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Aktuelle Themen Abscheulicher Schießbefehl

Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von klaus
als Antwort auf hugo vom 15.08.2007, 17:35:38
@hugo,
ich will noch mal auf einige wenige Aussagen nur aus deiner vorletzten Einlassung eingehen, da du behauptest, dass all deine Aussagen so toll sind, dass sie nicht widerlegt werden können.

"Wer also nicht plante abzuhauen zu desertieren dem Staat zu schaden ,,und da bin ich mir sicher das waren über 95%, der hatte auch keine Berührungsängste und Überwachungsängste."

Ein einziger- zynischer "Witz"- diese Aussage.
Aber was steckt hier drin?
Diejenigen, die die DDR verlassen wollten( du sprichst sogar von desertieren ), wollten dem STAAT schaden. Also das ist nun wirklich der Hammer.Dazu muss man nichts mehr sagen.
Natürlich hatten über 95% der DDR-Bürger nicht die "Absicht" die DDR zu verlassen, weil ja alle wussten, dass es zu über 95% zu einer Festnahme oder mit der Erschießung enden würde. Als die Grenze dann offen war, haben in kürzester Zeit (3-4 Monaten) noch fast 1 Million die DDR verlassen. Viele wurden schon nicht mehr registriert, weil sie nach kurzer Zeit wieder zurückkamen, da die Hauptgründe des Weggehens verschwunden waren
Zynischer geht's nicht mehr- Hugo.

"Davon abgesehen das es -was wohl niemand abstreitet- eine weitverzweigte, eine flächendeckende Überwachung und Kontrolle gab.
Diese war jedoch niemals so angelegt das sich jeder Überwacht und bespitzelt fühlte."


Sehr großzügig von der Führung der DDR. Du gehörst doch aber zu denjenigen, die sich höllisch darüber aufregen, wenn z.B. Schäuble eine Internetüberwachung zur Diskussion stellt!

"Wer euch irgendwann mal erzählt hat, das er ein durchschnittlich normaler DDR Bürger war, sich aber ständig grundlos überwacht fühlte und in ständiger Angst vor Bespitzelung und Verhaftung lebte usw. der lügt, den nennt mir bitte, mit dem möchte ich mich mal gerne unterhalten."

Wieder spielt hier dein toller Spott eine Rolle.
Natürlich haben 95%(eine tolle Zahl)nicht gemerkt, dass sie bespitzelt wurden. Macht das die Bespitzelung besser ?
Ich habe z.B. nach der Wende feststellen müssen(Stasi-Akten), dass ich während meiner Armeezeit ein "Gespräch" mit einem Stasi-Hauptmann hatte, der sich als solcher nicht vorgestellt hatte. Der hat alles fein protokollieren lassen von jemandem, den ich während des Gesprächs nicht gesehen habe. Sinn des Gesprächs war wahrscheinlich, herauszubekommen, ob ich als IM vielleicht angeworben werden könnte. Ich war damals 23 Jahre alt und habe es nicht gemerkt.
Anderen ging es nicht so gut, sie ließen sich anwerben, bekamen es vielleicht erst später mit und wurden ihres Lebens nicht mehr froh.
Da kann man doch wirklich glücklich sein, dass man heimlich bespitzelt wurde.
Das allerdings macht die ganze Geschichte noch schlimmer und du solltest das nicht so schamlos verharmlosen.

Es ist doch klar, dass die Mehrheit der DDR-Bürger mit den Gegebenheiten lebte und sich darauf einstellte. Wie man das gemacht hat, steht in unzähligen Büchern und hat den "Normal-DDR-Bürger" geprägt.
Natürlich haben wir gelebt und gefeiert, Urlaub gemacht, waren glücklich und unglücklich..., wie unsere Verwandten, die uns gelegentlich besuchten- aber wir waren irgenwie anders und es fällt vielen im Westen schwer, das richtig zu verstehen.
Eines ist für mich klar. Diese flächendeckende Bespitzelung, die man meist nicht selbst erkannte, macht mir heute noch Angst, weil ich im Nachhinein überlege, was geworden wäre, wenn man nicht schon so ein geübter DDR-Bürger gewesen wäre, der immer etwas vorsichtig war in seiner Meinungsäußerung und in seinen Handlungen.
Übrigens ist auffällig, dass in den letzten DDR-Jahren alle etwas "mutiger" wurden, auch mal öffentlich vorsichtige Kritik an der Führung wagten und dann 1989 merkten, dass die Obrigkeit bei Massenprotesten ziemlich hilflos aussieht.

