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THEMA:   Zur fragwürdigen Sicherheit von Atomkraftwerken

 11 Antwort(en).

Karl begann die Diskussion am 04.08.06 (15:03) :

Spiegel Online (Linktipp): "Es war reines Glück, dass der Zwischenfall in einem schwedischen Atomkraftwerk nicht zum GAU wurde, sagen Experten. In letzter Sekunde sei die Welt vor einer Katastrophe bewahrt worden. Das lag daran, dass ein Mann sich über die Vorschriften hinwegsetzte."

Offensichtlich sind die Beschwörungen, im Westen seien die Kernkraftwerke sicher, alle nur zweckgerichtet gewesen. Wenn angesichts der Energiekrise weltweit nun wieder sehr viele neue Kernkraftwerke gebaut werden sollen, kann dies nur mit Sorge zur Kenntnis genommen werden.

Internet-Tipp: https://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,430124,00.html


 dmz antwortete am 05.08.06 (00:57):

Ich habe in den 1970/80ger Jahren an Planung und Bau von Atomkraftwerken mitgearbeitet,
bin aber den Sicherheits-Beteuerungen technischer Systeme gegenueber eher skeptisch eingestellt.
Es wurden von den Befuerwortern dieser Kraftwerks-Technologie damals 'Philosophien' aufgebaut und publiziert,
die den Bedenkentraegern entgegenwirken sollten.
:::
So nannte man Atomkraftwerke(AKW) 'Kernkraftwerke'(KKW), um ihnen den Verruf einer Bombe zu nehmen.
Man verwies auf die 'Friedliche Nutzung' der Kernspaltung;
- auf die verschiedenen baulichen Sicherheiten wie etwa dicke, Flugzeug-Absturz-sichere Waende;
- auf Notstrom- u Kuehlwasser-Sicherheitssysteme um zu verhindern,
dass der Reaktor mit dem atomaren Brennmaterial auszer Kontrolle geraten koennte
(Kernschmelze wg fehlenden Kuehlwassers: GrAnzunehmUnfall).
-
Ein sogenannter Rassmussen-Report gab zu verstehen,
dass die Wahrscheinlichkeit des atomaren GAU viel weniger gegeben sei
als etwa ein Unfall mit dem eigenen PKW;
- und dass man schlieszlich die abgebrannten atomaren Brennelemente kontrolliert aufbereiten und
die Rueckstaende sicher entsorgen koennte in stillgelegten Salz- u Kohle-Bergwerken.
Dazu konnte man gelegentlich die wohl bewusst gesteuerte unqualifizierte Nachricht vernehmen,
Kernkraftwerkstechnik sei 100prozentig sicher.
:::
Inzwischen sind ein paar deftige Stoerfaelle in AKW/KKW passiert - sogar mit Beeintraechtigung der Umwelt:
Tschernobyl als schlimmstes Ereignis.
Gemessen an den Vorkommnissen scheinen aber Unfaelle in AKW/KKW weniger haeufig
und in den Auswirkungen langfristig weniger beeintraechtigend zu sein
als die spektakulaeren und regelmaeszig auftretenden Unfaelle und Auswirkungen anderer technischer Systeme,
die laengst nicht so gebuehrend wahrgenommen werden - etwa wie (bei):
- Schifffahrt, Bahn, Automobile, Flugzeuge u Raketen, ChemVerfahrenstechnik;
- incl Gasunfaelle, Abgase, Feinstaub, Oelverschmutzung, Elektrosmog .....
und Kriegshinterlassenschaften(Waffen, Munition, Minen) nicht zu vergessen .....
:::
Gemessen an diesen zuletzt angedeuteten Fakten ist die AKW/KKW-Technologie nicht unsicherer und
rein verfahrenstechnisch nicht problematischer als andere Technologien, - eben auch nicht 100prozentig verlaesslich;
- da ist mE ein Popanz besonderer Gefaehrlichkeit von AKW/KKW aufgebaut worden.
Problematisch und besonders enstzunehmen ist:
Wer die Technologie des AKW/KKW beherrscht, kann sich uU auch die Bombe bauen;
- und letzteres gilt es zu verhindern.
MfG/dmz.
:::


 Arno_Gebauer antwortete am 05.08.06 (10:32):

Hallo, Karl,

ist den die Sicherheit der Endlagerung hochaktiven Mülls
aus Kernkraftwerken über viele 10.000 Jahre gewährleistet?

Viele Grüße
Arno Gebauer


 Karl antwortete am 05.08.06 (11:23):

@ arno,

hier fehlt die Erfahrung über 10000 Jahre.

