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Liebe nach dem Abschied

Es ist nicht immer einfach, den Verlust eines Menschen zu verarbeiten. Ganz gleich ob nach dem Tod des Partners oder nach einer Trennung. Dies alles braucht Zeit und so verhält es sich auch mit einer neuen Liebe und Partnerschaft im Alter. Nutzen Sie Ihre Erfahrungen und beginnen Sie sowohl mutig als auch geduldig einen Neustart.  

Eine neue Beziehung nach einem Verlust oder einer Trennung ist nicht immer leicht.
©3dman_eu | Pixabay.com

Bekannte, Freunde oder Angehörige können oftmals den Schritt in eine neue Liebe und Partnerschaft nicht nachvollziehen. Wer sich früh nach dem Tod des Partners oder nach der Scheidung für eine neue Liebe entscheidet, ist nicht selten Vorwürfen ausgesetzt. Genauso verhält es sich mit Selbstvorwürfen, Unsicherheiten und Schuldgefühlen. Das sind normale Reaktionen auf einschneidende Erlebnisse. Die Liebe ist vielfältig und verläuft nicht immer so wie wir sie uns vorstellen. Voller Mut, Selbstvertrauen und Zuversicht sollten Sie deshalb diesen Neuanfang wagen, wenn dies Ihren Bedürfnissen entspricht.

Wie geht es weiter, wenn der Partner verstorben ist?

Wenn der langjährige Partner verstirbt, bleiben die Erinnerungen an gemeinsame Momente. Der Verarbeitungsprozess verhält sich aber bei jedem Menschen unterschiedlich. Der Schock und die Trauer über den Verlust des Partners stecken mitunter noch tief in den Knochen und lähmen unsere Seele. Für viele Außenstehende erscheint eine neue Liebe nicht mit der Trauer vereinbar. Auch Betroffene selbst fühlen sich Wochen bis Jahre nicht in der Lage dazu. So empfinden sie womöglich Scham, sich einem neuen Menschen zu nähern oder sie fragen sich, wie der Verstorbene in die neue Partnerschaft einbezogen werden kann. So ist es verständlich, dass zu Beginn keine großen Schritte gewagt werden möchten. 

Es ist wichtig den verstorbenen Partner in die neue Partnerschaft mit einzubeziehen. Die Möglichkeit, sich an bestimmte Tage erinnern zu können, erfordert Beistand vom neuen Partner. Verständnis und eine Schulter zum Anlehnen sind gute Voraussetzungen für eine funktionierende neue Partnerschaft. Ermöglichen Sie dies, indem Sie sich öffnen und mit Ihrem neuen Partner darüber sprechen. Angst vor einer Ablehnung werden weniger, wenn Sie den Verlust des früheren Begleiters mit in die neue Beziehung einbinden.

Nach der Scheidung oder Trennung neuen Mut fassen

Scheidungen oder Trennungen können sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Paare gehen freundschaftlich auseinander. Für manche endet die gemeinsame Zeit allerdings weniger positiv. Für die Beteiligten scheint es häufig unmöglich, eine neue Partnerschaft nach der Trennung einzugehen. 

Insbesondere für die Generation 50plus spielt der Wunsch nach einer glücklichen gemeinsamen Zeit bis zum Lebensabend eine bedeutende Rolle. So empfindet Ihr neuer Partner vielleicht das gleiche Bedürfnis. Nutzen Sie deshalb Ihre Erfahrungen zur Partnersuche, denn aus diesem Erfahrungsschatz können Sie profitieren. Wie viel Nähe oder Distanz Sie in einer neuen Partnerschaft zulassen ist daher Ihnen überlassen. Wichtig sind Selbstvertrauen und Selbstreflektion sowie die Rücksichtnahme auf gegenseitige Freiräume innerhalb der Partnerschaft.

Für Kinder und Enkelkinder kann es zunächst gewöhnungsbedürftig sein, wenn Oma oder Opa unerwartet einen neuen Partner an ihrer Seite vorstellen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Familie über die neue Situation und darüber, wie es Ihnen in der neuen Partnerschaft geht. Kommunikation ist eine wichtige und gar notwendige Basis, um Konflikte zu vermeiden.

