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Trauerfallvorsorge: Mitten im Leben für den Abschied vorsorgen

Nach dem Verlust eines geliebten Menschen steht die Trauer der Angehörigen im Vordergrund. Doch spätestens, wenn es um die Bestattung geht, müssen verschiedene Angelegenheiten geregelt werden. Eine Trauerfallvorsorge hilft bei der Planung der eigenen Beisetzung.

Eine Trauerfallvorsorge hilft bei der Planung der eigenen Beisetzung ©drubig-photo | Fotolia.com


1. Was bedeutet Trauerfallvorsorge?

2. Welche Bestattungsarten bieten Trauerfallvorsorgeunternehmen?

2.1. Erdbestattung

2.2. Feuerbestattung

2.3. Seebestattung

2.4. Baumbestattung

2.5. Weitere Bestattungsarten

3. Welche weiteren Leistungen werden angeboten?

3.1. Gestaltung der Trauerfeier

3.2. Erledigung gängiger Formalitäten

3.3. Vorsorgemappe

4. Wie wird eine Trauerfallvorsorge abgeschlossen?

5. Wie ist der Ablauf im Todesfall?

6. Wie hoch sind die Kosten für eine Trauerfallvorsorge?

7. Welche Vorteile bietet eine Trauerfallvorsorge gegenüber einem Bestatter vor Ort?


Von der Organisation der Bestattung über die Berücksichtigung der Wünsche des Verstorbenen bis hin zur Erledigung gängiger Formalitäten – nach dem Tod eines Menschen müssen Angehörige vieles beachten. Häufig spielt der finanzielle Aspekt eine entscheidende Rolle, denn Beisetzungen können teuer sein. Es ist daher sinnvoll, schon zu Lebzeiten Maßnahmen zur eigenen Trauerfallvorsorge zu treffen. Bestattungsvorsorgeunternehmen bieten maßgeschneiderte Angebote, damit Familie und Freunde so Abschied nehmen können, wie es den eigenen Vorstellungen entspricht.

1. Was bedeutet Trauerfallvorsorge?

Viele Menschen haben konkrete Vorstellungen, wie ihre Bestattung und "letzten Dinge" geregelt werden sollen. Mit Verwandten und Angehörigen darüber zu sprechen, was umgesetzt werden soll und was nicht, fällt dennoch häufig schwer. Oft sind Angehörige jedoch dankbar, wenn sie die Wünsche ihres Mitmenschen kennen. Nicht zuletzt sind sie mit der Finanzierung der Beisetzung konfrontiert, die besonders dann herausfordernd sein kann, wenn der Nachlass dafür nicht ausreicht. Trauerfall- oder Bestattungsvorsorgeunternehmen informieren über Bestattungsmöglichkeiten und helfen dabei, Wünsche und Vorstellungen festzuhalten. Formalitäten, die im Todesfall erledigt werden müssen, können sorgsam vorbereitet werden. Die Vorsorgeberater bieten zudem auch finanzielle Absicherung, zum Beispiel in Form einer Sterbeversicherung oder der Einrichtung eines Sperrkontos, und vermitteln auf Wunsch entsprechende Verträge.

2. Welche Bestattungsarten bieten Trauerfallvorsorgeunternehmen?

Die meisten Vorsorgeunternehmen bieten maßgeschneiderte Vorsorgepakete, die in der Regel neben Beratung, Planung und Durchführung der Beisetzung auch die Versorgung des Verstorbenen und die Überführung zum Friedhof bzw. Krematorium umfassen. Erd- und Feuerbestattung sind die gängigsten Arten der Beisetzung, bei denen das Vorsorgeunternehmen mit einem Bestatter vor Ort zusammenarbeitet. Daneben bieten einige Vorsorgeunternehmen auch alternative Bestattungsarten.

2.1. Erdbestattung

Bei der Erdbestattung umfasst die Ausstattung meist einen Holzsarg aus Kiefer, ein Blumen-Arrangement sowie ein Set mit personalisierbaren Trauerkarten. Bei den Grabarten kann zwischen einem Erdwahlgrab, das nach der Ablauf der Ruhezeit verlängert werden kann, oder einem Erdreihengrab, das nach der Ruhezeit an den Friedhofsträger zurückgegeben wird, entschieden werden. Im Gegensatz zum Erdreihengrab kann in ein Erdwahlgrab eine zweite Beisetzung erfolgen. Darüber hinaus bieten immer mehr Kommunen auch Gemeinschaftsgrabfelder und anonyme Erdbestattungsgräber an.