@ dmz,

das Unfallrisiko in einem KKW mit dem Unfallrisiko in einem PKW oder Flugzeug zu vergleichen, ist sehr "kontraproduktiv". Ein KKW kann ein ganzes Land und mehr verseuchen. Ich hoffe doch, dass KKWs sicherer sind als PKWs oder Flugzeuge. Ein Unfall in einem KKW muss einfach zu 100% ausschließbar sein. Damit ist m. E. ein Restrisiko nicht tragbar. Der Vorfall in Schweden zeigt, dass alles nur schöngeredet wurde.


 dmz antwortete am 05.08.06 (12:36):

<Ein Unfall in einem KKW muss einfach zu 100% ausschließbar sein.
<Damit ist m E ein Restrisiko nicht tragbar.
<Der Vorfall in Schweden zeigt, dass alles nur schöngeredet wurde.
:::
Dann duerfen AKW/KKW nicht mehr gebaut werden;
denn es gibt keine 100prozentig sichere Technik.
Auch die Sicherheit verheiszende redundante Anlagentechnik laesst immer ein Restrisiko uebrig,
- und die Wahrscheinlichkeit des Unfalls kann schon in der naechsten Stunde eintreten.
Insofern ist der bezogene Rassmussen-Report eben 'Schoenrednerei'.
:::
Schwerwiegend scheint mir jedoch der Atomwaffen-technische Aspekt zu sein.
Aus diesem Grunde duerfen mE AKW/KKW auf der Basis von
Kernspaltung(Fission(Metapher'Explosion,Bombe'))
nicht mehr gebaut werden.
:::
Anders sieht es aus mit der Kernverschmelzung(Fusion(Metapher'Implosion,Sonnenfeuer').
Vorteil: bei einem Ausfall eines Hilfssystems erloescht der Verfahrensprozess;
nichts explodiert und verteilt sich in der Umwelt.
Zur Zeit beginnen Planung und Bau des ersten Versuchsreaktors im franz Caradache
(ca200-300Km nordoestl v Marseille).
Es dauert allerdings noch einige Dekaden bis zur kommerziellen Nutzung,
- vorausgesetzt, das Projekt erweist sich am Ende als erfolgreich machbar.
:::
https://www.terradaily.com/reports/ITER_Fusion_Reactor_Project_Agreement_Initialed_At_Brussels_Meet.html

Internet-Tipp: https://www.terradaily.com/reports/ITER_Fusion_Reactor_Project_Agreement_Initialed_At_Brussels_Meet.html


 schorsch antwortete am 05.08.06 (14:16):

Als "unser" AKW (heisst bei uns schönredend KKW = Kernkraftwerk) gebaut werden sollte, redeten uns die Techniker die Köpfe sturm mit Behauptungen über die Sicherheit. Es wurde auch behauptet, die Dampffahne werde unter schlechtesten Wetterbedingungen höchstens 150 Meter lang sein. In Wirklichkeit wird die Fahne aber bei feuchter Umweltluft bis 100 mal länger, nämlich bis 15 km.. Der Turm ist knapp 1 km. von uns entfernt und als stete Bedrohung präsent. Aber es käme niemandem von meinen Nachbarn in den Sinn zu sagen: Ich verzichte auf diesen oder jenen Apparat, damit 1 KKW weniger gebaut werden muss!


 Arno_Gebauer antwortete am 06.08.06 (08:54):

Hallo, Karl,

leider wissen die Akademiker hinterher immer, warum etwas
in die Hose gegangen ist.
Unsere Risiko- und sicherheitsforschung sind sehr
lückenhaft.
Deshalb wird viel Geld ausgegeben, um das Risiko weg- und
kleinzureden.
Das Risiko steht zwischen Profit und Sicherheit.
Da alle Unternehmen die Profitmaximierung als oberste
Maxime im Kopf haben, scheint der Schutz und die Sicherheit
immer mehr verloren zu gehen.
Die wirksamste und wirtschaftlichste Methode der
Schadensverhütung ist die Risikoanalyse
(Risikoerkennung, Risikobewertung, Risikobegrenzung und -
minderung und die Risikofinanzierung )und die Kontrolle.
Übrigens, ohne das Risiko gibt es keine Erfüllung des
menschlichen Lebens.

Viele Grüße
Arno Gebauer


 Sokrates antwortete am 06.08.06 (08:59):

Und? Warum lassen wir "DEMOKRATISCHEN" Bürger diese Technik zu???

Salzbergwerke etc. Haben wir nicht schon heute das Problem der Glescherschmelze und dadurch das Auseinanderbrechen oder Abbrechen eines Berges??? Nur mal so als Beispiel. Gibt auch Erdbeben, oder doch mal ein Komet etc.


 Sokrates antwortete am 06.08.06 (09:00):

Eigentlich gehört dieser Beitrag in Politik, denn es ist ein gesellschaftsrelevantes Problem!!


