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Rollatoren: praktische Gehhilfen für Senioren

Der Rollator gehört zu den beliebtesten Gehilfen für Senioren. Vor dem Kauf sollten sich Interessierte jedoch gut beraten lassen, um aus den verschiedenen Modellen einen geeigneten Rollator für sich zu finden. Einige Vorüberlegungen zu Nutzen und Gebrauch helfen bei der Entscheidung.

Der Rollator ist eine der beliebtesten Gehhilfen für Senioren ©klick61 | Fotolia.com


1. Was ist eigentlich ein Rollator?

2. Überblick: Welches Rollator-Modell passt zu mir?

2.1. Standard-Rollator

2.2. Leichtgewicht-Rollator

2.3. Outdoor-Rollator

2.4. Elektrischer Rollator

2.5. Einkauftrolley/Shopper

3. Welche Zusatzausstattung gibt es für Rollatoren?

4. Gymnastik und Tanz: Wie kann ich fit mit dem Rollator bleiben?

5. Was kostet ein Rollator und wie finanziere ich ihn?

6. Checkliste: Worauf soll ich beim Kauf achten?

7. Wie kann ich mich an den Rollator gewöhnen?


Seit gut 20 Jahren erfreut sich der Rollator in Deutschland zunehmender Beliebtheit, obwohl er eigentlich schon viel früher erfunden wurde. Heute bewegen sich über zwei Millionen Menschen mit ihrem Rollator fort und nutzen ihn zum Einkaufen, zum Spazieren gehen und für Arzt- und Behördengänge. Gleichzeitig ist die Skepsis bei vielen älteren Menschen immer noch groß. Vielen ist es unangenehm, mit einem Rollator gesehen zu werden oder sie glauben, ihn nicht zu brauchen. Dabei wird der Bedarf an Gehilfen wie dem Rollator in den nächsten Jahren aufgrund der demographischen Entwicklung weiter steigen. In jedem Fall kann der Rollator im Alltag eine große Unterstützung sein und Unfällen vorbeugen.

1. Was ist eigentlich ein Rollator?

Unter einem Rollator wird eine Gehilfe verstanden, die eine fahrbare Stütze beim Gehen bietet. Ein großer Vorteil des Rollators besteht darin, dass er im Gegensatz zum Gehstock nicht vom Boden angehoben muss. Mit vier Rädern ausgestattet, steht der Rollator sicher auf dem Boden kann mit zwei Haltegriffen geschoben werden. Ein Einkaufsnetz und eine kleine Sitzbank runden ihn ab, zudem kann er mit Zubehör wie einem Regenschirm- oder Gehstockhalter, zusätzlichen Körben oder Beleuchtungen und Reflektoren ergänzt werden. Daneben ist der Rollator in der Mitte faltbar und kann auf diese Weise im Kofferraum transportiert werden.

2. Überblick: Welches Rollator-Modell passt zu mir?

Neben dem klassischen Rollator werden Leichtgewicht-Modelle sowie Einkaufstrolleys bzw. Shopper und Rollatoren angeboten, die sich auch für schwierigeres Gelände eignen. Daneben sind elektrische Rollatoren verfügbar, die automatisch fahren und somit das mühsame Schieben ersparen.

2.1. Standard-Rollator

Der Standard-Rollator ist etwa 60 cm lang und 66 cm breit und wiegt je nach Modell zwischen zehn und 14 kg, dabei kann er bis zu 150kg belastet werden. Wenn der Rollator vor allem im Haus oder in der Wohnung genutzt wird, ist ein Standard-Rollator in der Regel ausreichend, vor allem dann, wenn die Böden eben und die Türen und Flure einigermaßen breit sind. Übrigens gibt es auch Modelle aus verschiedenen Holzarten, die sich farblich passend zu den eigenen Parkett- oder Laminatböden gestalten lassen. Dafür muss aber mit einem Aufpreis gerechnet werden.