2.2. Feuerbestattung

Bei der Feuerbestattung sind zumeist eine Urne aus Stahl, ein Trauerstrauß sowie das Trauerkarten-Set enthalten. Ebenso wie bei der Erdbestattung kann zwischen einem Urnenwahlgrab und einem Urnenreihengrab gewählt werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit einer Besetzung in einem Kolumbarium (Urnenwand oder -mauer) oder in einer Urnenstele. Bei diesen Bestattungsarten wird die Urne mit einer Platte verschlossen, die individuell beschriftet und gestaltet werden kann. Diese Form der Bestattung ist sinnvoll, wenn keine Angehörigen vorhanden sind, die sich um die Grabpflege kümmern können.

2.3. Seebestattung

Bei der Seebestattung arbeiten die Vorsorgeunternehmen mit Reedereien zusammen. Meist wird die Beisetzung in der Nord- oder Ostsee durchgeführt und beinhaltet neben Blumenkranz und Trauerkarten eine spezielle Seeurne. Nach der Bestattung erhalten die Angehörigen eine Seekarte, in der verzeichnet ist, an welcher Stelle die Urne dem Meer übergeben wurde.

2.4. Baumbestattung

Bei der Baumbestattung findet die Beisetzung in einem Ruheforst statt. Hierbei wird in der Regel auf Blumenschmuck verzichtet, da der Wald seinen natürlichen Charme behalten soll, eine Holzurne und Trauerkarten sind aber im Angebot enthalten.

2.5. Weitere Bestattungsarten

Die Diamantbestattung ist ein besonderes Verfahren, bei der die Asche des Verstorbenen in einen oder mehrere individuelle Diamanten, auf Wunsch mit Gravur, umgewandelt werden kann. Weiterhin bieten spezialisierte Unternehmen, mit denen die Bestattungsvorsorgeunternehmen kooperieren, auch Luft- oder Weltraumbestattung an. Inzwischen sind an einigen Standorten auch Mensch-Tier-Bestattungen möglich, bei denen Mensch und Tier in ein Grab oder in einer Urne beigesetzt werden.

3. Welche weiteren Leistungen werden angeboten?

Neben der Beisetzung übernehmen Trauerfallvorsorgeunternehmen auch die Organisation der Trauerfeier und regeln formale Angelegenheiten. Darüber hinaus beraten sie zur Festlegung von Testament und Unternehmensnachfolge. Nach dem Tod werden den Hinterbliebenen die Vorsorgedokumente des Verstorbenen übergeben.

3.1. Gestaltung der Trauerfeier

Das Trauerfallvorsorgeunternehmen übernimmt die Gestaltung der Trauerfeier nach den vertraglich festgelegten Wünschen des Verstorbenen und arbeitet dafür mit einem Bestatter vor Ort zusammen. Vor der Beisetzung kümmert sich das Vorsorgeunternehmen um die Einladung zur Trauerfeier, zum Beispiel in Form einer Todesanzeige, eines persönlichen Trauerbriefs oder Trauerkarte. Auch nach der Beisetzung kann der Tod eines Mitmenschen bekannt gegeben werden, wie etwa in Form einer Traueranzeige oder eines Nachrufs.

Die Trauerfeier selbst kann kirchlich oder weltlich ausgelegt sein. Bei einer kirchlichen Beisetzung kann die Trauerfeier sowohl in der Kirche, als auch in einer Friedhofskapelle oder Aussegnungshalle stattfinden. Anschließend begibt sich der Trauerzug der Angehörigen zum Grab des Verstorbenen, wo weitere kirchliche Riten zur Beisetzung erfolgen. Ob mit Musik, Gesang, Blumen Gedichten oder anderen Ritualen – eine weltliche Beisetzung kann ganz unterschiedlich gestaltet werden und ist eine Möglichkeit, die Persönlichkeit des Verstorbenen noch einmal zum Ausdruck zu bringen. Auf Wunsch organisiert das Vorsorgeunternehmen einen konfessionslosen Trauerredner, der anstelle eines Pfarrers die Bestattungszeremonie übernimmt. Bei einer Baumbestattung findet die Trauerfeier in der Regel direkt an der Grabstelle statt, Seebestattungen erfolgen auf hoher See. Hier ist es wichtig, die Witterungsbedingungen zu beachten.

