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Bestatung: Begrifflichkeit, Arten, Formen, Beisetzungsorte

Die Begrifflichkeiten der Bestattung und Beisetzung sind nicht identisch, wie umgangssprachlich zu vermuten wäre. Denn die Übergabe eines Verstorbenen an die Elemente bezeichnet man als Bestattung. Dagegen ist die Besetzung die Verbringung der sterblichen Überreste in ein Grab.

Früzeitig sollte man sich mit der eigenen Bestattung auseinandersetzen, um Wünsche formulieren zu können.
©jrwasserman | Fotolia.com

Von den vier Elementen werden in Deutschland nur die Erd- und Feuerbestattung durchgeführt. Die Seebestattung darf in Nord- und Ostsee nur außerhalb der Drei-Meilen-Zone stattfinden, zudem in weiteren Meeren. Das Verwesenlassen des Leichnams an der Luft ist heute nicht mehr erlaubt.

Bestattungsart

Die beiden klassischen Bestattungsarten in Deutschland sind die Erd- und Feuerbestattung. Letztere ist zudem der Ausgangspunkt für Beisetzungsarten außerhalb herkömmlicher Friedhöfe. Für eine Bestattung im Wasser, unter einem Baum oder z.B. für die Pressung eines Diamanten ist jedes Mal eine Verbrennung die Grundlage.

Wählt man die Erdbestattung, ist – wie es der zweite Name Beerdigung verrät – nur eine Beisetzung des Sargs in der Erde möglich, ausschließlich auf einem Friedhof in einem Grab.

Entscheidet man sich für eine Feuerbestattung, wird in den meisten Fällen ebenfalls auf einem Friedhof beigesetzt. Das ist aber inzwischen nicht mehr die einzige Möglichkeit. Auch bei der Feuerbestattung wird ein Sarg benötigt. Dieser wird zusammen mit dem Verstorbenen im Krematorium eingeäschert.

Bestattungsform

Die Bestattungsform bestimmt die Art des Grabes bzw. der Beisetzungsstelle.

Bei der Erdbestattung gibt es Einzel-, Doppel- oder Familiengräber, die als Typ des Wahlgrabs individuell ausgesucht werden können – auch bereits zu Lebzeiten. Bei einer Reihengrabstelle erhält man dagegen das nächste freie Grab auf dem Friedhof.

Die anonyme Erdbestattung findet in einem nicht namentlich gekennzeichneten Gemeinschafts- grabfeld statt. Dieselben Grabarten gibt es für die Urne nach einer Feuerbestattung. Dazu kommen auf einem Friedhof noch Sonderformen wie die Urnennischenwand, das Kolumbarium, wo eine Beisetzung nicht in der Erde stattfindet oder so genannte Aschestreuwiesen, die auch eine anonyme Form der Beisetzung darstellen.

Die Naturbestattungen, besonders ins Gespräch gekommen seit den 1990er Jahren, werden auch alternative Bestattungsformen genannt. Sie boten eine Alternative zum Friedhof und der Drang nach Individualität und Besonderem wurde durch sie ein wenig gestillt. Bei einer Seebestattung wird die Urne im Meer beigesetzt, nicht in einem stehenden Binnengewässer. Dabei wird eine andere Urne verwendet als bei der Bestattung auf dem Friedhof, sie muss spezielle biologische Anforderungen erfüllen, um sich innerhalb einer bestimmten Frist aufzulösen. Für die Beisetzung können die Trauergäste mit dem Schiff auf die offene See fahren und einer Zeremonie beiwohnen. Zur Umsetzung der Seebestattung sind spezielle Verfügungen erforderlich, weshalb dieser Wunsch genauso wie die anderen alternativen Formen in einer Vorsorge zu Lebzeiten festgehalten werden sollten.

Fasst man den Begriff der Bestattungsformen etwas grober, existieren zurzeit:

  • Wald- oder Baumbestattungen
  • Bestattungen auf Almen und unter Felsen
  • Verstreuen der Asche auf sog. Aschestreuwiesen
  • Erinnerungsdiamant
  • Medaillon/Amulett
  • Luft-/Seebestattung
  • Ballonbestattung
  • Weltraumbestattung/Feuerwerkbestattung

Es sind nur wenige davon in Deutschland erlaubt. Die Beisetzung auf einer Alm bspw. kann Ihnen der deutsche Bestatter in den Schweizer Bergen organisieren oder eine Ballonbestattung im Elsass.

Für die medizinische Forschung ist auch eine Spende möglich. Dabei wird vertraglich geregelt, ob der ganze Körper oder nur bestimmte Körperteile verwendet werden dürfen. In den meisten Fällen erfolgt dann einmal jährlich eine Beisetzung der Überreste in Sonder- oder Ehrengräbern. Wenn Sie diese Variante für sich wählen, ist es ratsam, die Angehörigen darüber zu informieren, damit sie sich damit auseinandersetzen können.

Getestet werden weltweit weitere Bestattungsformen, gerade im Zuge ökologisch verträglicher Anforderungen, wie es sie in allen Lebensbereichen bereits gibt. Beispiele sind Stickstoff zum Gefrieren und anschließenden Zerfall des Körpers oder das „Einfrieren" des Leichnams für ein späteres Wiederauftauen.

Für Auslandsüberführungen ist in Deutschland eine Einbalsamierung vorgeschrieben. Hierbei werden sämtliche Flüssigkeiten aus dem Körper abgesaugt und ein bestimmter Stoff in den Körper gespritzt. Alle Körperöffnungen werden verschlossen, sodass der biologische Zerfall gestoppt ist und z.B. während der Überführung nicht der Verwesungsprozess einsetzt.

Das Wichtige ist, dass Sie sich bereits zu Lebzeiten einmal grundlegend mit dem Thema der Bestattung und den Beisetzungsmöglichkeiten auseinandersetzen – sonst übernimmt es später jemand anderer. Das entspricht dann aber vielleicht weder Ihrer Religion, noch Vorstellung vom Tod und dem Leben danach oder Ihren Vorlieben. Regeln Sie daher Ihre eigene Bestattung in einer Vorsorge ab, vertraglich.

 

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Quelle: Ahorn AG


 


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