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Einsamkeit im Alter – Wege aus der Isolation

Die Ursachen von Einsamkeit im Alter sind vielfältig. Vor allem Krankheiten oder der Verlust von geliebten Menschen erhöhen das Risiko, im Alter an einer zunehmenden sozialen Isolation zu leiden. Einsamkeit ist allerdings keine Sackgasse – viele Wege führen aus der Vereinsamung heraus und lassen Sie Ihre Lebensfreude wiederentdecken. In diesem Ratgeberbereich erhalten Sie Tipps und Anregungen, wie Sie der Einsamkeit bewusst entgegenwirken können.

©pholigo | Freepik.com


1. Was sind die Ursachen von Einsamkeit im Alter?

2. Welche Folgen hat Einsamkeit im Alter?

3. Wie kann einer zunehmenden Einsamkeit im Alter entgegengewirkt werden?

3.1. Aktiv den Kontakt zu anderen Menschen suchen

3.2. Einer abwechslungsreichen Freizeitbeschäftigung nachgehen

3.3. Hilfs- und Unterhaltungsangebote für Senioren nutzen

3.4. Die eigene Wohnsituation ändern


1. Was sind die Ursachen von Einsamkeit im Alter?

Wenn die Familie oder die Freunde zu weit weg wohnen oder schlichtweg keine Zeit für regelmäßige Besuche aufbringen können, stellt sich bei älteren Menschen oftmals ein starkes Gefühl der sozialen Isolation ein. Einsamkeit im Alter betrifft sehr viele – doch nicht alle trauen sich, frei darüber zu sprechen. Einige schämen sich sogar dafür, sich einsam zu fühlen, wollen niemanden damit belasten und behalten die bedrückenden Empfindungen für sich. Als Folge ziehen sie sich noch mehr von anderen Menschen zurück.

Einsamkeit im Alter kann jedoch jeden treffen und ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Über alle Altersgruppen hinweg fühlen sich Menschen einsam. Doch insbesondere die ältere Generation hat Schwierigkeiten, sich selbst aus einer zunehmenden Isolation zu befreien. Schließlich ist man längst nicht mehr so mobil wie früher, der Kontakt mit den Arbeitskollegen fällt mit dem Eintritt in den Ruhestand weg und der Freundeskreis nimmt ab. Dadurch stellt sich schnell Langeweile und ein gewisser Trott ein. 

Seniorinnen und Senioren neigen zudem dazu, sich im Krankheitsfall zu isolieren, um den Angehörigen keine zusätzliche Last zu sein. Hält die Krankheit jedoch über eine gewisse Dauer an oder entpuppt sich schlimmstenfalls als chronisch, verzichten Betroffene häufig gänzlich auf soziale Teilhabe und verlassen nur noch selten die eigenen vier Wände. Was anfänglich nur wie ein temporärer Rückzug wirkte, kann fatale Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit älterer Menschen haben.

In einigen Fällen ist die Einsamkeit im Alter auch auf einen Mangel an Mobilitäts- und Freizeitangeboten für Senioren zurückzuführen. Entweder sind den Betroffenen die verschiedenen Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe nicht bekannt oder die jeweilige Kommune bietet kaum geeignete Anlaufstellen an. Bund und Länder greifen dieses Problem jedoch zunehmend auf, indem sie verschiedene Modellprojekte zur Bekämpfung der Einsamkeit fördern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Weiterentwicklung von Freizeit-, Informations-, Kultur- und Bildungsangeboten sowie der Ausbau von Begegnungs- und Tagesstätten.