Neben der Planung und Durchführung der Beisetzung gehören oft auch eine Beratung der Hinterbliebenen, ein Trauergespräch und die Organisation des Trauerkaffees zum Service. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Grabstein bereits im Vorfeld individuell zu gestalten und die Grabpflege zu organisieren.

3.2. Erledigung gängiger Formalitäten

Im Todesfall veranlasst das Vorsorgeunternehmen alle notwendigen formalen Schritte. Dazu zählen die Sterbefallanzeige beim Standesamt inklusive Sterbeurkunden und die Anmeldung der Trauerfeier beim Friedhofs- oder Pfarramt. Zudem meldet der Vorsorgedienstleister den Verstorbenen bei der Krankenkasse, der Rentenversicherung und der Lebensversicherung bzw. der Sterbekasse ab. Darüber hinaus werden Sargträger auf dem Friedhof verständigt.

3.3. Vorsorgemappe

Bei einem Trauerfallvorsorgeunternehmen können sich Interessierte in Ruhe zu Lebzeiten eine Vorsorgemappe mit den wichtigsten persönlichen Dokumenten ausstellen lassen. Dazu gehören alle vertraglich festgelegten Wünsche und Konditionen mit dem Trauerfalldienstleister, aber auch andere Vorsorgedokumente wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament. Oft ist es möglich, sich einen kleinen Vorsorgeausweis ausstellen zu lassen, der beim Personalausweis aufbewahrt werden kann. So können die Angehörigen im Todesfall schnell Kontakt mit dem Vorsorgeunternehmen aufnehmen. Außerdem können eine oder mehrere Personen festgelegt werden, die über den Aufbewahrungsort der Dokumente Bescheid wissen und sich im Fall der Fälle um die Korrespondenz mit dem Ansprechpartner beim Vorsorgedienstleister kümmern können.

HINWEIS DER REDAKTION:

Viele Menschen schreiben ihre Bestattungswünsche in ihr Testament. Dieses wird meist jedoch erst einige Zeit nach der Beisetzung eröffnet, sodass die Wünsche des Verstorbenen nicht mehr berücksichtigt werden können. Mit einer Trauerfallvorsorge gehen Sie sicher, dass Ihre Angehörigen die Bestattung so umsetzen können, wie Sie sich Ihren Abschied vorstellen.

4. Wie wird eine Trauerfallvorsorge abgeschlossen?

Mit den Vorsorgeunternehmen kann online, telefonisch oder persönlich in einer der Filialen Kontakt aufgenommen werden. Oft empfiehlt sich eine Online-Kontaktaufnahme, denn hier kann die Wunschbestattung bequem von zu Hause aus vorgenommen werden. Bei dieser ersten individuellen Zusammenstellung kann über Ort, Art und Charakteristik der Bestattung entschieden und hochwertige Produkte ausgewählt werden. Außerdem kann angegeben werden, ob eine Trauerfeier gewünscht wird. Anschließend kontaktiert der Vorsorgedienstleister den Interessenten telefonisch und erstellt entsprechend seiner Vorstellungen ein Angebot per E-Mail. Bei Zufriedenheit wird das Angebot unterschrieben zurückgeschickt. Einige Tage später erhält der Kunde den gegengezeichneten Vertrag mit allen wichtigen Informationen. Sollte eine finanzielle Absicherung gewünscht werden, veranlasst das Vorsorgeunternehmen weitere Schritte. In diesem Fall wird eine bestimmte Summe festgelegt, die dem Vorsorgeunternehmen zur Verfügung steht, um die Bestattungskosten zu begleichen. Hierfür vereinbaren Vorsorgender und Vorsorgeunternehmen eine monatliche oder einmalige Zahlungsweise.

HINWEIS DER REDAKTION:

Es empfiehlt sich, mit der Bestattungsvorsorge auch eine finanzielle Vorsorge zu treffen. Legen Sie nämlich selbst Geld zur Seite, muss der bestattungspflichtige Angehörige die Kosten der Beisetzung zunächst selbst tragen und kann das beiseitegelegte Geld erst später unter Umständen als Erbe ausbezahlt bekommen. Falls Sie im Alter Pflege benötigen, können die Kosten dafür das Ersparte im ungünstigsten Fall aufbrauchen.

