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          Georg von Signau: Noch weit bis Eden


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Dino


Die jungen Hundchen gingen Friedel nicht mehr aus dem Kopf. Natürlich beschäftigte ihn auch

das Schicksal der Bäuerin. Aber diese hatte ja immerhin die Möglichkeit, ihr Schicksal selber in

die Hand zu nehmen, wenn sie wollte. Die Welpen jedoch waren auf Gedeih und Verderb dem

Bauern ausgeliefert. Hätte er, Friedel, nicht die Möglichkeit, wenigstens eines der schnuddeligen

Geschöpfe vor dem unwürdigen Tod im Mixer zu retten? Das vielleicht schon, dachte er. Aber wo

sollte dieser Hund, der ja schliesslich, wenn einmal ausgewachsen, einiges an Platz brauchte,

leben? Schliesslich waren ja er und seine Frau den ganzen Tag auswärts an ihrer Arbeit. Wer sollte

dann auf den Hund aufpassen und wer ihn Gassi führen? Nein, unmöglich. Wenn man schon einen

Hund wollte, dann müsste man ihm ein hundewürdiges Leben bieten können. Entweder war da

jemand zu Hause oder ...... Ja, warum eigentlich ihn nicht mitnehmen? Nein, das ging ja auch

wieder nicht, denn wenn man die Hundemutter sah, wusste man ungefähr die kommende Grösse

des Welpen. Und so ein Appenzeller, oder was immer die Hündin des Bauern darstellte, konnte

unmöglich mit auf die Geschäftsreisen mitgenommen werden. Aber wie wäre das denn, wenn man

nur so ein winzigkleines Hundchen, das dann auch so klein blieb, kaufen würde? Ein

Zwerghündchen sozusagen?

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