2. Welche Folgen hat Einsamkeit im Alter?

Dass sich ein Mangel an sozialen Kontakten auf die psychische Gesundheit auswirkt, ist seit längerem bekannt. So gibt es häufig einen Zusammenhang zwischen starken Einsamkeitsgefühlen und psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen. In solchen Situationen beginnt oft eine gefährliche Abwärtsspirale und ein Teufelskreis für die Betroffenen: Die depressiv gefärbten Gedanken führen dazu, dass sich die ohnehin einsamen Menschen noch weiter zurückziehen, was wiederum die negative Sicht auf das Leben und die Umwelt verstärkt. Es empfiehlt sich in einem solchen Fall, psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

HINWEIS DER REDAKTION:

Wenn Sie unter Depressionen leiden, eine chronische Krankheit haben oder aus anderen Gründen einen Gesprächspartner für ein anonymes Telefonat wünschen, können Sie sich jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Im Rahmen des anonymen Gesprächs mit einem der ehrenamtlichen Mitarbeiter haben Sie die Möglichkeit, sich alles von der Seele zu reden und die objektive Meinung und Hilfe einer außenstehenden Person zu erhalten. Daraus kann sich bereits eine erste Lösung oder eine neue Sichtweise auf die eigene Lebenssituation ergeben. Für den Anrufer fallen in der Regel keine Kosten an.

Einige neuere Studien belegen, dass chronische Einsamkeit neben den psychischen auch körperliche Folgen nach sich zieht. Laut einer amerikanischen Studie verkürzt andauernde Einsamkeit die Lebenserwartung und hat damit einen ähnlich negativen Einfluss auf die Gesundheit wie Rauchen oder Übergewicht. Darüber hinaus gibt es erste Hinweise darauf, dass sozial isolierte Menschen anfälliger für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs, Demenz und Kreislauferkrankungen sind. 

Der Grund dafür ist vermutlich, dass der Mensch seit Urzeiten Gesellschaft benötigt, um sein eigenes Überleben zu sichern. Fällt dieser Gruppenschutz über einen längeren Zeitraum weg, reagiert der Körper mit erhöhter Alarmbereitschaft und der Ausschüttung von Stresshormonen. Dieser Zustand wirkt sich langfristig negativ auf die Gesundheit aus.

3. Wie kann einer zunehmenden Einsamkeit im Alter entgegengewirkt werden?

Die Folgen anhaltender Einsamkeit im Alter dürfen daher keinesfalls unterschätzt werden. Umso wichtiger ist es, der zunehmenden sozialen Isolation im Alter bewusst entgegenzuwirken. Es gilt vor allem, frischen Mut zu fassen, die eigene Lebensfreude wiederzuentdecken und sich an etwas Neues heranzuwagen!

Um nicht in einem Gefühl der Nutzlosigkeit und Langeweile zu versinken, ist es ratsam, zunächst einmal den Alltag zu strukturieren. Schließlich ist der gewohnte Tagesablauf mit dem Eintritt in die Rente weggebrochen. Auch wenn der langjährige Lebenspartner verstirbt, müssen oftmals neue Strukturen geschaffen werden.

Beginnen Sie damit, bestimmte Uhrzeiten für wichtige Angelegenheiten, wie die Einnahme von Medikamenten, die Zubereitung von Mahlzeiten, das Einkaufen und die Körperpflege, festzulegen. Dann wissen Sie, welche Zeit Ihnen noch bleibt, um aktiv einen Weg aus der Einsamkeit im Alter zu beschreiten.

Neben dem Wiedersehen mit der Familie und alten Freunden gibt es viele weitere Möglichkeiten, die Freizeit geselliger zu gestalten. Um Einsamkeit im Alter zu bekämpfen, brauchen Sie jedoch nicht einmal zwangsläufig viel Gesellschaft. Ihr eigenes Wohlbefinden kann bereits durch Aktivitäten gesteigert werden, die Ihnen allein Freude und Erfüllung bringen. Im Folgenden erhalten Sie einige Tipps, wie Sie Ihre Freizeit nach Ihren Wünschen gestalten können.

3.1. Aktiv den Kontakt zu anderen Menschen suchen

Unabhängig von der Lebenssituation – den ersten Schritt zu wagen, ist für die meisten Menschen oftmals schwierig. In der Folge wird das Geplante immer weiter nach hinten geschoben. Ob es die Kontaktaufnahme zu alten Bekannten ist, der Einstieg in das Online-Dating oder der Beitritt zu einer vorerst unbekannten Gruppe – häufig wünschen sich Menschen, dass die Dinge, nach denen sie sich so sehr sehnen, von allein passieren.

