Umbau im Alter Umbau Wanne zur Dusche

Altersgerechtes Badezimmer: Umbau von Wanne zur Dusche

Der Ein- und Ausstieg über einen hohen Badewannenrand erfordert nicht nur große Anstrengung, sondern birgt auch ein hohes Sturzrisiko. Ein altersgerecht gestaltetes Badezimmer verringert die Gefahr von folgenschweren Stürzen und Unfällen.

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1. Welche Maßnahmen führen zu mehr Sicherheit im Badezimmer?

2. Wie lässt sich die Badewanne barrierefrei gestalten?

2.1 Barrierefreie Eingangstür für die Badewanne

2.2. Installation eines Wannenlifts

3. Welche Vorteile hat eine Dusche gegenüber einer Badewanne?

4. Wie funktioniert der Umbau von Wanne zur Dusche?

5. Welche Kosten kommen beim Umbau von Wanne zur Dusche auf mich zu?

6. Erhalte ich finanzielle Zuschüsse für einen altersgerechten Umbau?


Nasse Böden, rutschige Badewannenwände, hohe Einstiege, fehlende Haltegriffe: Allein im Badezimmer finden sich beim näheren Hinsehen zahlreiche Stolperfallen. Vor allem im fortschreitenden Alter können diese Risikofaktoren unangenehme Konsequenzen mit sich bringen: In Folge von Stürzen steigt die Wahrscheinlichkeit langer Genesungsprozesse. Operationen und eine zumindest zeitweise Pflegebedürftigkeit in Folge von Knochenbrüchen sind hierbei keine Seltenheit. Um ein solches Szenario zu verhindern, ist es sinnvoll, frühzeitig einen seniorengerechten Umbau zu realisieren. Dabei ist nicht nur der Sicherheitsaspekt von Bedeutung – auch die Frage des Komforts spielt eine große Rolle.

1. Welche Maßnahmen führen zu mehr Sicherheit im Badezimmer?

Das Badezimmer zählt zu den größten Gefahrenquellen im Hausinneren: Aus unterschiedlichen Gründen kommt es hier immer wieder zu Unfällen. Neben nassen Fliesen sind vor allem hohe Ein- und Ausstiege von Dusche und Badewanne verantwortlich für Stürze und Verletzungen. Verschiedene Maßnahmen können zu mehr Sicherheit beitragen: So erhöht beispielsweise der Einbau einer Tür in die Badewanne oder der Umbau von Wanne zu Dusche die Sicherheit im Badezimmer um ein Vielfaches.

Darüber hinaus erleichtern bereits kleine Umgestaltungsmaßnahmen die tägliche Körperhygiene. Beispielsweise ist das Anbringen von rutschfesten Matten hilfreich, um ein Ausrutschen auf dem nassen Boden zu verhindern. Auch Haltegriffe in der Dusche dienen der sicheren Fortbewegung. Zusätzliche Sicherheit bietet ein Hocker oder ein eingebauter, hochklappbarer Sitz. Im Falle von Herz-Kreislauf-Beschwerden ist es so möglich, Halt zu finden und/oder im Sitzen zu duschen. Somit gibt es bereits kleine Maßnahmen, um das Wohnumfeld komfortabler und sicherer zu gestalten.

2. Wie lässt sich die Badewanne barrierefrei gestalten?

Wenn aber diese beschriebenen Komponenten nicht ausreichen, um das Badezimmer zu einem altersgerechten Raum umzufunktionieren, können weitere Maßnahmen eine wahre Bereicherung für den Alltag sein. Insbesondere die Benutzung von Badewannen führt im höheren Alter erfahrungsgemäß zu mehr Problemen. Hauptgefahrenquelle stellt hierbei ein zu hoher Badewannenrand dar, der beim Ein- und Ausstieg mit großer körperlicher Anstrengung und Unsicherheit verbunden ist.

Sinnvoll ist es, sich im Vorfeld zu überlegen, welche Maßnahmen unbedingt notwendig sind, um sich möglichst langfristig selbstständig waschen und pflegen zu können: Ist es wichtig, das Bad rollstuhlgerecht auszubauen? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Wie ist die bauliche Situation im Badezimmer? Ein erster Überblick sollte mit Sanitär- und/oder Handwerksfirmen besprochen werden: Diese beraten Betroffene und Interessenten ausführlich und kompetent.