--
klaus
Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf klaus vom 15.08.2007, 18:36:10
na siehste klaus, geht doch,,,

darauf kann ich gut antworten, auch wenn bei Dir ein klein wenig die überhebliche Meinung derjenigen mitschwingt die nachträglich mutig geworden sind und kleine Seitenhiebe nicht weglassen können, aber bitteschön wenns pläsiert.

nun wollen wir uns mal nicht wegen der 5% aufregen, das sind immerhin eine dreiviertel Millionen und das scheint mir sehr realistisch und dafür hab ich auch einen massstab aber dazu später.

Diejenigen die planten (pass genau auf ich schrieb planten )abzuhauen, desertieren, dem Staat zu schaden und damit meine ich die DDR-übliche Wortwahl, wie sonst wären diese von DDR Gerichten belangt worden wenn die DDR nicht von Schaden ausgegangen wäre der Ihr entsteht durch Republickflucht. Oder willst Du damit sagen das Republickflüchtige der DDR genutzt haben ? inwiefern, wenn man nicht indirekt diese Gefangenenabkäufe als "Nutzen " wertet. Dann hätten sie logischwerweise belobigt und nicht erschossen werden müssen, also ein obskure Auslegung meiner Worte.
drücken wirs mal in den Skat unter Missdeutung.

weiter: zum technischem Zustand der Grenzsicherungsanlagen (Jargon DDR O-Ton) hab ich keine gegenteilige Meinung geäußert. Aber Du erfindest meine angebliche Befürwortung und Schutzbehauptung für diese Grenzanlagen und gibst noch einen drauf, ich würde diese Sauerei nicht verurteilen usw,,, stimmt nicht und so stimmts schon mal gar nicht ,,aber weiter:

hab ich geschrieben von den vielen Menschen die eine Überwachung nicht bemerkten. Das sagt etwas aus über die Qualität und den Aufwand der fürs Bespitzeln betrieben wurde und nicht über meinen Zynismus oder gar Spott. Was ich davon gehalten habe und noch davon halte geht aus solcher Formulierung wohl nicht hervor, das ist Erfindung, zumal ich diesen Gesamt Irrsinn der deutschen Teilung und alles was damit zu tun hatte wohl schon oft genug und kritisch angesprochen habe.

Das Du nicht IM geworden bist, das freut mich für Dich, es dürfte Dir im weiteren Leben kaum geholfen, genutzt oder geschadet haben. Wärst Du es geworden, hätten wir hier endlich mal Jemanden der aus dem Nähkästchen plaudern und einiges richtigstellen könnte.*g*
Aber mit solchen "Begegnungen" der besonderen Art waren wohl die meisten DDR Bürger vertaut und das hat sie nicht umgehauen.

Denk mal an die vielen Werbegespräche für FDJ, FZR, Studium, Meisterschule, Parteieintritt, NVA, Kampfgruppen, Subbotnick, soz. Wettbewerb,,und eben auch für die Stasi ,,und nun will Keiner dabeigewesen sein, mitgemacht haben,,, immer die Anderen. Jeder will Ausreiseabsichten gehegt haben (natürlich bis auf die Altvorderen,,) Jeder will sich dem Zugriff und Griff des Staates, de Partei der Stasi entzogen haben,,,

könnte es sein das die Partei die Stasi manche Organisationen, die Hochschulen usw.auch Prämissen und Vorbedingungen stellten die nicht Jeder erfüllte, erfüllen wollte, erfüllen konnte ? und diese drei Möglichkeiten sollte man schon unterschiedlich bewerten, aber nein, heute -im Nachhinein und unter dem Druck bundesdeutscher Augen und Ohren- behaupten fast alle die ich spreche und höre,,,ich wollte nicht,,,und hugo soll das glauben, wo ér doch auch sonst so nachfragend und ungläubig ist ?

Nein ich glaube diesen Leuten nicht, wie sonnst hätte die DDR existieren können ohne diese 95 % und mehr, offiziellen Mitmacher (auch wenn sie nachträglich ungeheure Widerständler sein wollten)

Die Masse hatte sich eingelebt, eingeordnet, wusste sich in dieser Situation zu bewegen zu verdrängen und sogar wohl zu fühlen bis, na klar, bis uns die Wessis einredeten wie überwacht, wie drangsaliert, wie beengt und eingeschüchtert und ängstlich und mit ständigen Fluchtgedanken wir uns den lieben lange Tag herumschlugen.

Klaus und genau gegen solch Argumentation, die keine ist, die übertrieben die Einzelfälle und Minderheitenzustände als gängige übliche Denk-, und Hanlungsweise den Massen zuspricht und einredet, dagegen wehre ich mich, weil es weit ab ist von der damaligen Wahrheit,.

