden. Wichtig ist dabei nur, dass die Steuerung simpel bleibt: lieber ein Zeitplan, der funktioniert, statt dauerndes Herumprobieren.

4) Smarte Steckdosen und Messsteckdosen

Messsteckdosen sind ideal, wenn Sie wissen wollen, welche Geräte wirklich Strom fressen. Sie stecken das Gerät dazwischen und sehen schnell, ob sich ein Austausch oder eine Änderung der Nutzung lohnt.

Smarte Steckdosen sind dann sinnvoll, wenn Sie Geräte bequem ohne Steckerziehen abschalten möchten. Besonders praktisch ist das bei Fernseher-Setups, Druckern oder Ladegeräten, die sonst unnötig im Stand-by laufen.

5) Zeitschaltuhren (analog, günstig, oft ausreichend)

Zeitschaltuhren sind die pragmatische Lösung, wenn Sie keine App möchten. Sie schalten Geräte zu festen Zeiten zuverlässig und ohne großen Aufwand aus und an.

Das lohnt sich bei Geräten, die nachts nicht laufen müssen. Beim Router sollten Sie vorsichtig sein: Wenn Telefon, Hausnotruf oder andere Dienste daran hängen, lassen Sie ihn lieber durchlaufen.

Wann ist ein Energieberater sinnvoll?

Ein Energieberater hilft Ihnen, die größten Sparhebel in Ihrem Zuhause schnell und realistisch zu finden. Statt allgemeiner Ratschläge bekommen Sie eine Einschätzung, die zu Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus passt: Wo geht am meisten Wärme verloren, welche Einstellungen an der Heizung sind sinnvoll, welche Maßnahmen bringen wirklich etwas und welche lohnen sich eher nicht. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie das Gefühl haben, „wir sparen schon – aber die Kosten bleiben hoch“.

Wenn Sie Eigentümer sind und größere Schritte überlegen (z. B. Dämmung, Fenstertausch, Wärmepumpe), kann ein Energieberater außerdem helfen, Maßnahmen sinnvoll zu priorisieren und Kosten-Nutzen abzuwägen. In vielen Fällen ist er auch der richtige Ansprechpartner, wenn Sie wissen möchten, welche Förderungen grundsätzlich in Frage kommen und welche Unterlagen Sie dafür brauchen.

Energie sparen gelingt am besten, wenn Sie zunächst die größten Verbrauchsbereiche prüfen und anschließend wenige, passende Maßnahmen dauerhaft umsetzen. Beginnen Sie bei Heizung und Warmwasser und nehmen Sie danach häufig genutzte oder ständig eingeschaltete Elektrogeräte in den Blick. So lassen sich Energieverbrauch und Kosten senken, ohne dass Sicherheit und Wohnkomfort darunter leiden.