2.1 Barrierefreie Eingangstür für die Badewanne

Mithilfe von barrierefreien Eingangstüren kann der bislang so problematische Badewannenrand problemlos überwunden werden. Eine solche Eingangstür lässt sich demnach leicht öffnen, wodurch das Betreten der Badewanne mit nur einem Schritt möglich wird. Nach dem Schließen der Tür ist die Badewanne wasserdicht und ermöglicht im Anschluss wieder einen bequemen Ausstieg.

2.2 Installation eines Wannenlifts

Alternativ zur Eingangstür ist auch die Installation eines Wannenlifts eine Überlegung wert: Ein Wannenlift ermöglicht das komfortable Ein- und Aussteigen, indem er bis zur Oberkannte der Wanne hochfährt. Im Anschluss hat der Anwender Gelegenheit, sich bequem auf den Sitz zu setzen. Erst dann fährt der Lift bis zum Boden der Wanne.

TIPP DER REDAKTION:

Bei der Benutzung eines Badewannenlifts ist es empfehlenswert, Griffe neben der Wanne anzubringen. Sie sorgen für noch mehr Sicherheit. Darüber hinaus unterstützt eine rutschfeste Matte vor der Wanne beim sicheren Ausstieg.

3. Welche Vorteile hat eine Dusche gegenüber einer Badewanne?

Wenn der Einbau einer Badewannentür oder die Installation eines Wannenlifts nicht in Frage kommen, lohnt sich möglicherweise der Umbau von der Wanne zur Dusche. Mittlerweile zählen Duschen mit ebenerdigem Boden ohnehin zum Standard: Sie sind leicht begehbar, sehen elegant aus und bieten – bei ausreichend großer Fläche – sogar für Rollstuhlfahrer die Möglichkeit des eigenständigen Duschens.

TIPP DER REDAKTION:

Eine professionelle-Antirutschbeschichtung und stabile Haltegriffe für einen sicheren Stand sollten auch in der Dusche nicht fehlen. Darüber hinaus bieten Sitzmöglichkeiten wie ein Hocker oder eine einklappbare Sitzvorrichtung Sicherheit.

Wenn im Badezimmer nur eine Wanne vorhanden ist, die Notwendigkeit einer Dusche aber besteht, kann diese meist unkompliziert zu einer ebenerdigen Dusche umgebaut werden. Dieser Umbau lässt sich erfahrungsgemäß innerhalb eines Tages realisieren. Hierzu wird die Badewanne entfernt – gegebenenfalls müssen Rohre verlegt werden. Die Bodenfliesen können bestehen bleiben. Die Duschfläche kann schließlich die Fläche bedecken, die zuvor die Badewanne eingenommen hat. Auf diese Weise erhalten Bewohner eine große Duschfläche. Durch die große begehbare Dusche haben es schließlich auch das Pflegepersonal oder andere Personen, wie beispielsweise pflegende Angehörige, bei der Unterstützung einfacher.

Der Umbau von der Wanne zur Dusche kommt aber nicht nur für Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung in Frage: Viele Menschen legen bereits in jungen Jahren großen Wert auf den Komfort im Badezimmer – dazu zählt auch eine begehbare Dusche. Demnach erscheint die frühzeitige Barrierereduzierung in vielerlei Hinsicht als sinnvolle Investition in die Zukunft.

4. Wie funktioniert der Umbau von Wanne zur Dusche?

Der Umbau einer Badewanne zur Dusche gilt mittlerweile bei vielen Unternehmen als fester Bestandteil ihres Leistungsportfolios. Letztlich gestaltet sich der Umbau aber immer auf eine ähnliche Weise und dauert erfahrungsgemäß nicht länger als einen Tag.