2.2. Leichtgewicht-Rollator

Mehr Flexibilität ermöglichen Leichtgewicht-Rollatoren, die mit etwa 130 kg belastet werden können. Allerdings sind sie mit einer durchschnittlichen Breite von 58 cm nur wenig schmaler als Standard-Rollatoren und passen durchaus nicht durch jede Tür. Dafür sind sie mit etwa sechs Kilogramm allerdings ein echtes Leichtgewicht.

2.3. Outdoor-Rollator

Für unebenes Gelände und Ausflüge ins Freie eignen sich Outdoor-Rollatoren sehr gut. Die größeren Räder mit robusterem Profil unterstützen den Halt auf Wander- und Spazierwegen, um eine optimale Sicherheit zu garantieren. Die Räder federn gelenkschonend ab und sorgen so dafür, dass auch längere Strecken ohne Müdigkeit zurückgelegt werden können. Mit einer Vorrichtung zum einfachen Ankippen können auch kleinere Hürden, zum Beispiel steinige Wege, sicher bewältigt werden.

2.4. Elektrischer Rollator

Eine besonders komfortable und ergonomisch gut durchdachte Lösung bietet der elektrisch betriebene Rollator. Mit dem innovativen Elektroantrieb kann der Alltag deutlich leichter gestaltet und besonders Steigungen können leichter überwunden werden. Dabei können Nutzer bis zu 25 km mit nur einer Akkuladung zurücklegen und ihr Fahrgerät ganz unkompliziert an einer handelsüblichen Steckdose oder auch an einer E-Bike-Ladestation aufladen. Eine Ladeanzeige informiert stets über die noch verbleibende Restlaufzeit. Besonders viel Flexibilität verspricht der elektrische Rollator zudem durch die regulierbare Geschwindigkeit, die sich ganz einfach langsamer oder schneller einstellen lässt. Daneben ist der elektrische Rollator mit einer Aufsteh-Unterstützung und einer geschlossenen Transportbox ausgestattet. Übrigens sind auch die Haltegriffe verstellbar: Sie können nach vorne und zur Seite gedreht werden und sind mit Entlastungsfunktionen wie einer integrierten Start-und-Stopp-Sensorik ausgestattet. Weiterhin verfügen die Bremshebel über eine intelligente Brems-Automatik.

2.5. Einkaufstrolley/Shopper

Einkaufstrolleys oder Shopper sind im Grunde genommen Rollatoren, die nicht nur über ein einfaches kleines Einkaufsnetz, sondern über eine größere, fest integrierte Transportbox verfügen. Solche Einkaufstrolleys besitzen ebenso wie Standard-Rollatoren Haltegriffe und Sicherheitsbremsen, somit können auch größere Einkäufe sicher und bequem erledigt werden. Allerdings können auch Standard-Rollatoren je nach Anbieter manchmal zusätzlich mit größeren Transportboxen ausgestattet werden.

3. Welche Zusatzausstattung gibt es für Rollatoren?

Die Anbringung von Zubehör empfiehlt sich einerseits, um die Sicherheit zu erhöhen und andererseits, um zusätzliche Transportmöglichkeiten zu schaffen. Zur Reduzierung der Unfallgefahr und für einen besseren Schutz im Straßenverkehr eignen sich Klingeln und spezielle Folienbänder aus dem Baumarkt, die am besten seitlich oben am Gestell angebracht werden. Aber auch Blinklichter sind erlaubt, da Rollatoren nicht unter die Straßenverkehrsordnung fallen. Zusätzlich können Reflektoren an der Kleidung befestigt werden. Eine Schirm- und Gehstockhalterung, die bereits für etwa zehn Euro erworben werden kann, sorgt für eine sichere Aufbewahrung von Stock und Schirm während des Gehens. Die Halterung wird dabei an das seitliche Rohr des Rollators angeschraubt und kann nicht wegrutschen. Allerdings sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Halterung auch wirklich an den Rollator angebracht werden kann, wichtig ist dafür der Durchmesser des Rollator-Rohrs.

