Unwahrscheinlichkeiten


Unwahrscheinlichkeiten


 
Die Köpfe, die Hirne, die Geister, die unsere Zukunft bestimmen sind sehr besorgt über die Fähigkeiten unserer jungen Generation in Bezug auf mathematische Kenntnisse. Sie sind der Meinung, dass unsere Kinder zu schwach sind, wenn es darum geht, die Geheimnisse der Zahlensprache zu enthüllen! So etwas hatte es doch in früheren Zeiten nicht gegeben! Mehr Unterrichtsstunden würden gebraucht, mehr Zeit für diese Arbeit in diesen gewaltigen Höhlen der Zahlen. Es werden diejenigen Kräfte benötigt, die unseren Nachwuchs bei den komplexen Operationen unserer IT-Welt nicht im Stich lassen.
       Der Rest des schulischen Wissens wäre es nicht wert, dass sie sich ihren Kopf zerbrechen, weil der keine große Rolle spielen kann, denn alles andere Wissen, dass gefragt werden könnte, kann über Künstliche Intelligenz nachgefragt werden. Literatur, Kunst, Geschichte, Sprachen, alles kleinere Dinge, entbehrliche Universen, die das Hirn nur belasten und von einer wichtigeren Tätigkeit ablenken!
       Wozu Bilder malen, fantasievoll mit den Farben spielen und das innere Sein des eigenen Wesens auf eine Art darstellen, die den Ursprung im Werden und Vollenden des Seins als Ziel hat? K.I. macht das alles fehlerfrei und einfacher, weil Fiktion und Irrealität nicht beachtet werden muss.
       Wozu sich den Kopf dabei zerbrechen, den Ablauf eines Geschehnisses so darzustellen, dass eine Spannung in einem Roman aufgebaut wird, die erst mit der Beendigung bzw. mit dem Schlusssatz dem Leser ihren Höhepunkt darbietet? Dem K.I. gelingt das alles unproblematischer, weil einfacher und pragmatisch, dazu bequem benutzbar.
       Junge Generationen werden immer weniger zu jungen Menschen! George Orwell winkt in der Ferne! Ich befürchte, dass wir das Zombieverhalten von Kindern fördern. Versunken in ihre technischen Spielereien, eingetaucht in ausschließlich elektronische und virtuelle Welten, mit dem Kopf voller Zahlen: Null eins, eins eins, null null, eins null. Die so beschriebene Welt verliert ihre tatsächliche Dimension und verwirrt Empfindungen und Gefühle.
       Die jungen Leute bleiben arm. Arme kleine Leute, die nicht einmal danach fragen, weil sie es ja wissen! Sie sitzen auf den Schwellen ihrer technischen Kathedralen. Und es sind diese armen Menschen, die die Algorithmen schreiben, die später autonom werden und zu absoluten Gottheiten heranwachsen, die über unser tägliches Leben wachen, die Algorithmen, die uns mit jedem Tag ein bisschen mehr Angst machen sollten! Wir fürchten die Autonomie von Maschinen und die Schwierigkeit, ihnen beizubringen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Wir haben Angst vor Ersatzfunktionen, wir haben Angst davor, entbehrlich und wegwerfbar zu sein, wir haben Angst davor, völlig nutzlos zu werden.
       Ich denke, in Wahrheit sollten wir uns nicht vor Algorithmen fürchten, sondern vor denen, die sie erstellen. Ich denke, dass wir diejenigen sind, die den Menschen nicht verstehen. Maschinen spiegeln das wider, was wir sind, sie werden zu monströsen Dingen, die irgendwann nicht mehr beherrschbar sein werden. Wir wissen dies; jedoch wir freuen uns über jeden neuen »Success point«, der in immer rasanterem Tempo die Menschheit zu Androiden erzieht …

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