  1. Zunächst werden die Maße der alten Wanne bei einem persönlichen Besuch vor Ort aufgenommen. In Absprache mit dem Sanitärexperten erhalten Interessenten eine Veranschaulichung, wie die Dusche später aussehen kann und soll. Daher ist es meist möglich, die Dusche entsprechend der eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen nach Maß zu gestalten.
  2. Am Tag des Umbaus entfernt das beauftragte Handwerkerunternehmen die alte Wanne und eventuelles Mauerwerk und kümmert sich auch um die Entsorgung des entstandenen Bauschutts sowie der Wanne. Falls nötig, werden Rohre in diesem Zuge neu verlegt. Sowohl die Fliesen an Boden und Wand als auch die Decke bleiben bestehen – die neue Dusche überdeckt schließlich den Bereich, den vorher die Wanne im Badezimmer eingenommen hat.
  3. Wurde die alte Wanne entfernt, werden nun erst die Duschtasse bzw. -fläche, danach die Rückwände sowie die Seitenteile der Kabine eingesetzt. Darüber hinaus gibt es auch Komplettsysteme: Hier bestehen Rückwand und Duschfläche aus einem Guss. In diesem Fall müssen keine Fugen mit Silikon geschlossen werden.
  4. Nun fehlen nur noch die Armaturen. Im Vorfeld wurde festgehalten, ob die Dusche zusätzlich über Haltegriffe, einen Duschsitz und weitere Accessoires, wie beispielsweise Ablageflächen und Seifenspender, verfügen soll. Auch darum kümmert sich der Fachmann.
  5. Wenn Silikonfugen eingesetzt wurden, müssen diese mindestens eine Nacht aushärten. Nach der Endreinigung ist der Umbau schließlich abgeschlossen. Nach nur einem Werktag befindet sich nun also dort, wo vormals die Wanne stand, eine geräumige, begehbare Duschkabine.

5. Welche Kosten kommen beim Umbau von Wanne zur Dusche auf mich zu?

Mit welchen Kosten Interessenten für den Umbau einer Wanne zur Dusche rechnen müssen, ist abhängig von der Größe und der Einbausituation. Sind bauliche Veränderungen notwendig, wird es teurer. Außerdem nimmt nicht nur die Qualität der verwendeten Materialien, sondern auch die Ausstattung der Dusche Einfluss auf den Preis. Nach einem ersten Beratungstermin präsentieren die meisten Unternehmen ein Angebot mit einem Festpreis für den kompletten Umbau. Erfahrungsgemäß liegen die Kosten hier zwischen 4.000 und 6.000 Euro.

6. Erhalte ich finanzielle Zuschüsse für einen altersgerechten Umbau?

Die Kosten für eine barrierefreie Umgestaltung fallen je nach Maßnahme unterschiedlich hoch aus. Nicht unwahrscheinlich ist es, dass Interessenten mit einer Rechnung von mehreren tausend Euro rechnen müssen.

Liegt bei einem Familienmitglied ein Pflegegrad vor, besteht die Möglichkeit, Zuschüsse der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen. Eine pflegebedürftige Person erhält im Rahmen von „Wohnumfeldverbessernden Maßnahmen“ bis zu 4.000 Euro. Voraussetzung ist aber die offizielle Eingruppierung in einen Pflegegrad. Ziel dieser Förderung ist es, „die häusliche Pflege in der Wohnung [zu] ermöglichen, [zu] erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung der pflegebedürftigen Person wiederher[zu]stellen“.

Beim Ausfüllen des Antrags sind schließlich persönliche Daten des Pflegebedürftigen, seine Kontoverbindung bzw. die eines Angehörigen, die genaue Beschreibung der Baumaßnahmen sowie Kostenvoranschläge von Bauunternehmen erforderlich. Der Antrag kann zuvor telefonisch bestellt werden.

Auch die KfW gefährt Zuschüsse für den Umbau von der Wanne zur Dusche: Im Rahmen des Investitionszuschusses zur Barrierereduzierung unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau Einzelmaßnahmen zum Abbau von Barrieren und für mehr Wohnkomfort in einer Höhe von bis zu 6.250 Euro. Darüber hinaus bietet die KfW – unabhängig vom Alter – einen zinsvergünstigten Kredit (Altersgerecht umbauen 159) bis zu 50.000 Euro an.

In diesem Kontext lässt sich festhalten: Wer sich bereits im Vorfeld mit der Finanzierung und verschiedenen Fördermöglichkeiten auseinandersetzt, hat gute Chancen, eine finanzielle Unterstützung beim Umbau von Wanne zur Dusche zu erhalten. Empfehlenswert ist es, beim beauftragten Bauunternehmen gezielt nach den Möglichkeiten der finanziellen Förderung nachzufragen. Unter bestimmten Umständen kann der Umbau womöglich komplett ohne Zuzahlung umgesetzt werden.


 

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