4. Gymnastik und Tanz: Wie kann ich fit mit dem Rollator bleiben?

In den letzten Jahren haben sich Sportkurse und Tanzgruppen speziell für Rollator-Nutzer etabliert, wobei der Rollator in die Übungen miteinbezogen wird. 

Einerseits soll dabei der richtige Umgang mit dem Rollator geübt werden, damit die Gehhilfe im Alltag Erleichterung verschafft und nicht zur Last wird. Andererseits können Benutzer in den Kursen lernen, wie der Rollator optimal als Fitnessgerät gebraucht werden kann. Ziel ist es dabei, das eigene Körpergefühl und das Vertrauen in den Körper zu stärken und Muskeln aufzubauen, um sich eine gute Haltung beim Gehen mit dem Rollator anzueignen. Der Vorteil: Der Rollator ist jederzeit zur Stelle, so können die Übungen auch unterwegs ausgeführt werden. So kann zum Beispiel bei angezogener Bremse und sicherem Stand ein Bein nach hinten gestreckt und gegebenenfalls nach hinten angewinkelt werden – abwechselnd durchgeführt, werden die Beinmuskeln trainiert. In den Kursen werden zusätzlich Übungen mit einem Softball eingesetzt, um Arm- und Schultermuskeln zu trainieren, die für einen sicheren Halt an den Armgriffen des Rollators wichtig sind.

Wer es beschwingt und musikalisch mag, der ist in einer Rollator-Tanzgruppe gut aufgehoben. Den Schwerpunkt bilden dabei vor allem Sturzprophylaxe und Verbesserung der Koordination, die durch tänzerisches Gehen und Drehen erreicht werden können.

TIPP DER REDAKTION:

Rollator-Walking ist ein hervorragendes Herz-Kreislauf-Training und macht zu zweit oder in der Gruppe besonders Spaß. Erhöhen Sie dabei leicht das normale Gehtempo und variieren Sie es zwischendurch immer wieder oder bauen Sie Standübungen mit ein. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie sich nicht überfordern – wenn Sie sich noch gut unterhalten können, haben Sie Ihr ideales Walking-Tempo gefunden.

5. Was kostet ein Rollator und wie finanziere ich ihn?

Die meisten Standard- und Leichtgewicht-Rollatoren bewegen sich im Preisrahmen zwischen 50 und 200 Euro. Outdoor-Modelle, Rollatoren mit viel Zubehör und Einkaufstrolleys bzw. Shopper sind meistens etwas höherpreisig. Die Kosten für einen elektrischen Rollator können hingegen auf etwa 2.500 bis 3.500 Euro steigen.

Generell haben Kaufinteressenten mit einem Rezept vom Arzt den Anspruch auf Zuzahlung durch die Krankenkasse, die Höhe des Zuschusses kann allerdings jede Kasse selbst festlegen. In der Regel liegt der Eigenanteil bei ungefähr fünf bis zehn Euro. Manchmal ordnet die Kasse aber auch nur den Verleih eines Rollators an, in diesem Fall entfällt der Eigenanteil. Die meisten Krankenkassen verfügen zudem über feste Verkaufspartner mit mindestens einem „Kassen-Rollator", der in der Regel ein einfaches Standard-Modell ist.

TIPP DER REDAKTION:

Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Krankenkasse über das jeweilige Kassenmodell und sprechen Sie anschließend mit Ihrem Hausarzt über den für Sie am besten geeigneten Rollator. Sollte der Arzt zu dem Entschluss kommen, dass ein anderes Modell besser geeignet ist, ist dieses Modell mit genauer Bezeichnung auf dem Rezept zu vermerken. Nur so haben Sie die Chance, dass die Krankenkasse auch die Kosten für ein teureres Modell übernimmt.