Auch wenn die Zustände im Detail noch so kritikwürdig so miserabel so verbesserungswürdig waren,,aber so entsetzlich wie hier oft gerne dargestellt und so ungeheuerlich wie hier gerne behauptet,,,,so war es nicht. Das ist eine Auslegung der ICH nicht folgen kann, weil ich dafür keine Anhaltspunkte, nicht die massenhaften Beweise habe.

eine kurze beliebte hugofrage: warum wohl sind die millionen DDR-Rentner die in die BRD reisen durften immer wieder in den Knast hinter Stacheldraht und unausstehlichem Überwachungssystem zurückgekommen ?

waren die alle blind und blöd und ungeheuer regimetreu und bestochen ??

Als Beweis für die Unmöglichkeit, unter den ungeheuren Risiken und Gefahren eines totalitären DDR-Regimes zu leben wie hier ständig behauptet wird, kann ich diese Nichtausreisewilligen, bitteschön nicht annehmen. Nein, sie lassen mich nachdenklich bleiben.

--
hugo
Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf hugo vom 15.08.2007, 10:18:12
Wenn ich so lese, was du da schreibst, habe ich den Eindruck, du hast in einer ganz anderen DDR gelebt als ich. Was sollen solche Zahlen von 90 oder 95%? Die meisten waren doch nicht lebensmüde, um eine Flucht über eine so gut gesicherte Grenze zu wagen? Diesen Schießbefehl gab es und das wußte eigentlich auch jeder DDR-Bürger.

Kennst du eigentlich die Zahlen, die vor dem Mauerbau nach drüben sind? Das wurden von Jahr zu Jahr mehr. Da mußte dann die Mauer gebaut werden. Antifaschistischer Schutzwall nannten sie das. So ein Hohn!

-----
serra

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hugo
hugo
Mitglied

Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von hugo
als Antwort auf vom 15.08.2007, 22:55:20
na siehste serra du sagst es: Die meisten waren doch nicht lebensmüde, um eine Flucht über eine so gut gesicherte Grenze zu wagen?
Die waren also pfiffig genug es sein zu lassen, obwohl es so manch Einen doch gejuckt hätte mal rüberzumachen, wenns eben nicht so gefährlich gewesen wäre.

Und was hälste von Leuten die ihre Frau und die Kinder mitnahmen und dann ab in den "Todesstreifen" ?

Und was hälste von Leuten die alleine nach drüben ginge und Frau und Kinder zurückließen ?

übrigens die Zahlen der vor dem Mauerbau rübergegangenen (flüchten ist da wohl nicht nötig gewesen) sind allgemein bekannt, es waren ca 3 Millionen (in der SBZ gabs mal über 20 Millionen)

Je nachdem wie sich die DDR entwickelt hätte, wär die Bevölkerung ohne Mauerbau auf 16 bis unter 12 Millionen geschrumpft. Und je nachdem wie großzügig die BRD ohne Mauer nach 1961 die DDR Flüchtlinge aufgenommen hätte. Vermutlich hätte die Euphorie der Bundis ziemlich schnell nachgelassen wenn 10 Millionen DDR Bürger und nochmal so viele Polen und Russen usw. angeklopft hätten.
darüber sich heute noch den Kopf zu zerbrechen ist wohl ziemlich müssig.

Fakt ist das die Teilung Deutschlands, den Kalten Krieg und den Eisernen Vorhang nicht die Ossis allein oder die DDR zu verantworten hat, auch nicht den Bevölkerungsschwund.
Die relativ miese Versorgungslage in der DDR und in den Ostblockstaaten sowie der Wirtschaftsaufschwung in den Westländern, waren ausschlaggebend für den den Drang der Leute nach drüben und nicht -wie oft dargestellt- die politische Ausrichtung.

Es gab -und gibt auch noch heute Leute- die der Meinung waren/sind, eine DDR ohne diese Mangelerscheinungen hätte niemals eine Mauer zum Mindern der Bevölkerungsverluste benötigt, sie hätte sich im Gegenteil wohl vor Zuwanderungen nicht retten können und hätte Westreisen zur Pflicht machen müssen *g*

Die politische Situation die wir hier so bemängeln ging sicher einher mit der wirtschaftlichen Minusdifferenz zur BRD, war aber für Viele nicht der Hauptgrund abzuhauen.

oft wurde fehlende Reisefreiheit und privates Fortkommen vordergündig und nicht die politische Situation genannt und das kann man den Leuten auch abnehmen.