Umgang mit Sexualität in der neuen Partnerschaft

Das Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr im Alter ist ungebrochen noch ezugleich ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Dabei gibt es keinen Grund dazu. Die Art und Weise, Intimitäten auszutauschen, verändert sich im Laufe des Lebens. Das bedeutet nicht, dass diese nicht auch in späteren Jahren ausgelebt werden wollen. So streben viele ältere Menschen nach körperlichen Zweisamkeiten. Andere verspüren womöglich kein explizites Verlangen mehr. Dennoch: Sexualität kann ein unangenehmes Thema sein, zum Beispiel wenn Erinnerungen an den früheren Partner beteiligt sind.

Fühlen Sie sich unwohl, sollten sie sich in Ruhe und gemeinsam mit Ihrem neuen Partner an die noch ungewohnte Situation gewöhnen. Sprechen Sie offen über Ihre Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse. Sollten allerdings Schamgefühle verstärkt auftreten, ist es vielleicht sinnvoll, professionellen Rat einzubeziehen. Insbesondere, wenn sexuell vorbelastende Erfahrungen eine Rolle spielen, ist ein behutsamer Umgang sehr wichtig. Verworrene Situationen können gelöst werden, wenn Sie sich öffnen und den neuen Partner in Ihrem Leben zulassen.

Wie kann ich einen Partner finden, der zu mir passt?

Beginnen Sie langsam und lassen Sie sich Zeit! Weder von Freunden oder Angehörigen, noch von sich selbst sollten Sie sich dazu genötigt fühlen, schnellstmöglich eine neue Partnerschaft einzugehen. Vertrauen Sie auf Ihre Erfahrungen, die Sie in Ihrem Leben bereits gemacht haben. Seien Sie offen für Neues und treffen Sie Entscheidungen. Sportliche Betätigungen, wie Wandern und Fahrradfahren stärken ihr Selbstbewusstsein und übertragen sich auf Ihr Wohlbefinden. Sport fördert Ihre Zufriedenheit – und wer zufrieden ist, ist glücklich. Man wird es an Ihrer Ausstrahlung und Ihrer Ausgeglichenheit merken. Ihr neues und selbstbewusstes Auftreten macht Sie interessant für neugierige potentielle Partner.

Die Partnersuche hat sich heutzutage stark verändert. Sie verläuft anders als Sie es aus Ihrer Jugend kennen. Die erste Kontaktaufnahme geschieht heute seltener mit einem persönlichen Gegenüber, sondern vermehrt per Chat. Wer einen PC oder ein Smartphone besitzt, kann die vielfältigen Angebote im Internet nutzen. Auf Online-Dating Portalen erfolgt das Kennenlernen über die Anlegung eines Profils sowie das Versenden von Nachrichten. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, nachdem Gemeinsamkeiten ausgetauscht wurden und noch immer gegenseitige Sympathie besteht, findet in der Regel ein Treffen statt.

Einen neuen Partner kennenzulernen ist  natürlich noch immer im Freundes- und Bekanntenkreis möglich. Vielleicht begegnen Sie Ihren neuen Partner durch ein gemeinsames Hobby. Beispielsweise bei einem Kochkurs in der Volkshochschule oder auf einer Sprachreise. Denn eine Reise schafft viele Gelegenheiten, interessante Menschen kennenzulernen. Das Schöne hierbei ist die lockere Stimmung und erheiternde Momente innerhalb der Gruppe. Wir fühlen uns mental gelöster als in der Heimat und sind offener für Neues. Beste Voraussetzungen also, um einen potenziellen Partner kennenzulernen.

Ob per Zufall oder durch gezielter Suche: Wer sich auf eine neue Partnerschaft einlässt, muss Kompromisse eingehen – egal in welchem Alter. 

 

Quelle: Redaktion seniorenportal.de

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