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Einkaufen bei der Versandapotheke

Zuverlässig, einfach, schnell – Online-Apotheken werden immer beliebter und sind eine bequeme Alternative zur Apotheke vor Ort. Doch können Service und Beratung überzeugen?

Das Einkaufen bei der Versandapotheke spart den Gang zur Apotheke vor Ort ©zinkevych | Fotolia.com


1. Was umfasst das Angebot der Online-Apotheken?

2. Welche rechtlichen Vorgaben gelten für Versandapotheken?

3. Wie können rezeptpflichtige Medikamente bestellt werden?

4. Welche Beratung und Service bieten Online-Apotheken?

5. Welche Vorteile bietet der Einkauf bei einer Versandapotheke? ?


Versandapotheken gibt es in Deutschland erst seit einigen Jahren. Viele Menschen sind skeptisch, wenn es darum geht, Medikamente im Internet zu bestellen – und vertrauen lieber der lokalen Apotheke. Dabei verfügen zugelassene Online-Apotheken über ein umfangreiches Sortiment und dürfen sogar rezeptpflichtige Medikamente verkaufen. Bewegungseingeschränkten Menschen bietet der Kauf über die Versandapotheke eine bequeme Lieferung direkt nach Hause – und das ganz diskret. Aber kann auch die Beratung mit der Kompetenz eines Apothekers mithalten? Und wie erkennt man eine seriöse Online-Apotheke? Hier hilft es, einige rechtliche Kriterien überprüfen.

1. Was umfasst das Angebot der Online-Apotheken?

Versandapotheken punkten zunächst mit einem übersichtlichen und seniorengerechten Layout und einer unkomplizierten Navigation. So findet man das gesuchte Medikament ohne großen Aufwand. Das Sortiment von Versandapotheken umfasst in der Regel alle klassischen Apotheker-Bestseller, denn laut Gesetz muss es dem einer Präsenzapotheke gleichwertig sein. Im Angebot sind Erkältungsmedikamente und Schmerzmittel, Herz-Kreislauf-Medikamente, Magen-Darm-Präparate sowie homöopathische und pflanzliche Produkte, Nahrungsergänzungsmittel, Pflegeprodukte, Kosmetik, Pflaster, Bandagen und viele weitere medizinische Utensilien. Auch rezeptpflichtige Arzneimittel können problemlos online gekauft werden. Manche Online-Apotheken bieten auch spezielle Produkte, zum Beispiel zur Raucherentwöhnung, oder Medikamente für Tiere an. Themendossiers zu häufigen Erkrankungen informieren über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten und bieten dazu passende Medikamente an. Häufig wird mit Herstellern freiverkäuflicher Medikamente zusammengearbeitet. Diese Produkte werden dann besonders hervorgehoben und der entsprechende Markenshop verlinkt.

HINWEIS DER REDAKTION:

Werbung für rezeptfreie Medikamente durch den Apotheker ist zulässig und auch in Präsenzapotheken gängige Praxis. Bemerken Sie jedoch, dass eine Versandapotheke rezeptpflichtige Medikamente besonders hervorhebt, ist Vorsicht geboten. In Deutschland ist es nicht erlaubt, Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente zu machen.

2. Welche rechtlichen Vorgaben gelten für Versandapotheken?

Seit 2004 ist es in Deutschland möglich, Versandapotheken zu betreiben. Laut Apothekengesetz (ApoG) gilt grundsätzlich: Versandapotheken müssen Apotheken sein. Das heißt erstens, der Betreiber einer Versandapotheke muss ein in Deutschland approbierter Apotheker sein. Zweitens bedeutet das aber auch, dass der Apotheker eine Präsenzapotheke betreiben muss, um zusätzlich eine Versandapotheke betreiben zu dürfen. Reine Versandapotheken darf es nach dem deutschen Gesetz nicht geben. Außerdem muss der Versand aus einer Apotheke heraus abgewickelt werden, und nicht etwa aus direkt aus einem Pharmaunternehmen. Einige weitere Bestimmungen sollen Qualitätsstandards garantieren. Dazu gehören zum Beispiel die Lieferung innerhalb von zwei Tagen nach Bestellung und das Angebot eines Vollsortimentes. Das heißt, dass alle in Deutschland verfügbaren Medikamente angeboten werden müssen. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Versandapotheken bestimmte Medikamente „herauspicken". Zudem muss eine telefonische Beratung durch pharmazeutisch ausgebildetes Personal garantiert werden. Meist kann eine Kontaktaufnahme zusätzlich auch per E-Mail und Post erfolgen. Weiterhin müssen Wechselwirkungen verschiedener Medikamente geprüft werden. Wie bei Präsenzapotheken auch, erfolgt eine Abrechnung der Medikamente über Krankenkassen.

HINWEIS DER REDAKTION:

Im Internet konkurrieren viele Versandapotheken miteinander. Die meisten, aber nicht alle, sind auch seriös. Sind Sie sich unsicher, hilft eine Checkliste des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA). Der Verband rät, das Impressum genau zu überprüfen. Neben dem Namen des Apothekers und der Zulassung der Apotheke müssen die Apothekenkammer sowie die zuständige Aufsichtsbehörde genannt werden. Vertrauen schafft auch das neue EU-Sicherheitslogo, das die Erfassung der Online-Apotheke im Versandhandels-Register bestätigt. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hält darüber hinaus eine Liste aller in Deutschland zugelassener Online-Apotheken mit Internetadressen und zuständigen Behörden bereit.