Nun war die Situatin aber so, das in der BRD politische Begründungen besser ins BILD passten.

Antifaschistischer Schutzwall nannten sie das. So ein Hohn! da haste recht, es gab passendere und zutreffendere Bezeichnungen, besonders wenn ich an den Volksmund denke.

aber ich werde mich zügeln, da ich schon wegen unpassender Witzigkeit gerügt wurde. *g*

hugo
gutgelaunt
gutgelaunt
Mitglied

Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von gutgelaunt
als Antwort auf hugo vom 15.08.2007, 23:29:05
Die Masse hatte sich eingelebt, eingeordnet, wusste sich in dieser Situation zu bewegen zu verdrängen und sogar wohl zu fühlen bis, na klar, bis uns die Wessis einredeten wie überwacht, wie drangsaliert, wie beengt und eingeschüchtert und ängstlich und mit ständigen Fluchtgedanken wir uns den lieben lange Tag herumschlugen.
geschrieben von hugo


...ja hugo...,ich finde diese Äußerung, wenn auch wahrscheinlich in einer gewissen Ironie gemacht, zeigt u.a. deutlich deine "Denke", man kann wohl sagen...,einer der nicht wahrhaben will, dass ein VOLK zur Unfreiheit "befriedet" wurde mit Betonzaun, Stacheldraht, Sichtzaun,Wachhunde an festen Laufleinen usw.,sowie Todesstreifen mit dem hier diskutierten Schießbefehl...!!!!
Hugo, bescheidene Frage am Rande; was meinst du wohl wie lange du am PC früher hättest sitzen können, wenn du so, wie hier schon gegen "westliche Unzulänglichkeiten" gewettert hast, auch das DEINIGE SYSTEM damals so kritisiert hättest???

gutgelaunt
mulde1
mulde1
Mitglied

Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von mulde1
als Antwort auf gutgelaunt vom 16.08.2007, 07:53:50
gut gelaunt!
--du willst dem Hugo seine Argumentation nicht so recht glauben!
Daraus entnehme ich, Du hast andere Quellen-woraus Du
Dein wissen beziehst!
Oder irre ich womöglich?
Wie wäre es Du schreibst mal den Tagesablauf/Wochenplan
eines Menschen auf der unter all diesen unsäglichen
Bedingungen sein Dasein in der DDR fristen musste!
an gefangen mit weckerklingeln bis zur Nachtruhe!
So den Begriff der Überwachung wo gab es Freiräume ?
Gab es solche Überhaupt?
Für was brauchte Erlaubnis um die Dinge XYZ im täglichen Leben Tun zu dürfen?
wie stand es mit der Reisefreiheit innerhalb der DDR?
Wie war die Berufswahl und Ausübung geregelt?
Welchen Einfluss hat der Staat auf die ganz gewöhnliche
zwischenmenschlichen Beziehungen genommen!
All die dem Hugo widersprechen, wissen mit gewissheit
genau wie die Lebensumstände des täglichen Lebens wahren
nur keiner wagt sich bisher mal darauf einzugehen,Nur immer allgemein gültige Beschuldigungen-hinweise u.u.
Ich will damit sagen - alle Antworten könnten in jeder
Zeitung stehen.
Mithin entbehren sie die eigene persönliche Erfahrung!
Keiner bisher, hat auch nur im Ansatz dazu mal seine
Gedanken wiedergeben persönlich oder die allgwaltige Medienlandschaft, noch in einer Dokumention eines Buchverlages
Noch nicht mal das wirklich negative wird aus eigener
Sicht besprochen immer nur die Phrasen der Schreiberlinge bestimmter Pressorgane- wenn es hochkommt
die Erzählungen von der Nachbarin im Haus der Schwägerin
von Tante Ernas Schwiegermutter !
habt doch mal den eigene Erkenntnisse dem Hugo entgegen
zu halten,möglichst mit Ross und Reiter benennen!
Das wäre wirklich effizienter

mulde

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Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von klaus
als Antwort auf vom 15.08.2007, 19:59:58
@hugo,
es hat anscheinend keinen Zweck über dieses Thema mit dir zu diskutieren.
Du fühlst dich hier zu sehr als selbsternannter "Kämpfer gegen Windmühlen"

Aber letztmalig kurz zu deinen Äußerungen.

