Aktuelle und zukünftige Pflegesituation in Deutschland

Zahlen, Daten, Fakten zur aktuellen Situation der Pflege in Deutschland und der prognostizierten Entwicklung in den nächsten Jahren. In diesem Überblick finden Sie Informationen, wie viele Menschen derzeit Pflege benötigen, auf welche Art die Pflege stattfindet und mit welchen Herausforderungen wir in Zukunft konfrontiert werden. 

1. So werden Pflegebedürftige versorgt

Laut aktuellen Daten des statistischen Bundesamtes gibt es derzeit in Deutschland mehr als 2,8 Millionen Pflegebedürftige, von denen die große Mehrheit zu Hause versorgt wird. Nahestehende Angehörige leisten hierbei einen beträchtlichen Beitrag: Sie pflegen beinahe die Hälfte aller Pflegefälle insgesamt. Zusätzlich leisten knapp 12.700 ambulante Pflegedienste mit mehr als 320.000 Beschäftigen, die notwendige Hilfe für die Pflege von 700.000 Menschen, in den eigenen vier Wänden. Derzeit werden schätzungsweise 800.000 Menschen in stationären Einrichtungen  versorgt, dies geschieht in über 13.000 Pflegeheimen mit 685.000 Beschäftigten.

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Fachkräftemangel und Landflucht als Herausforderungen der Zukunft

Bereits jetzt sind viele Stellen unbesetzt. Ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen suchen händeringend nach qualifiziertem Personal und werben Fachkräfte aus dem europäischen Ausland an. Dieser Trend wird sich in Zukunft deutlich verstärken und die Regierung ist gefordert, die Herausforderung des Fachkräftemangels in der Pflege anzugehen.

Ein zweiter Trend verstärkt die prognostizierte Situation in der Pflege - die zunehmende Landflucht. Junge Erwachsene bleiben selten auf dem Land, in der Nähe des Elternhauses wohnen. Es zieht sie in Großstädte mit vermeintlich höherer Lebensqualität. Bereits jetzt wohnen schon mehr als 30 Prozent der jungen Erwachsenen, mehr als 100 Kilometer von ihren Eltern entfernt. Ein Trend, der zukünftg die häusliche Pflege durch familienangehörige zunehmend erschweren wird.

Arten der Pflege

 

2. Einstufung und Häufigkeit der Pflegegrade

Seit 2017 gibt es zur Festlegung der Pflegebedürftigkeit fünf Pflegegrade. Menschen, die vorher bereits in eine Pflegestufe eingestuft waren, wurden in das neue System mit Pflegegraden übernommen. Im neuen System befinden sich nun beinahe Zweidrittel aller Pflegebedürftigen in den Pflegegraden 2 und 3. Dies wird auch der zukünftige Trend sein. Die Wahrscheinlichkeit, zukünftig einmal in Pflegegrad 2 oder 3 eingestuft zu werden, beziffern Experten mit über 50 Prozent.

 

Darstellung der Häufigkeit der fünf Pflegegrade

 

Seit Januar 2017 erfolgt die Einstufung in die fünf Pflegegrade durch das neue Begutachtungsverfahren. Im Mittelpunkt der Begutachtung steht seither der Grad der Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person. Durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) wird die Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Lebensbereichen beurteilt und jeweils eine Punktzahl vergeben. Aus der Gesamtpunktzahl leitet sich dann die Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad ab. Detaillierte Informationen zum Pflegestärkungsgesetz II und dem damit verbundenen neuen Begutachtungsverfahren finden Sie in unserem Artikel: Die Pflegereform 2017

 

Das Prüfverfahren nach dem Pflegestärkungsgesetz II

Das neue Begutachtungsverfahren zur Einstufung in einen Pflegegrad

 

 

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3. Das Pflegerisiko je nach Geschlecht und Alter

Der demografische Wandel in unserer Bevölkerung zeigt ein deutliches Bild: Deutschland wird immer älter. Einerseits steigt die Lebenserwartung der Menschen stetig an, andererseits sinkt oder stagniert die Geburtenrate. Haben wir momentan in Deutschland noch eine Altersstruktur, bei der die meisten Menschen ein Lebensalter zwischen 40 und 50 haben, wird es voraussichtlich bereits 2030 mehr 70-jährige als 40-jährige geben. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit. Während bis zum 60. Lebensjahr weniger als ein Prozent der Menschen Pflege benötigen, beträgt der Anteil bei den 80-jährigen bereits 21 Prozent und ab dem 90. Lebensjahr sind Zweidrittel aller Menschen auf Pflege angewiesen.

 

Demografischer Wandel und seine Auswirkung auf die Pflege

 

Experten rechnen bis zum Jahr 2030 mit einem Anstieg der Pflegefälle auf 3,4 Millionen und bis 2050 sogar auf 4,4 Millionen Menschen, die pflegebedürftig sind. Unsere lange Lebenserwartung erhöht das Risiko, dass wir selbst zum Pflegefall werden. Laut dem BEK Gesundheitsreport wird bereits heute jeder Zweite zum Pflegepatienten. Dieses Risiko wird sich in Zukunft nicht reduzieren. Die Barmer Krankenkasse rechnet damit, dass 50 Prozent aller Männer und 67 Prozent aller Frauen zukünftig Pflegeleistungen in Anspruch nehmen werden.

 

Pflegerisiko je Geschlecht

 

4. Kosten der Pflege - Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Pflege ist alles andere als günstig und die gesetzliche Pflegeversicherung bieten keinen Vollkaskoschutz um eine mögliche Pflegelücke zu schließen. Durch die steigende Nachfrage nach ambulanten Pflegediensten und stationären Einrichtungen ist zu erwarten, dass gerade in Zukunft die Leistungen nicht günstiger werden. Hinzu kommt, der wachsenden Mangel an Fachkräften in der Pflege. Was bereits heute Realität ist, wird sich in vermutlich in Zukunft noch verstärken: Pflege kostet Geld. In diesem Beispiel gehen wir von ambulanter Pflege zu Hause für einen Pflegebedürftigen in Pflegegrad 3 aus:

 

Berechnungsbeispiel Pflegekosten

 

Die monatliche Belastung durch die Pflege beträgt in diesem Beispiel über 1.000 Euro. Nimmt man die derzeit durchschnittliche Dauer der Pflege von sieben Jahren, sind dies enorme Kosten. Geld, das aus privaten Mitteln des Pflegebedürftigen oder seiner Kinder/Eltern zu bezahlen ist. Was viele nicht wissen - das Sozialamt leistet nur dann, wenn das Eigentum (Haus/Wohnung) verkauft ist und die Kinder/Eltern nicht zum Unterhalt herangezogen werden können. Mit einer Pflegezusatzversicherung kann dem finanziellen Risiko bei Eintritt des Pflegefalls vorgebeugt werden.

Weitere Informationen rund um das Thema Pflege finden Sie in unserem Vorsorge- und Finanzratgeber, Themenbereich Gesundheit&Pflege.

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