Leiden Sie jedoch an Einsamkeit im Alter, müssen Sie selbstbestimmt daran arbeiten, Ihre Situation zu ändern. Haben Sie den Mut dazu! Rufen Sie doch mal Ihren alten Freundeskreis an. Sicherlich werden sie sich freuen, von Ihnen zu hören. Seien Sie offen für neue Menschen und neue Gespräche. Fragen Sie Ihre Nachbarn, wenn Sie das nächste Mal vorbeigehen, wie es ihm geht und wie sein Tag war. Die meisten Menschen sind froh, wenn sich jemand für sie interessiert und ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Oft leben Nachbarn gedankenlos nebenher, ohne auf die Menschen um sich herum zu achten. Nehmen Sie es selbst in die Hand und gehen Sie auf die Menschen in Ihrer Umgebung zu.

Wer sich nicht nur nach neuen Freundschaften, sondern auch nach einer neuen Partnerschaft sehnt, kann sich an die verschiedenen Möglichkeiten der Partnersuche im Alter wagen. Ob Speed-Dating für Senioren, Kontaktanzeigen in Zeitungen oder die Partnersuche im Internet – es gibt verschiedene Methoden, um sich in der zweiten Lebenshälfte noch einmal richtig zu verlieben.

Darüber hinaus sind organisierte Seniorenreisen und Singlereisen eine tolle Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und die Einsamkeit im Alter zu bekämpfen. Das Gute daran ist, dass durch die verschiedenen Gruppenreiseangebote für jeden Geschmack und individuelle Lebenssituation etwas dabei ist. So werden auch Reisen angeboten, die durchweg barrierefrei geplant und medizinisch betreut werden. Dadurch haben auch körperlich eingeschränkte Menschen die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten Urlaub zu machen und die Welt zu entdecken.

3.2. Einer abwechslungsreichen Freizeitbeschäftigung nachgehen

Mit dem Eintritt in den Ruhestand haben Seniorinnen und Senioren plötzlich viel neu gewonnene Freizeit zur Verfügung. Was verlockend klingt, ist jedoch für manche ältere Menschen zunächst gewöhnungsbedürftig. Schließlich müssen sie nun selbst eine sinnvolle Tagesstruktur schaffen. Im Gegensatz zu früheren Jahren gibt es jetzt aber keine stressigen Termine mehr – stattdessen richtet sich die Gestaltung ganz nach Ihnen, Ihren Wünschen und Vorlieben. 

Warum diese Zeit nicht nutzen, um neue Leidenschaften zu entdecken oder einen sinnvollen Beitrag zu leisten? Der Ruhestand ist der ideale Zeitpunkt, um ein früheres Hobby wieder aufzunehmen oder etwas Neues auszuprobieren. Die Liste der möglichen Hobbys für Senioren ist lang. Ob entspannend, kreativ, sportlich, gesellig oder ausgefallen, wie zum Beispiel Lachyoga – probieren Sie die verschiedenen Freizeitangebote aus und finden Sie heraus, was Ihnen Spaß und Freude bereitet.

Darüber hinaus nutzen viele ältere Menschen den Ruhestand, um sich weiterzubilden und ihren Horizont zu erweitern. So bietet zum Beispiel ein Seniorenstudium die Möglichkeit, sich in ein Studienfach der Wahl zu vertiefen. Alternativ sind Sprachreisen sehr beliebt, bei denen Interessierte nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur fremder Länder kennenlernen.

Andere Senioren wiederum wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben und in ihrer Freizeit anderen helfen. Ehrenamtliches Engagement gibt Ihnen das Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Gutes zu tun. Die Tätigkeitsfelder sind grenzenlos – Sie können sich in jedem möglichen Bereich der Freiwilligenarbeit engagieren.