3. Wie können rezeptpflichtige Medikamente bestellt werden?

Bei Versandapotheken kann man wie bei anderen Online-Händlern auch rund um die bestellen. Die Ware wird anschließend bequem bis vor die Haustür geliefert. Ab einem Mindestbestellwert, der von Anbieter zu Anbieter variiert und durchschnittlich bei rund 20 Euro liegt, erfolgt die Lieferung versandkostenfrei und innerhalb von zwei Werktagen.
Auch rezeptpflichtige Medikamente können über Versandapotheken erworben werden – sofern ein Rezept vorliegt. Genau wie eine Präsenzapotheke auch darf eine zugelassene Online-Apotheke keine verschreibungspflichtigen Medikamente verkaufen, wenn kein Rezept vorhanden ist.

Für den Kauf verschreibungspflichtiger Medikamente muss das Rezept der Online-Apotheke im Original vorliegen. Deshalb muss es per Post an den Service der jeweiligen Versandapotheke gesendet werden. Online-Apotheken stellen hierfür Freiumschläge zur Verfügung, die zu Hause ausgedruckt werden können. Trifft das Rezept bei der Online-Apotheke ein, wird es umgehend bearbeitet.

TIPP DER REDAKTION:

Sobald Sie mindestens ein verschreibungspflichtiges Medikament bestellen, bieten viele Internetapotheken den kostenlosen Versand an – unabhängig vom Preis und unabhängig davon, ob Sie weitere rezeptfreie Medikamente mitbestellen. Beim kombinierten Kauf von rezeptpflichtigen und rezeptfreien Medikamenten können Sie dem Rezept oft ein Bestellformular für rezeptfreie Medikamente beilegen. Das Bestellformular kann zuhause ausgedruckt werden. So müssen Sie keinen zusätzlichen Online-Bestellvorgang vornehmen.

4. Welche Beratung und Service bieten Online-Apotheken?

Online-Apotheken garantieren, für jedes medizinische Produkt ausführliche Hinweise, Beschreibungen und Informationen zu bieten, die online direkt beim entsprechenden Medikament zu finden sind. Die verpflichtende telefonische Beratung muss kostenlos sein. In der Regel ist von morgens bis abends ein Ansprechpartner erreichbar, die genauen Sprechzeiten können den Seiten der Online-Apotheken entnommen werden. Generell gilt dennoch: Telefonische Beratungen können das persönliche Gespräch mit dem Apotheker vor Ort nicht ersetzen – und auf keinen Fall einen Arztbesuch. Daher eignen sich Online-Apotheken vor allem bei Bestellungen von rezeptfreien oder von bereits bekannten rezeptpflichtigen Medikamenten, die durchgehend oder immer wieder benötigt werden und für die keine zusätzliche Beratung zwingend notwendig ist.

TIPP DER REDAKTION:

Das Vergleichsportal Apotheken-Vergleich überprüft den Service verschiedener Online-Apotheken. Es informiert auch über verschiedene Zahlungsmöglichkeiten, Versandkosten, Siegel und Zertifikate sowie über Gutscheine und Rabatte freiverkäuflicher Medikamente. Gerade bei rezeptfreien Medikamenten können Kunden gegenüber Präsenzapotheken oft sparen.

5. Welche Vorteile bietet der Einkauf bei einer Versandapotheke?

Der Kauf von Medikamenten bei einer Versandapotheke bietet Menschen mit eingeschränkter Mobilität einige Vorteile. Zunächst kann man komfortabel von zuhause aus bestellen und erspart sich den Gang in die Apotheke. Medikamente, bei denen der Kauf unangenehm sein kann, wie beispielsweise bei Inkontinenzprodukten, werden diskret nach Hause geliefert. Häufig können Online-Apotheken freiverkäufliche Medikamente auch günstiger anbieten als Präsenzapotheken. Allerdings kommen bei Internet-Apotheken Versandkosten sowie ein Mindestbestellwert hinzu. Häufig spart man sich die Versandkosten aber bereits bei einem rezeptpflichtigen Medikament in der Bestellung. Das Sortiment von Versand-Apotheken ist meist umfangreicher als das von Apotheken vor Ort. Generell werden alle in Deutschland verfügbaren Medikamente angeboten. Allerdings sollte auf die Seriosität der Online-Apotheken geachtet werden. Es empfiehlt sich, im Zweifelsfall Impressum und Registrierung im Versandhandel zu überprüfen. Dennoch: Online-Apotheken sollen Apotheken vor Ort nicht ersetzen, sondern ergänzen. Eine kompetente Beratung wie in einer Apotheke kann eine Versandapotheke nicht bieten, sondern nur grundlegend über das Medikament informieren. Wenn man aber bekannte Medikamente immer wieder benötigt, kann die Versandapotheke eine angenehme und oft kostengünstigere Alternative zur Präsenzapotheke sein.


 

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