buchstäblich


Unter der Bavaria-Buche.
***
Als Jahrthundert-Sachverwalter
die Zeugin aus dem Mittelalter.
Noch lebt sie, welch ein Glück!
sprach zu mir, ich war entzückt!
Leise drang es an mein Ohr
Leis’ doch deutlich; mit Humor.

Wisperte still, und mit Vergnügen.
(Was werd ich zu hören kriegen?)
Ich, gespannt verhalt' im Lauschen;
Zunächst – ein leises zartes Rauschen . .
Dann ein Wort, ein Satz! - Ein Traum?
Sprach zu mir der alte Baum:


„Schon Barbarossa kam vorbei
stahl sich Eckern, zwei oder drei
Schmierte sie sich in den Bart
Bis dass dieser rosa ward.
Dann ging er zum 3. Zug
Für das Kreuz; - kriegte „genug!“ -
Wollt’ nach Hause schwimmen. . .
Er hätt’ sich’s denken können!
Denn, wer badet voll im Blech?!
Da hatte nun der Rotbart Pech!
Doch er blieb nicht lang verschwunden
Man hat später ihn gefunden;
Im Küffhäuser schnarcht er fein
Und sein Bart wächst durchs Gestein..“

**
Vernahm ich da ein leises Lachen?
Wollte sie sich lustig machen?
Sollte das die Wahrheit sein?
Dann trat kurze Stille ein.
Friedrich Barbarossas Ende?
ist doch alles nur Legende.
Wusst’ nicht was ich denken soll . .
Wieder rauscht’s geheimnisvoll:

**
„Als ich grad Baum geworden war
so um . . vor . . 700 Jahr!
Marc-Polo, - man zählt ihn zu den Entdeckern
holte sich 5 Sack Bucheckern;
brauchte dringend sie für seine
hungerigen Vorrats-Schweine.
Er bereiste die Chinesen;
'n büschen spinnert ist der g’wesen.
Jahrelang durch Wald und Heide
Schacherte mit Gold und Seide,
Als er heimkam nach Venedig
Wurd’ er seiner Seide ledig.
Denn er kam nicht durch den Zoll
Hat gewimmert: jammervoll!
Nur gemosert und gezappelt .. ..
Später wieder aufgerappelt!

Dann, ’ne kurze Blitz-Karriere
Auf venedischer Galeere.
Doch wie’s manchmal ist im Leben;
Geriet auch diese Tour daneben:
Man packte schroff ihn am Schlafittchen:
Ab; nach Genua; ins Kittchen.
Doch nach einem kurzen Jahr
War Mark-Polo wieder da!
Er verlies das schlimme Städtchen
machte sich noch schnell drei Mädchen,
Verließ dann wohl aus Alters Grund
zufrieden unser Erdenrund.
Es hat mich weiter nicht gestört;
Ich sag ja nur was ich gehört".



Bei abendlichem Sonnenschein
trat nun wieder Ruhe ein.
Was ich grad von Ihr vernommen
Ist mir „spanisch“ vorgekommen.
Ich beschließe: lass sie reden
dann wird’s altes ganz neu geben!

Da, schon wieder: leichtes Schwanken
„spanisch“- liest sie mir Gedanken?
in dem großen Blätterdach
ruschelts leis: und ich bin wach!



"Er wollt ’ne Route findien
nach China oder Indien,
der Christoffer Columbus
war ja keine Dumm-Nuss.

Mit Bucheckern propp-voll-gebunkert,
damit die Kogge nicht so tschunkert!
Dann kochte er ’n festen Brei
Für seinen Schmäh dann mit dem Ei.
Das sollt’ ja steh’n und nicht umfallen!
Frech vollführte er vor allen
Anwesenden, - beim Essen,
bis heut' ist das noch nicht vergessen:
Er stippt geschickt und schnell das Ei
in den festen Eckernbrei!

Damit war entdeckt zum Schluss:
Ole;
Das Ei des Columbus.!

Gehofft hat er noch zwei-drei Jahr
Daß er im Land der Inder war;
nicht weit weg von den Chinesen -
Konnte wohl nicht Kompass lesen!
Der Mensch irrt ja, so lang er lebt.
Ich hoff' dass ihr es ihm vergebt.

Und du, du kleiner Kurzzeit-Gast
was du von mir gehört grad hast.
Erzähl es gerne weiter.
Ich geh. Ade, bleib heiter.
War nett mit dir, komm wieder.
Doch ich leg mich jetzt nieder!


**

Plötzlich, ganz in meiner Nähe,
an meinem Fuß, aus großer Höhe,
landete, stachlig verpackt
(Ein liebevoller Abschieds-Akt?)
Ein Zettelchen mit Rot-Buch-Staben.
Das muss man gelesen haben!


******

Beeindruckend: Die Rotbuche ( Fagus silvatica)
Eine 30 m hohe Rot-Buche hat über 1000 km Versorgungsleitungen im Stamm, trägt rund 200
000 Blätter mit einer Gesamtfläche von 1 250 m2, darin etwa 100 Billionen Chloroplasten mit
zusammen etwa 200 g Blattgrün
An einem Sonnentag
produziert sie rund 10 kg organische Stoffe, benötigt dazu fast 9 000 l Kohlendioxid aus
insgesamt 32 000 m3 Luft, verdunstet etwa 200 l Wasser, bindet fast 4 kg Luftstaub und gibt
9000 l Sauerstoff ab (Bedarf für die Atmung von 10 Menschen)
Sie bietet Lebensraum für:
über 1 000 Kleintierarten, über 300 Arten Pilze, Flechten und Moose. Nahrungsspender von
Millionen von Bergfinken die alljährlich im Winter aus Nordeuropa und Westsibirien zu uns kommen .

Gruß:
kolli

©Heinz Barkmann
http://www.naturpark-altmuehltal.de/sehenswertes/bavariabuche-7/

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Kommentare (3)

ehemaliges Mitglied
mr doch egal ;-

Regina
kolli ist verboten!
kolli
ehemaliges Mitglied Bavaria-Buche..

aber wir klettern übern Zaun!

Regina

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