"Denk mal an die vielen Werbegespräche für FDJ, FZR, Studium, Meisterschule, Parteieintritt, NVA, Kampfgruppen, Subbotnick, soz. Wettbewerb,,und eben auch für die Stasi ,,und nun will Keiner dabeigewesen sein, mitgemacht haben,,,"

Allein diese Bemerkung zeigt mir, dass du nur provozieren willst. Werbegespräche für Studium, Meisterschule ... auf eine Stufe mit denen für die Mitarbeit bei der Stasi zu stellen, ist böswillig.

Und immer wieder die berühmte "Rentnerfrage".

"eine kurze beliebte hugofrage: warum wohl sind die millionen DDR-Rentner die in die BRD reisen durften immer wieder in den Knast hinter Stacheldraht und unausstehlichem Überwachungssystem zurückgekommen ?"

Warum sollten eigentlich Rentner, die ihre Kinder und Enkelkinder im Osten hatten, im Westen bleiben? Sie hatten außerdem die Möglichkeit immer wieder in den Westen zu fahren.
Diese Frage ist nicht nur böswillig, sondern auch noch blödsinnig.
Wenn es um die DDR geht, geht dein Diskussionsniveau den Bach runter.


--
klaus
Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von klaus
als Antwort auf mulde1 vom 16.08.2007, 08:28:18
@mulde,
deine Einlassung passt zu dem hier !!



Entschuldige - aber es war notwendig !
--
klaus
pucki
pucki
Mitglied

Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von pucki
als Antwort auf mulde1 vom 16.08.2007, 08:28:18
Hallo, Mulde, unsere Verwandten wohnten und wohnen noch
in Hötensleben. Wie sie unter diesem System gelitten
haben, sollten sie eigentlich selber berichten. Hötensleben war Sperrbezirk, jeder Besuch , den sie
bekamen, mußte genehmigt werden. Jede Fahrt (auch innerhalb der DDR) von ihnen
mußte schriftlich beantragt werden. Mein Cousin (wohnhaft in Helmstedt) dessen
Mutter ebenfalls in Hötensleben wohnte, bekam eine
Sondergenehmigung, um an der Beerdigung teilnehmen zu
können. Seiner Tante (die Schwester seiner Mutter) wurde
eine Einreise verweigert!! (Westflüchtling).

Am Stacheldrahtzaun wurden Menschenhaare befestigt,
damit dem Wild nichts passierte (zynischer ging es nicht).
Natürlich haben sich meine Verwandten arrangiert, haben sich Nischen
geschaffen, um einigermaßen leben zu können. Doch die
Freiheit , damit meine ich frei reden, reisen zu können,
fehlte. Wir trafen uns ab und zu in Ostberlin. Immer
höllisch aufpassend, damit wir möglichst unbemerkt
die Kataloge überreichen konnten. -
Später, nachdem mein Cousin seine Akten einsehen konnte,
stellten wir fest, daß diese Übergabe nicht bemerkt
wurde) aber sämtliche Briefe von uns regelrecht
seziert wurden. In Sätze, die völlig harmlos waren,
etwas hineininterpretiert worden ist. So schlimm es
war, darüber mußten wir gemeinsam lachen.

Das System war menschenverachtend, da kam es doch nicht
auf einen Menschen an, der an der Grenze erwischt wurde
und sein Pech, erschossen zu werden!!!

Mulde, Ihr im Binnenland habt doch gar nicht richtig
gewußt, wie es an der Grenze genau aussah, denn da
durftet Ihr ja nie hin!!
Damit diese Zeit nie vergessen wird, setzt sich Achim
Walther (Grenzdenkmal Hötensleben) so vehement für
die Erhaltung des Grenzstreifens in Hötensleben ein.
Wer aus erster Hand wissen möchte, wie es für die
Menschen damals war, sollte einmal dorthin fahren.
--
pucki
kobold
kobold
Mitglied

Re: Abscheulicher Schießbefehl
geschrieben von kobold
als Antwort auf pucki vom 16.08.2007, 09:08:44
Es ist doch einfach so, dass die meisten menschen, nicht gern ihre einmal gefaßte überzeugung in frage stellen wollen. Sie verdrängen die unangenehmen erfahrungen, irrtümer und versuchen, vor allem wenn sie registrieren, dass es woanders auch nicht ganz ohne probleme zugeht, ihre heile welt gegen alle bessere erkenntnis zu verteidigen.

Und das hat F. NIETZSCHE treffend auf den Punkt gebracht:
"Denn so ist der Mensch. Ein Irrtum könnte ihm tausendfach widerlegt werden - gesetzt er habe ihn nötig, er würde ihn immer wieder für wahr halten".

Ich kann nichts dafür, wenn mir dabei hugo wie er leibt und lebt in den sinn kommt....

--
kobold

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