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Literatur Killgame Andreas Winkelmann

Alphonse
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Killgame Andreas Winkelmann
geschrieben von Alphonse


Killgame  Andreas Winkelmann 2016                                                                                                      Dieser 2016 erschienene Kriminalroman von Andreas Winkelmann beruht auf einer originellen, aber sehr makabren Idee, die vielleicht nicht ganz unrealistisch ist. 4 miteinander rivalisierende Videospielproduzen-ten suchen als Geschäftspartner neue gewinnversprechende Anregungen in einer von Kriminellen organi-sierten Jagd auf Menschen in den einsamen Wäldern Kanadas. Hauptfigur ist der militärisch erfahrene, aber psychisch durch den Tod seiner Zwillingsschwester Jessi belastete Dries Torwellen, der vor nichts zu-rückschreckt, um seine von zu Hause ausgerissene Nichte Nia, die in die Hände von brutalen Entführern geraten ist, zu retten. Dries Torwellen, der sich stark an afrikanischen Naturreligionen orientiert  und durch die Rettung seiner Nichte eine Schuld am Tod der Zwillingsschwester tilgen will, erreicht schließlich sein Ziel nach vielen Rückschlägen. Im Rahmen dieser Handlung analysiert  der Autor z.T. auch Vermisstenfälle, Generationskonflikte,Alkoholismus, Partnerschaft, Schuldkomplexe und Spielsucht.                                       Das Buch ist spannend und regt zum Nachdenken über gesellschaftliche und persönliche Probleme an. Schwächen sind die etwas nebulöse Orientierung der Hauptfigur  Dries Torwellen an afrikanischen Naturre-ligionen, einige unrealistische Widersprüche in der Persönlichkeit der Haupttäter und einige Lücken hin-sichtlich der Darstellung der Motive der  Hauptpersonen. So wird z. B. nicht klar, was die in einem einsamen kanadischen Waldgebiet lebenden Haupttäter mit ihrem auf kriminelle Weise angehäuften Reichtum ma-chen. Unrealistisch erscheint auch die Darstellung der Persönlichkeit des Haupttäters Walter Sturm, der vom schwer kranken, gebrechlich aussehenden gütigen alten Mann schließlich zum gewalttätigen Muskel-paket mutiert. Unklar bleibt die konkrete Schuld, die Dries Torwallen  am Tod seiner Zwillingsschwester hat.                                                                                                                                                                  Insgesamt ist dieser Roman aber trotz seiner Schwächen durchaus spannend und für kritische Leser als Anstoß zu weiterer Reflexion geeignet.
 


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