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„Corona nur durch Solidarität überwinden“

„Die Herausforderungen, die wir durch die Coronakrise erleben, sind extrem", sagt Corinne Benazech. Die erfahrene humanitäre Helferin leitet von Berlin aus mehrere Hilfsprojekte von Ärzte ohne Grenzen. „Im Jemen zum Beispiel herrscht seit Jahren Krieg. Ich blicke mit großer Sorge auf die Lage der Menschen dort."

Corinne Benazech berichtet, wie Ärzte ohne Grenzen seine Arbeit aufgrund der Krise anpasst.
©MSF

"Als Leiterin unserer Hilfsprojekte muss ich mich immer wieder in die Lage von Menschen in Krisengebieten versetzen. Stellen Sie sich einmal vor, Sie leben auf der Flucht in einem Zelt oder einer Ruine. Sie haben keine Seife, kein fließendes Wasser. Händewaschen ist unmöglich. Sie wohnen auf engstem Raum zusammen mit vielen anderen. Nun beginnt zudem Ihr Kind zu husten, doch das nächste Krankenhaus ist kilometerweit entfernt.

Die Coronavirus-Pandemie hat auch uns hier in Deutschland gezeigt, wie wichtig das Nötigste zum Überleben ist: Wasser, Seife, die Möglichkeit zur Isolation – und nicht zuletzt medizinische Hilfe. Ärzte ohne Grenzen ist derzeit in mehr als 70 Ländern gegen das Coronavirus im Einsatz. Wir verteilen Hygieneartikel, betreiben Brunnen in Flüchtlingslagern und vor allem bieten unsere Teams dort medizinische Sprechstunden an, wo es sie sonst oft nicht gäbe. Dies alles wird nun erschwert durch die Coronavirus-Pandemie.

Ein extremer Kraftakt

Hilfe ist weltweit gefragt. Auch Brasilien ist sehr stark von der Corona-Krise betroffen. In Sao Paulo testet Ärzte ohne Grenzen obdachlose Menschen auf das Coronavirus, um die Ansteckungsrate zu reduzieren.
©Mariana Abdalla/MSF

Mit großer Sorge blicke ich zum Beispiel auf unsere Projekte im Bürgerkriegsland Jemen, die ich von Berlin aus betreue. Tausende Familien leben dort auf der Flucht. Unsere Teams verteilen Hilfsgüter und informieren die Menschen, wie sie sich schützen können. In der Großstadt Aden behandeln wir seit April Patient*innen, die an Covid-19 erkrankt sind. Doch es ist eine große Herausforderung, ausreichend medizinischen Sauerstoff zu beschaffen. Unser Covid-19-Behandlungszentrum dort ist das einzige im gesamten Südjemen. In unseren weiteren Kliniken haben wir die Wartebereiche umgebaut, sodass Covid-19-Verdachtsfälle und andere Patient*innen voneinander getrennt werden können. Unsere Mitarbeiter*innen müssen wir stetig schulen und mit der nötigen Schutzausrüstung ausstatten.

Und dies gilt weltweit! In allen Hilfsprojekten müssen wir unsere Teams für diese Krise fit machen – ein extremer Kraftakt.

Langfristige Folgen von Corona

Zentralafrikanische Republik: Neben dem Coronavirus kämpft Ärzte ohne Grenzen dort gegen einen verheerenden Masern-Ausbruch.
©James Oatway

In vielen unserer Einsatzländer wird die Pandemie auch langfristige Folgen haben: Impfungen, zum Beispiel gegen Masern und Diphtherie, fallen derzeit aus, sodass wir mit weiteren schweren Krankheitsausbrüchen rechnen. Wenn ich in die Zentralafrikanische Republik schaue – ein weiteres unserer Einsatzländer, das ich betreue - dann ist die Coronavirus-Pandemie nicht das drängendste Problem. Seit Monaten kämpfen wir dort gegen einen verheerenden Masern-Ausbruch. Täglich sterben Kinder an dieser Krankheit, die eigentlich durch eine einfache Impfung zu verhindern wäre. Wir organisieren große Impfkampagnen und behandeln bereits an Masern Erkrankte. Auch dies ist durch die Pandemie deutlich aufwändiger geworden – unter anderem, weil durch die Grenzschließungen Medikamente und Impfstoffe verspätet ankommen.

In vielen unserer Einsatzländer treffen zudem die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie die Menschen schwer. Sie verlieren ihre Arbeit, und die wenigsten konnten für längere Krisen vorsorgen. Kinder, die auf eine Mahlzeit in der Schule angewiesen sind, erhalten diese nicht, weil Schulen aufgrund der Pandemie geschlossen sind. Das Welternährungsprogramm warnt für 2020 vor „Hungerkrisen biblischen Ausmaßes".

Spenden sind die Basis

Ich bin mir sicher: Diese Krise können wir nur durch weltweite Solidarität überwinden. Das fängt damit an, dass Schutzausrüstung nicht nach den finanziellen Möglichkeiten von Staaten verteilt werden sollte, sondern nach dem medizinischen Bedarf vor Ort. Sobald es ein Medikament sowie einen Impfstoff gegen Covid-19 gibt, müssen sie für alle Menschen zugänglich sein. Politische oder wirtschaftliche Interessen sollten keine Rolle spielen, wenn es um Menschenleben geht. Das fordert Ärzte ohne Grenzen.

Doch damit wir unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Interessen agieren und uns für Menschen in Not weltweit einsetzen können, sind wir auf Spenden von Privatpersonen angewiesen. Unsere Hilfsprojekte beginnen dank der Unterstützung unserer Spender*innen."

Sie wollen die medizinische Nothilfe von Ärzte ohne Grenzen unterstützen? Dann richten Sie hier eine regelmäßige Spende ein. Oder rufen Sie bei Ärzte ohne Grenzen direkt an unter: 030 700 130 130. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

 

Weitere Informationen

 


Quelle: Ärzte ohne Grenzen e.V. / Médecins Sans Frontières
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