Wenn Sie gerne mit Kindern arbeiten und Lust haben, neue Länder und Kulturen zu entdecken, könnte ein Aufenthalt als Granny Aupair interessant für Sie sein. Bei einem solchen Programm unterstützen ältere Menschen eine Gastfamilie im In- oder Ausland und erhalten im Gegenzug Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld. Zu den Aufgaben eines Aupairs gehört vor allem die Betreuung der Kinder der Gastfamilie, aber auch leichtere Hausarbeiten wie Wäsche waschen zählen in der Regel dazu. Natürlich sollte das Granny Aupair auch in die Familienaktivitäten einbezogen werden. Im besten Fall entwickelt sich die Gastfamilie zu einer Art Zweitfamilie für das Aupair.

Wer trotz Ruhestand die Lust am Arbeiten noch nicht verloren hat oder seinen Geldbeutel ein wenig aufbessern möchte, kann auch im Alter einer Beschäftigung nachgehen. Das Arbeiten im Alter wird aufgrund der zunehmenden körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit älterer Menschen immer beliebter. Nicht nur Senioren, sondern auch Arbeitgeber wollen das Potenzial und die Lebenserfahrung der Ruheständler gewinnbringend in die Unternehmen einbringen.

3.3. Hilfs- und Unterhaltungsangebote für Senioren nutzen

Die Problematik der häufigen Einsamkeit im Alter rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund arbeiten auch Bund und Länder daran, die Teilhabe älterer Bürger an der Gesellschaft zu stärken. Unter dem Begriff „offene Altenhilfe" bieten verschiedene Träger Angebote für Senioren an, die deren Lebensqualität und Mitsprachemöglichkeiten in der Gesellschaft verbessern sollen.

Neben Vereinen, Initiativen und Seniorenbüros gehören dazu auch Begegnungsorte wie Seniorenbegegnungsstätten oder MehrgenerationenhäuserIn solchen Einrichtungen erhalten Senioren die Gelegenheit, Menschen verschiedener Generationen zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen sowie an vielfältigen Freizeit-, Bildungs- und Informationsveranstaltungen teilzunehmen.

Für Seniorinnen und Senioren, die sich einen Gesprächspartner und Unterstützung im Alltag wünschen, ist ein stundenweiser Seniorenbetreuungsdienst ein passendes Hilfsangebot. Die Alltagsbegleiter helfen den Betroffenen bei der Hausarbeit, begleiten sie bei Spaziergängen oder Arztbesuchen und haben ein offenes Ohr für die Anliegen der Älteren. Eine Betreuungsassistenz ist keine ausgebildete Pflegekraft, aber ideal, um der Einsamkeit im Alter mit ein paar gemeinsamen Stunden entgegenzuwirken.

Wer einen anonymen und kostenlosen Gesprächspartner bevorzugt, hat die Möglichkeit, sich an eine Hotline gegen Einsamkeit zu wenden. Oft entwickeln sich aus den anfänglichen Gesprächen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern wahre Telefonfreundschaften. Die wöchentlichen Telefonate stellen für viele Seniorinnen eine große Bereicherung und Stütze im Alltag dar.

3.4. Die eigene Wohnsituation ändern

Wenn Sie Ihre eigenen vier Wände nur noch selten verlassen und sich eingeengt und einsam fühlen, kann es hilfreich sein, Ihre aktuelle Wohnsituation zu verändern. Es gibt verschiedene alternative Wohnformen gegen die Einsamkeit, die Seniorinnen und Senioren mehr Geselligkeit versprechen.

In einer Wohn- oder Hausgemeinschaft für Senioren leben Sie zum Beispiel mit anderen Menschen zusammen. Das bringt nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Wer Hilfe bei einigen alltäglichen Aufgaben benötigt, profitiert vom Wohnkonzept eines Betreuten Wohnens. Darüber hinaus bieten sich Mehrgenerationenhäuser, Quartierskonzepte oder Projekte wie „Wohnen für Hilfe" an, um der Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken. 

 

 


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