6. Checkliste: Worauf soll ich beim Kauf achten?

Einen Rollator können Sie in einem Sanitätsfachhandel, in Kaufhäusern oder in Online-Shops und in Online-Shops für seniorengerechte Produkte erwerben. Es empfiehlt sich allerdings der Kauf vor Ort, damit verschiedene Modelle in Ruhe getestet werden können. Wenn Sie sich ein Rezept vom Arzt geben lassen möchten, ist ein Vorab-Test einiger Modelle vor dem Kauf empfehlenswert, damit Sie gegenüber Arzt und Krankenkasse genaue Angaben zu Ihren Vorstellungen machen können.

  • Möchten Sie den Rollator überwiegend in der Wohnung oder im Haus oder auch draußen nutzen? Wie sind die Böden in Ihrem Zuhause beschaffen?
  • Wie flexibel ist der Rollator? Können Sie sich gut drehen und wenden?
  • Wie schwer ist der Rollator? Können Sie ihn selbst tragen?
  • Wie einfach und wie klein lässt sich der Rollator zusammenfalten und passt er in Ihren Kofferraum bzw. dem Ihrer Angehörigen?
  • Kommen Sie mit den Haltegriffen gut zurecht und fühlen Sie sich sicher beim Bremsen?
  • Kann das Modell mit Zusatzzubehör ausgestattet werden? Welches spezielle Zubehör hat der jeweilige Anbieter im Sortiment?
  • Können Sie das Modell abschließen?
  • Wie lange haben Sie Garantie auf den gewählten Rollator?

HINWEIS DER REDAKTION:

Insbesondere Reifen und Bremse Ihres Rollators sollten regelmäßig gewartet bzw. wenn nötig, repariert werden. Wenden Sie sich dafür an das Sanitätshaus, bei welchem Sie Ihren Rollator erworben haben. Wenn Sie Ihren Rollator über die Krankenkasse geliehen haben, ist eine solche Wartung kostenlos. Haben Sie Ihren Rollator mit einem Rezept vom Arzt gekauft, also in der Regel einen Eigenanteil bezahlt, so sprechen Sie mit der Krankenkasse ab, wer die Kosten übernimmt. Lediglich wenn Sie den Rollator ohne Rezept gekauft haben, müssen Sie selbst für die Wartungskosten aufkommen.

7. Wie kann ich mich an den Rollator gewöhnen?

Nach dem Kauf sollte der Rollator zunächst auf die Körpergröße eingestellt werden, um größtmögliche Sicherheit zu bieten. Dabei empfiehlt es sich, die Handgriffe auf die Höhe der Handgelenke einzustellen, wenn die Arme locker am Körper herunterhängen. Grundsätzlich gilt außerdem: Rollator-Nutzer sollten sich zwischen die Hinterräder stellen, anstatt den Rollator vor sich her zu schieben, denn nur auf diese Weise kann das Gleichgewicht ideal gehalten und Unfällen vorgebeugt werden.

Bevor es nun losgeht, sollten sich Benutzer einige Sicherheitshinweise bewusstmachen. Die Sicherheitsbremse sollte angezogen sein, wenn sich Senioren auf die kleine Bank des Rollators setzen wollen, damit der Rollator nicht davon rollt. Beim Busfahren sollte der Rollator mit der Bremse bei den Stellplätzen im mittleren Bereich des Busses gesichert sein. Beim Ein- und Aussteigen ist es empfehlenswert, wenn möglich zuerst ohne Gehhilfe ein- bzw. auszusteigen, und anschließend den Rollator in oder aus dem Bus zu heben. Bei Problemen können die anderen Fahrgäste gebeten werden, dabei zu helfen.

TIPP DER REDAKTION:

Viele Städte, Gemeinden oder Seniorenheime bieten in Zusammenarbeit mit der Polizei oder der Verkehrswacht spezielle Rollator-Trainings bzw. einen „Rollator-Führerschein" an. In diesen Kursen lernen Sie, wie Sie sich im Straßenverkehr mit dem Rollator richtig verhalten, um noch mehr Sicherheit und Vertrauen zu gewinnen.


 

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