 hugo1 antwortete am 06.08.06 (10:27):

sokrates, es ist eigentlich egal unter welcher Rubrik dieses Thema abgehandelt wird, es betrifft einige Bereiche das Lebens.
Sicher wäre es vielleicht auch interessant mal unter rein technischem Aspekt zu diskutieren. (Die Technik an sich und die Sicherheitstechnologien)
Etwas anderes ist die Sicherheitsphilosophie, also die verschiedenen Ansichten und/oder Einsichten zum Betreiben solcher Techniken.
Noch etwas anderes sind die Umweltverträglichkeitsansichten, die generelle Meinung zu Forschung (einschließlich Grundlagenforschung) Anwendung, Nutzung, dieser Technik.
Für medizinische, energetische, sonnstige technische und militärische Zwecke und jeweils das Für und Wider.
Mir passt es nicht wenn Atomtechnik, Atomphysik, Atomenergie, Atom,,,,sofort und immer und überall von bestimmten Leuten mit solchen Begriffen wie: Aktivität, Verstrahlung, Atomklo, Supergau, Endlagerungsprobleme,,,,in Verbindung gebracht wird und wenn man genauer hínguckt es sich fast ausschließlich um polemisches Niedermachen der friedlichen Nutzung handelt.
"gegen Atomenergie" findest Du fast 1,5 Millionen Beiträge
"gegen Atombomben" aber nur die Hälfte
Ich werde einfach das Gefühl nicht los, das die Kohle-,Erdöl, Erdgaslobby (und bestimmte politische Interessenvertreter)sich hier einer willigen -sich aufopfernden- Truppe von Menschen bedient, die eigentlich der Meinung sind, gegen die bestehenden Risiken der Atomkraft anzukämpfen, aber,,,,da bin ich mir absolut nicht sicher. *g*


 dmz antwortete am 10.08.06 (01:25):

hugo1 antwortete am 06.08.06 (10:27):
<..... wenn man genauer hínguckt,
<es sich fast ausschließlich um polemisches Niedermachen der friedlichen Nutzung handelt.
:::
Ich habe ja oben u.a. geschrieben,
dass hinsichtlich des Gefahren-Potenzials in Sachen AKW/KKW
eine Hysterie aufgebaut worden ist.
AKW/KKWs werden indirekt immer mit Bomben-Abwuerfen
(Hiroshima u Nagasaki) in Verbindung gebracht.
Dieses ZerstoerungsPotenzial gegen die Umwelt
hat nicht einmal der Kraftwerksunfall von Tschernobyl entwickelt,
und der hat am Ende offen gegen die Umwelt stattgefunden
(brennender Graphit-Moderator: in WestEuropa wird m Wasser moderiert).
Uebrigens ein Unfall, der so offen gg die Umwelt bei dtscher Kraftwerkstechnik sich nicht entwickeln kann.
Die dtschen AKW/KKWs sind gg den potenziellen GAU regelrecht konzipiert worden:
Doppelte technische Abschirmung gegen die Umwelt.
:::
Der Schwed Kraftwerksunfall soll nicht verniedlicht werden.
Jedoch waere mE nicht annaehernd ein zweites Tschernobyl entstanden.
Warum also die Hysterie an sich durch die Medien ?
Sensationsmache .....?
MfG/dmz.
---
PS: Ich habe meine Bedenken an sich gg diese Fissions-Technik oben angedeutet und
favorisiere statt dessen die Fusions-Technik;
ansonsten die Solar-Technik und Nutzung der Erdwaerme.


 hugo1 antwortete am 10.08.06 (20:27):

Unsere Sonne erzeugt durch die Verschmelzung von Atomkernen ihre Energie. Eine solche Sonne im Miniformat, das ist es womit sich derzeit die Forscher -ca 3 km Luftlinie von meiner Wohnung entfernt- mit vollem Einsatz beschäftigen. Das wärs doch, Energie am laufendem Band rund um die Uhr Jahr für Jahr,,,Und dazu -solange es wirtschaftlich und umweltverträglich ausgewogen ist, sämtliche anderen zur Verfügung stehende Energieerzeugungstechnicken (vielleicht ohne KKW herkömmlicher Version)-mitnutzen.
dmz, na klar reißt ein Bericht in den Medien über irgendein KKW welches schon 25 Jahre störungsfrei arbeitet, niemanden vom Sessel, läßt die Leser gähnen und einpennen. Auch ein oder zwei nichtstartende Notstromdieselaggregate bringens noch nicht, aber im Zusammenhang mit einer vermuteten und herbeigeredeten Supergauvorstellung,,,ohhhh das isses was sich ein Reporter wünscht, daraus lassen sich Schlagzeilen formulieren.
Ich möcht mal wissen wie die französischen Medien titeln.
,übrigens kann ich mich noch an die 80iger Jahre erinnern, da gab es Stimmen die ein frühzeitiges Ende der Atomwirtschaft wegen Uranmangels prophezeihten,. Deshalb wunderte ich mich das 25 Jahre später solch eine Hektik um den Atomausstieg gemacht wurde, obwohl der ja sowieso nicht zu verhindern ist wegen Brennstoffmangel. Ja, und je mehr KKW,s weltweit gebaut würden, desto eher würden wir ja dem glorreichem Ende dieser Risiken entgegensehen können. Zumindest wären dann immer mehr neue moderne sicherere Werke in Betrieb und die älteren würden -schon aus ökonomischen Gründen- vor dem erwünschtem Aus stehen. Aber so, mit dem deutschem Ausstieg, wird sich das weltweite Risiko nur noch vergrößern und in die Länge ziehen.oder?