Neues von der Technologiefront Was ist eigentlich ein Hackday?

TNolte
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Was ist eigentlich ein Hackday?
geschrieben von TNolte

Immer wieder liest man - besonders in den letzten Monaten - von Hackern, die Passworte geklaut oder Webseiten gekapert hätten. - Das sind aber keine Hacker, sondern Cyberkriminelle.

Hacker sind die Guten, die Sicherheitslücken aufdecken oder mit Elektronik und Software völlig neue Anwendungen hervorbringen.

An diesem Wochenende nehme ich am 5. Hackday in Moers teil. Dass das eine seriöse Veranstaltung ist, merkt man allein daran, dass sie im Rathaus im Plenarsaal und den Sitzungszimmern stattfindet.

Eine Gruppe junger Leute (ab 12 Jahren) lässt sich von Datenjournalisten (ein Beruf, den es vor 10 Jahren noch gar nicht gab!) erklären, was Offene Daten sind und wie man diese grafisch aufbereiten kann (als Schaubilder in Zeitungen oder interaktiv auf Webseiten). Offene Daten sind Verwaltungsdaten ohne persönlichen Bezug: Geodaten, Baumkataster, Wahlergebnisse, Haushaltsdaten, Straßenlaternen, Unfallschwerpunkte, ...

An diesem Wochenende wird auch mit LoRaWan experimentiert. Zum Einsatz kommen Sensoren oder Messgeräte, die z.B. Feinstaub oder Wasserverunreinigungen messen können. - Wenn man diese Sensoren in der Stadt vernetzt, entsteht ein Long Range Wide Area Network.

So soll z.B. Pfingsten beim Jazzfestival das mobile Piano auf einem elektrischen Friedhofsfahrzeug, das auf verschiedenen Routen langsam durch die Stadt fährt, mit Hilfe einer App lokalisiert werden können.

Ein anderes Projekt beschäftigt sich mit Messtechnik bezüglich der Füllhöhe von Mülltonnen, deren Daten dann an den Entsorger weitergefunkt werden, damit die Auslastung und Routen der Entsorgungsfahrzeuge optimiert werden können. An diesem Projekt arbeitet sogar die Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort.

Am Freitagabend begann der Hackday im Rittersaal des Moerser Schlosses mit einem Talk. - Es ging um die Qualität von Gastronomiebetrieben auf der Grundlage von Berichten des Gewerbeaufsichtsamtes. Diese Berichte kann man über die Aktion "FragDenStaat" von den Kommunen über bestimmte Betriebe anfordern. Das geschieht nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Träger dieser Aktion ist die Open Knowledge Fundation in Berlin (OKFN.DE). 

Eine andere interessante Anwendung wurde aus dem Stadtarchiv Kerpen, berichtet, das - unter Wahrung des Urheberrechtsschutz - bislang schon 28.000 Digitalisate (eingescannte Dokumente / Urkunden) für die Öffentlichkeit freigegeben hat.

Hier erfahren Sie mehr über den Moerser Hackday.

Ein Programmauszug:

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