5. Wie ist der Ablauf im Todesfall?

Im Todesfall informieren die Hinterbliebenen den Vorsorgedienstleister über das Ableben ihres Angehörigen. Das Vorsorgeunternehmen hat bereits alle wichtigen Informationen in den Unterlagen griffbereit und veranlasst sofort die nötigsten Schritte. Vor der Überführung vom Sterbe- zum Bestattungsort muss jedoch ein Arzt eine Todesbescheinigung ausstellen. Im Krankenhaus, Pflegeheim oder Hospiz geschieht dies automatisch, im Sterbefall zuhause ist es die Aufgabe der Angehörigen, den Arzt zu rufen. Um die Sterbeanzeige beim Standesamt, die spätestens drei Tage nach dem Tod mitzuteilen ist, kümmert sich das Vorsorgeunternehmen. Mit dem persönlichen Ansprechpartner wird außerdem besprochen, ob und wie lange der Verstorbene aufgebahrt wird und wann die Beisetzung stattfinden soll. Der Vorsorgedienstleister organisiert nun die Überführung zum Bestattungsort und setzt bei der Beisetzung alle vorab geklärten Wünsche des Verstorbenen um. Darüber hinaus werden weitere formale Angelegenheiten erledigt.

TIPP DER REDAKTION:

Informieren Sie nach Vertragsabschluss Ihre Angehörigen darüber, dass Sie Ihre Bestattungsvorsorge geregelt haben und wo Sie Ihre Unterlagen aufbewahren. So kann im Todesfall eine rasche Kontaktaufnahme mit dem Vorsorgedienstleister erfolgen.

6. Wie hoch sind die Kosten für eine Trauerfallvorsorge?

Die Kosten für die individuelle Trauerfallvorsorge können sehr unterschiedlich hoch ausfallen und sind abhängig von den Wünschen des Verstorbenen. Grundsätzlich sind Feuerbestattungen günstiger als Erdbestattungen, wohingegen See- und insbesondere Baumbestattungen deutlich teurer sind. Zum Beispiel kostet einer Erdbestattung inklusive Sarg, Blumen-Arrangement und Trauerkarten rund 1.500 Euro, eine Feuerbestattung mit Urne, Trauerstrauß und -karten rund 1.000 Euro. Im Angebot enthalten sind dabei sämtliche genannte Serviceleistungen. Die Seebestattung ist mit rund 1.400 Euro etwas höher im Preis als die Feuerbestattung, eine Baumbestattung kann bis zu 1.900 Euro kosten. Die Umrahmung der Trauerfeier, beispielsweise eine musikalische Darbietung, sind Extrakosten, die in die Gesamtkosten einberechnet werden müssen.

Wird eine finanzielle Vorsorge mit in den Vorsorgevertrag aufgenommen, so wird ab Vertragsabschluss entweder eine monatliche Einzahlung durch den Vorsorgenden vorgenommen, oder der gesamte vorab vereinbarte Betrag wird eingezahlt. In jedem Fall erhält das Vorsorgeunternehmen nur im Todesfall Zugriff auf das Geld, um die Bestattungskosten zu begleichen. In der Regel sind also im Todesfall die Kosten bereits gedeckt. Bei frühzeitigem Tod garantiert eine Versicherung die Ausbezahlung der vollen vertraglich festgelegten Summe. Sollte die finanzielle Absicherung höher sein als die Bestattungskosten, zahlt das Vorsorgeunternehmen den Restbetrag an die Angehörigen aus. Der Vorsorgende kann dabei vertraglich bestimmen, an wen das Geld überwiesen wird.

7. Welche Vorteile bietet eine Trauerfallvorsorge gegenüber einem Bestatter vor Ort?

Da das Vorsorgeunternehmen mit unterschiedlichen Bestattern und Vertragspartnern deutschlandweit zusammenarbeitet, kann ohne Zeitdruck aus einer großen Auswahl an Bestattungsarten und Produkten gewählt werden. Die flexible Produktwahl ermöglicht ein konkretes Angebot und die volle Übersicht über Kosten und Serviceleistungen. Über einen Trauerfallvorsorgevertrag können die Vorstellungen der eigenen Bestattung in Ruhe geplant und nach und nach finanziert werden. Dies entlastet die Angehörigen im Todesfall finanziell und gibt ihnen das gute Gefühl, die Beisetzung so umsetzen zu können, wie es sich der geliebte Mitmensch wünschte.


 

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